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Altenburg Altenburger Akkordeonorchester begeistert in ausverkaufter Brüderkirche
Region Altenburg Altenburger Akkordeonorchester begeistert in ausverkaufter Brüderkirche
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19:23 10.12.2018
Das Altenburger Akkordeonorchester und der Schmöllner Volkschor sorgten für ein begeistertes Publikum in der Brüderkirche. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Es wiederholt sich Jahr für Jahr: Das Konzert des Altenburger Akkordeonorchesters mit seinen Harmonikafreunden aus Jena und Erfurt und mit dem Volkschor Schmölln ist angesagt und bringt über eintausend Besucher auf die Beine, die in zwei Veranstaltungen jeweils die Brüderkirche füllen. So geschehen auch am vergangenem Sonnabend.

Der Präsident des Deutschen Harmonikaverbandes, Jochen Haußmann, äußerte bei seinem Besuch vor einem Jahr zur Auszeichnung und Ehrung des geistigen Vaters und Kopfs der Veranstaltung, Werner Osten, was in Altenburg geschähe, sei einmalig in Deutschland. Und man hat das Gefühl, es steigere sich stetig und ist am Jahresende nicht mehr wegzudenken von Altenburg.

Bis auf den letzten Platz waren die Reihen zu beiden Konzerten besetzt. Quelle: Mario Jahn

Schöne Melodien nutzen Akustik des Altarraums

Ein Weihnachtskonzert war diesmal angesagt, mit einem völlig anderen Programm als ein Jahr zuvor. Das allein sagt schon viel aus über das umfangreiche Repertoire, das sich die Akkordeonisten und die Chorleute aus Schmölln erarbeitet haben. Man setzte dabei nicht auf die traditionellen Weihnachtslieder – natürlich kommt man an „Stille Nacht, heilige Nacht“ nicht vorbei – sondern auf solche aus der unmittelbaren Vergangenheit wie „Sind die Lichter angezündet“, „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und das wunderbare „Tausend Sterne sind ein Dom“ von Siegfried Köhler, dessen gleichnamige weltliche Weihnachtskantate den Mittelpunkt des Konzertes bildete.

Dieses 1952 veröffentlichte Werk mit acht Liedern und kurzen Orchesterstücken ist das Hauptwerk des Komponisten, Musikwissenschaftlers und Theaterleiters Köhler und gibt vor allem dem Chor schöne Melodien, die durch seine Gesangsqualität und die Akustik des Altarraumes der Kirche klangschön zur Geltung kamen und von den poetischen Bildern des Textes unterstützt werden: „Tausend Sterne sind ein Dom in stiller weltenweiter Nacht. Ein Licht blüht auf im Kerzenschein, das uns umfängt und glücklich macht.“ Der Volkschor Schmölln unter Leitung von Antje Herrmann ist aus den jährlichen Konzerten des Akkordeonorchesters nicht mehr wegzudenken.

„Conquest of Paradise“ als Höhepunkt

Ergänzt wurde das weihnachtliche Musikgut durch winterliche Musiken aus dem Unterhaltungsbereich wie die beiden musikalischen Schlittenfahrten – die Petersburger und jene von Leroy Anderson – die Weiße Weihnacht von Irving Berlin und die Geschichte vom Rentier Rudolph mit der roten Nase.

Die eindrucksvolle Klangvielfalt des Orchesters wurde bei einem ABBA-Medley, bei dem schwierigen und musikalisch effektvollen „Stop the Cavalry“ von Jona Lewis und dem rhythmischen Knaller „Caravans Theme“ von Mike Batt, bei dem es mächtig etwas auf die Ohren gab, deutlich. Ein Höhepunkt war Vangelis’ „Conquest of Paradise“ mit einer grandiosen Steigerung durch Chor und Orchester. Nicht von ungefähr wurde es bei den Zugaben nach Ende des offiziellen Programms noch einmal offeriert.

Die Musiker nutzten die besondere Akustik des Kirchenraums voll aus. Quelle: Mario Jahn

Gelungenes Finale, großartige Leistungen

Den krönenden Abschluss bildete richtigerweise „O heilige Nacht“ des französischen Komponisten Adolphe Adam, das laut den Statistiken weltweit die „Stille Nacht“ abgelöst habe. Es gibt wohl kaum einen Sänger im Rockbereich und in der Klassik, der für die Weihnachtszeit dieses Lied nicht in seinem Programm hat. Da liegen Chor und Orchester voll im Trend.

Begeisterung und Beifall waren am Ende wie immer riesengroß und erzwangen drei Zugaben: die „Petersburger Schlittenfahrt, „Conquest of Paradise“ und zusätzlich „O du fröhliche“ als Abschlusslied vom Publikum gesungen.

Zwei Namen müssen noch erwähnt werden: der von Katrin Osten als fachkundige und angenehme Moderatorin und Conrad Haase, den Nestor der Thüringer Akkordeon-Szene, als musikalischer Leiter des gesamten Programms, durch Unfall gehandicapt und dadurch sitzend dirigierend. Künstlerisch wie physisch eine außerordentliche Leistung.

Von Manfred Hainich

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