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Altenburg Altenburger Biennale bleibt sich treu, geht aber auch neue Wege
Region Altenburg Altenburger Biennale bleibt sich treu, geht aber auch neue Wege
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14:45 15.08.2019
Kurator Thomas Suchomel und FSJlerin Svenja Kauper präsentieren das Plakat zur VI. Ausgabe der Altenburger Biennale für Junge Kunst im Prinzenpalais des Schlosses, das diesmal als Ausstellungsort dient. Quelle: Foto: Thomas Haegeler
Altenburg

Der Name ist doppeldeutig: Biennale für Junge Kunst. Weder Kurator und Gründer Thomas Suchomel noch die Stadt Altenburg, die die Biennale mit dem Künstler vor 19 Jahren aus der Taufe gehoben hat, beschränken sich im Verständnis des Wortes „jung“ auf das Alter der teilnehmenden Künstler. So beziehen es die Veranstalter der inzwischen VI. Ausgabe der Messe auch auf die Kunst an sich.

Keine Ober-, aber Untergrenze bei Alter der Teilnehmer

Das illustriert Susanne Stützner mit der Geschichte eines 83-jährigen Leipzigers, von dem die Kulturmanagerin der Stadtverwaltung jüngst einen handschriftlich verfassten Brief erhielt. „Er will teilnehmen und fragt, ob das möglich sei“, erzählt Stützner, für die sich die Frage eigentlich nicht stellt. Solange er sich mit Kunst bewerbe, die ihrer Entstehungszeit nach jung ist, sehe sie kein Problem. Eine Altersgrenze für die Bewerber gebe es jedenfalls nicht, ergänzt Kurator Suchomel. „Anmelden kann sich jeder ab 16 Jahren.“ Mit der Untergrenze wolle man vermeiden, dass sich noch jüngere Leute bewerben, die von ihrem Kunstlehrer angestiftet worden seien. „Es geht uns um eigene Sachen.“

Ansonsten ist auch der Beiname Programm: „No Selection“. Heißt: Es gibt keine Vorauswahl der Künstler – weder was die Qualität, noch die Art ihres Schaffens betrifft. Neben Flachware – also Bilder, Skizzen und Zeichnungen – öffnet das die Ausstellung, die am 7./8. September im Prinzenpalais des Schlosses stattfindet, auch für Skulpturen, Installationen und ähnliches. „Das einzige, was wir ausschließen“, so Suchomel weiter, „sind radikale und gewaltverherrlichende Darstellungen“. Die fehlende Auswahl habe den Vorteil, dass man dadurch Neid unter den Teilnehmern vermeide. Denn so stellt sich niemandem die Frage, warum er nicht, dafür aber andere dabei seien.

Prinzenpalais muss für Ausstellung aufwendig vorbereitet werden

Neben Kunstschaffenden adressiert man mit der Ausschreibung auch Hochschulen, Universitäten und Verbände in Mitteldeutschland. Einige verbindliche Anmeldungen, die noch bis zum 23. August möglich sind, liegen schon vor. „Das ist schon das Maximum, weil eine Woche später die Kataloge in den Druck gehen“, sagt Susanne Stützner. Auch hinsichtlich des Ortes bleibt man sich treu – und wählt einen weiteren außergewöhnlichen Schauplatz. Nachdem die Altenburger Biennale das letzte Mal vor zwei Jahren auf dem Heuboden des Marstalls stattfand, ist diesmal das leersehende Prinzenpalais Schauplatz für Kunst.

Das stellt allerdings auch erhöhe Anforderungen an die für die künftige Spielewelt im Gespräch befindlichen früheren Prinzengemächer. So müssen die meterhohen herrschaftlichen Räume der 550 Quadratmeter großen Fläche der zweiten Etage zunächst aufwendig vorbereitet werden, ehe sie sich in Showrooms verwandeln können. Dazu gehören etwa Leisten als Aufhängevorrichtung für die Bilder, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf die Wände aufgebracht haben. „Wegen des Denkmalschutzes dürfen nicht einfach Nägel in die Wände geschlagen werden“, erklärt Susanne Stützner. „Für dreidimensionale Dinge stehen uns aber auch der Schlosshof und der Agnesgarten zur Verfügung.“ Im Kräutergarten hinter dem Prinzenpalais gibt es am 7./8. September in Zusammenarbeit mit dem Schlossverein Kaffee und Kuchen.

Premiere mit zwei dotierten Preisen

Doch es gibt auch etwas Neues bei der VI. Ausgabe der Biennale für Junge Kunst. Erstmals seit ihrer Premiere im Jahr 2000 werden zwei dotierte Kunstpreise vergeben: einer in Höhe von 1000 Euro, der andere mit 500 Euro. Über die Sieger entscheidet eine dreiköpfige Jury, die aus Altenburgs Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn, Katharina Graupner von der Sparkasse Altenburger Land und dem Künstler Anthony Lowe aus Zürchau besteht. Gekürt werden die Preisträger dann am 8. September um 16 Uhr. Und wer weiß, vielleicht gehört der 83-Jährige aus Leipzig ja dazu.

Anmeldung unter: www.residenzschloss-altenburg.de/aktuelles/ausschreibungen

Von Thomas Haegeler

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