Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Altenburg will Rasern an den Kragen – OB Neumann sieht Sicherheitsgefahr
Region Altenburg Altenburg will Rasern an den Kragen – OB Neumann sieht Sicherheitsgefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:48 14.02.2019
So oder so ähnlich könnte es auch bald im Auftrag der Stadt Altenburg blitzen, wenn Oberbürgermeister André Neumann (CDU) seinen Plan in die Tat umsetzt und eine Geschwindigkeitsmessanlage einkauft. Quelle: dpa
Altenburg

Die Stadt Altenburg plant, künftig selbst gegen Raser vorzugehen. Wie Oberbürgermeister André Neumann (CDU) in seiner digitalen Bürgersprechstunde am Montagabend sagte, prüfe er derzeit mit dem Ordnungsamt Möglichkeiten, wie man das Einhalten der Tempolimits im Stadtgebiet überwachen kann. „Da gibt es Dienstleister, die mobil blitzen“, erklärte der Rathauschef die Pläne. Dafür müsse die Stadt einen Mitarbeiter des Ordnungsamts stellen und eine Firma stelle jemanden und das Auto mit Messanlage. „Das bezahlt man zwar, aber man kriegt die Leistung eingekauft.“

Eigener Blitzer scheitert an aktueller Finanzlage

Dass sich die Stadt selbst einen oder mehrere Blitzer anschafft, schloss Neumann auf OVZ-Nachfrage am Mittwoch aber wegen der angespannten Finanzlage vorerst aus – zu teuer. „Angesichts der Haushaltskonsolidierung und weil wir Kraft für die Zukunft schöpfen wollen, sind das Kosten, die derzeit nicht darstellbar sind“, erklärte der OB, der für eine Blitzeranlage etwa mit Anschaffungskosten von 100 000 Euro und mehr rechnet. „Aber die Überlegung, selbst zu kaufen, bleibt aktuell.“

Geräte rechnen sich sehr schnell

Ein solches Gerät rechnet sich nach Erfahrung anderer Kommunen ziemlich zügig. Preislich beginnen die Anlagen im Fall einer Laserpistole bei knapp unter 10 000 Euro und knacken bei schicken Design-Säulen mit entsprechender Technik und Baukosten schnell die 100 000 Euro. Mobile Anlagen fürs Auto gehen etwa bei der Hälfte los. Dafür spielen sie jährlich ein Vielfaches der Kosten ein – mancherorts, wie in Berlin oder Stuttgart, gut und gerne das Zehnfache pro Gerät.

OB Neumann ist Sicherheit wichtiger als Geld

Doch darum geht es Neumann nicht, zumindest nicht vorrangig. „Es gibt keine Kommune, die damit nicht Geld verdient hat“, sagte das Stadtoberhaupt dazu. „Aber das ist nur der schöne Nebeneffekt, hauptsächlich geht es mir um die Sicherheit. Die Raserei ist eine Katastrophe!“ Den Handlungsbedarf untermauerte er mit eigenem Erleben. So werde in Altenburg vor allem an Wochenenden und nachts „selbst in engsten Gassen“ gerast. Aber auch Einfahrtsstraßen, die Dr.-Wilhelm-Külz-Straße und Straßen in den Ortsteilen, etwa Richtung Zetzscha, identifizierte der 40-Jährige als überwachungswürdig.

Neben Blitzern auch bauliche Änderungen und Co. im Spiel

„Es ist unglaublich, wie dort manche fahren“, so Neumann, der neben Blitzern auch bauliche Änderungen oder Zonen mit Geschwindigkeitsreduzierung als Möglichkeiten sieht, den Rasern Herr zu werden. So sei es mit Tempo 30 oder 50 schon schwer zu reagieren, wenn ein Kind zwischen Autos oder aus einer Ausfahrt einem Ball hinterhergerannt komme. „Mit 80 oder 90 hat man aber keine Chance.“ Ihm gehe es darum, die Altenburger zu schützen, weshalb die genannten Orte auch nicht die einzigen sein werden, wo die Stadt blitzen wolle.

Umsetzung des Plan frühestens zum Ende des Jahres

Bis es soweit ist, wird aber noch etwas Zeit ins Land gehen. Sieben bis acht Monate mindestens, umreißt Neumann den Zeitplan. Schließlich wolle er vorher noch mit Stadtrat und Polizei reden, ehe die Ausschreibung beginnt und man den Auftrag erteile. Deswegen kann der Rathauschef auch noch nicht sagen, welche Kosten dafür auflaufen werden und wie häufig die Autofahrer überwacht werden sollen. Einem Bericht für den Stadtrat, um die Überwachung transparent zu gestalten, steht er jedoch offen gegenüber. „Erst im Gespräch mit der Polizei werden wir Schwerpunkte und Häufigkeit festlegen“, erklärte der OB, der das „zeitnah“ tun will. Aber die Miet-Blitzer seien sehr flexibel einsetzbar. „Da ist von täglich über zweimal pro Woche oder einmal im Monat bis hin zur jährlichen Dauerleihe alles möglich und denkbar.“

Neumanns Vorgänger lehnte Blitzer als Gängelei ab

Mit der Idee, selbst zu blitzen, steht der Amtsinhaber in Opposition zu Vorgänger Michael Wolf (SPD), der das als „Gängelei der Bevölkerung“ strikt ablehnte. Geht Neumanns Plan auf, kommt es zu einem Novum in der Altenburger Geschichte. Denn noch nie gab es hier kommunale Blitzer. Im Altenburger Land ist die Skatstadt auch die einzige Kommune, die selbst Temposündern nachspüren darf. Denn per Verordnung geht das in Thüringen erst ab einer Einwohnerzahl von über 20 000.

Von Thomas Haegeler

Skizzieren, Sägen, Malen: In einem Ferienkurs im Altenburger Lindenau-Museum bauen Schüler unter der Leitung der Goseler Bildhauerin Susann Schade ihre persönlichen Traumhäuser.

14.02.2019

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Langenleuba-Niederhain wurde die Entschädigung der Mitglieder des Gremiums um wenigstens fünf Euro gekürzt und die Zusammenarbeit mit Nobitz vertraglich geregelt. Außerdem wurde ein neues Gemeindeblatt ins Leben gerufen, das nicht nur Befürworter hat.

14.02.2019

Es geht voran in Sachen Gedenken an Wolfgang Hilbig. Dem Meuselwitzer Schriftsteller soll in seiner Geburtsstadt ein Denkmal gesetzt werden. In der Rudolf-Breitscheid-Straße hat die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft einen Gedenkstein platziert, eine Plakette zur Erinnerung soll folgen. Und auch über die feierliche Einweihung wird bereits gesprochen.

13.02.2019