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Altenburg Altenburger Baby-Drama: Rechtsanwältin geht in Revision
Region Altenburg Altenburger Baby-Drama: Rechtsanwältin geht in Revision
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13:14 20.11.2015
Trotz Revision, einiges deutet darauf hin, dass das Verfahren am Geraer Landgericht nicht wieder aufgerollt wird.  Quelle: dpa
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Altenburg

Zu dreieinhalb Jahren Haft ist Sandra F. in der vergangenen Woche vom Landgericht Gera verurteilt worden, weil sie ihr gerade entbundenes Baby absichtlich ertrinken ließ. Doch das Urteil der vierten Strafkammer wird nicht rechtskräftig. Die Rechtsanwältin von Sandra F., Ines Kreisel, hat Revision beantragt. Das sagte sie auf Anfrage, nachdem sie sich erst am Donnerstag mit ihrer Mandantin in der Haftanstalt über das weitere Vorgehen in der Aufsehen erregenden Strafsache beraten hatte.

Die Revision reiche sie aus formellen und fristwahrenden Gründen ein, um das schriftliche Urteil abzuwarten. Danach könnte es sein, dass sie dieses Rechtsmittel wieder zurückziehe. Mit dem mündlich ergangenen Urteil könne sie und ihre Mandantin leben. Aber erst in der schriftlichen Urteilsbegründung könne sie sehen, ob es Gründe gibt, es anzufechten. Die schriftliche Urteilsbegründung der Strafkammer liegt vermutlich erst kurz vor oder nach dem Jahreswechsel vor.

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Im Moment deutet einiges darauf hin, dass das Verfahren nicht wieder aufgerollt wird. Vor allem, weil der Bundesgerichtshof, der über die Revision entscheidet, dazu in der Regel bis zu ein Jahr benötigt. Bis dahin hätte Sandra F. einen Großteil ihrer Strafe bereits verbüßt. Außerdem kann sich dieses Rechtsmittel nicht auf neue Tatsachen stützen, sondern nur auf einen Rechtsfehler im Urteil.

Die Angeklagte aus Altenburg war wegen einer seelischen Notlage nur wegen Totschlags in minderschweren Fall verurteilt worden. 

Von Jens Rosenkranz

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