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Altenburg Altenburger Band Sonic Beat Explosion meldet sich mit Karacho zurück
Region Altenburg Altenburger Band Sonic Beat Explosion meldet sich mit Karacho zurück
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16:51 26.04.2019
Stötzi, Martin, Arni und Zeze bilden die Band Sonic Beat Explosion. Kommende Woche erscheint das neue Album des Quartetts. Quelle: Foto: Turbo_S
Altenburg

Viel klassischer, das ist auch Martin Fischer klar, hätte der Weg in die Musikerkarriere eigentlich gar nicht starten können. „Ich habe mir damals von meinem ersten Lehrlingsgehalt eine E-Gitarre gekauft. Und mir war schnell klar, dass alleine spielen keinen Spaß macht“, grinst der gebürtige Monstaber. Gesagt, getan: Schnell waren weitere Mitstreiter gefunden, wurde – ebenfalls ganz klassisch – in der Garage am eigenen Sound und Songmaterial gefeilt, bis schließlich die Sonic Beat Explosion geboren war.

Von Altenburg nach ganz Europa

Ab da ging es Schlag auf Schlag: Erstmals enterte das Quartett 2002 auf den Teichterrassen eine öffentliche Bühne, zig weitere Auftritte folgten, die Fanschar wuchs und man erregte auch überregional Aufmerksamkeit. Irgendwann war klar: Ein vollwertiges Album muss her. „Die erste Platte haben wir damals noch in Essen aufgenommen, alle weiteren Scheiben sind dann im Atomino-Studio von Northern-Lite-Gitarrist Frithjof Rödel in Erfurt entstanden“, blickt Fischer zurück. Langsam aber sicher nahm die Sonic Beat Explosion Fahrt auf.

„Richtig losgegangen ist es aber eigentlich dann mit dem zweiten Album“, weiß der Sänger und Gitarrist zu berichten. „Sister Psychosis“ ließ die Truppe extra in Finnland endveredeln – und startete durch. „Wir haben in Spanien gespielt, in Frankreich und Belgien“, zählt Martin Fischer nur einige Stationen auf. Mit dem Wirkungskreis wuchsen auch die Auftrittsorte. Von kleinen Clubs ging es plötzlich auf deutlich größere Bühnen. „Wir haben es damals sogar bis aufs Sjok-Festival in Belgien geschafft, konnten vor richtig großem Publikum auftreten“, erinnert sich Fischer und die Begeisterung ist ihm auch Jahre später noch anzumerken.

Mehr Stones als Sabbath

Eine rasante Entwicklung, die jedoch nicht verwundert, wenn man den Sound des Quartetts betrachtet. Denn der lag gerade in den Nullerjahren voll im Trend. „Klar, wir sind eindeutig von Bands wie den Hellacopters oder den Hives beeinflusst, das lässt sich nicht verleugnen“, lacht Fischer darauf angesprochen. Trotzdem, das ist ihm wichtig, gehen die musikalischen Einflüsse tiefer als lediglich bis zu den skandinavischen Garagenrockern der frühen 2000er. „Vor allem die 60er- und 70er haben uns geprägt, die Stooges, MC5 oder Grand Funk Railroad könnte man nennen“, zählt er auf – und bringt die Erfolgsformel augenzwinkernd auf den Punkt: „Wir sind eindeutig mehr Stones und Led Zeppelin als Black Sabbath und Pentagram.“

Trotz aller Erfolge und Konzertreisen durch halb Europa: In den vergangenen Jahren ist es ein wenig ruhiger geworden um die Sonic Beat Explosion. Streitereien, Überdruss, Burnout? Alles weit gefehlt, wie Martin Fischer betont. „Es fehlte mitunter einfach die Zeit. Wir stehen alle fest im Berufsleben, sind teilweise inzwischen Väter, die Prioritäten verschieben sich eben.“

Arbeit mit großem Namen

Trotzdem, irgendwann juckte es Fischer sowie seinen Mitstreitern Zeze (Gitarre), Stötzi (Bass) und Arni (Schlagzeug) wieder in den Fingern, wurde wieder zu den Instrumenten gegriffen. Herausgekommen ist mit „Ruckus“ ein Album, das sich nahtlos in den bisherigen Bandkatalog einführt (siehe unten) – und das diesmal sogar einen ganz besonderen Produktionsweg genommen hat. Zwar erfolgten die Aufnahmen wie gewohnt in Erfurt, abgemischt wurde das Endergebnis jedoch in Stockholm: In den Abba-Studios unter Regie von Stefan Boman. „Das Ganze hat insgesamt drei Anläufe und schon auch ein wenig Glück gebraucht“, grinst Fischer. Denn günstig ist der Tontechniker, der bereits mit großen Namen wie den Hellacopters, Backyard Babies oder Graveyard gearbeitet hat, nicht. „Das Ergebnis hat aber alle Kosten gelohnt. Der Sound ist genau so, wie wir ihn haben wollten.“

Mit der neuen Scheibe im Rücken stehen nun einige Konzerte auf dem Programm. „Wir haben schon Gigs in Gera, Wetzlar, Weimar, Bremen und Hamburg geklärt. Auch Anfragen aus dem Ausland liegen vor“, kann Martin Fischer berichten. Gespielt wird vorrangig an den Wochenenden, der Arbeit wegen. „Wir schauen einfach, was kommt.“

Auch in Altenburg machen Sonic Beat Explosion Station. Am 15. Juni steht man gemeinsam mit Devil Train im Irish Pub auf der Bühne.

„Ruckus“ in der Rezension

Zack, das sitzt! Wer damit gerechnet hat, dass es Sonic Beat Explosion zum Einstieg in Album Nummer vier ruhig angehen lassen, wird vom eröffnenden „Yesterday’s News“ umgehend eines Besseren belehrt. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur, stattdessen wird vom Start weg in die Saiten gegriffen, dass es eine wahre Freude ist. Mit sattem Riffing, wunderbar bluesiger Leadgitarre und treibendem Beat geht es in die Vollen. Der Einstand sitzt.

Und auch im weiteren Verlauf lässt das Quartett absolut nichts anbrennen. Der Sound passt wie die viel bemühte Faust aufs ebenso berühmte Auge: im besten Sinne „warm“ und kratzig, ohne jedoch an Dynamik einzubüßen oder gar die Feinheiten im Klangbild zu übertönen. Der Bass knarzt angenehm knurrig, das Schlagzeug kracht aus den Boxen und die Gitarren schwanken beständig zwischen knackiger Power und fein eingesetzten Akzenten. Über allem thront Martin Fischers Gesang: Mal kraftvoll-kratzig, mal mit souliger Note.

Auf diesem Fundament werden Songs errichtet, die wahlweise ohne Umschweife Herz und Beine ansprechen („Shivers And Shakes“, „No Time“) und an anderer Stelle den Kopf mit geschickten Dynamik-Spielereien oder relaxterem Klangbild erfreuen („Madeira“, „21st Century Lie“). Und denen eines gemein ist: unbändige Spielfreude.

Sicher, böse Zungen mögen der Band mangelnde Eigenständigkeit vorwerfen. Und ja, an allen Ecken wird mal mehr, mal weniger auffällig in Richtung älterer – Hellacopters, (frühe!) Mando Diao – und neuerer – Rival Sons, Graveyard – Genre-Vertreter geschielt. Alles geschenkt, solange das Ergebnis klingt wie hier. Sehr viel besser als auf „Ruckus“ lässt sich klassischer Garagenrock nämlich nicht spielen. Ein Album, wie gemacht für enge, schweißtreibende Clubshows, für sommerliche Ausfahrten mit voll aufgedrehter Anlage über die nächstbeste Landstraße. Kurzum: Ein Album, das einfach Spaß macht. Unbedingte Empfehlung!

„Ruckus“ kann ab 1. Mai (Vinyl: 15. Mai) über die Bandcamp- oder Facebook-Seite der Band bestellt werden.

Von Bastian Fischer

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