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Altenburg Altenburger Brauerei und Monstaber Hopfenbauer binden sich für weitere fünf Jahre
Region Altenburg Altenburger Brauerei und Monstaber Hopfenbauer binden sich für weitere fünf Jahre
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06:09 25.04.2019
Ein Prosit auf gute Zusammenarbeit: Im Beisein von Landrat Uwe Melzer (l.) und Kreiswirtschaftsförderer Wolfram Schlegel  (r.) verlängern Peggy und Christian Berthold (2. und 3.v.l) den Liefervertrag mit Bastian Leikeim (2.v.r.). Quelle: Jörg Reuter
Altenburg/Monstab

„Alle reden vom regionalen Wirtschaftskreislauf – und wir handeln“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter der Altenburger Brauerei, Bastian Leikeim. Deshalb hatten er und der Hopfenbauer Christian Berthold zusammen mit dem Landratsamt am Jahrestag des Reinheitsgebotes zur ersten Verlängerung des Liefer- und Abnahmevertrags eingeladen. Demnach werden in den kommenden fünf Jahren die Biere in Altenburg zu mindestens 50 Prozent mit Hopfen aus Monstab gebraut.

Hopfen ist nicht gleich Hopfen

Vor 503 Jahren, am 23. April 1516, wurde in Bayern das Reinheitsgebot erlassen. Für die beiden gebürtigen Bayern Leikeim und Berthold natürlich das beste Datum, um den Kontrakt zu verlängern, der nach fünf Jahren regulär ausgelaufen war. Der nun erneuerte Vertrag beinhalte etwas größere Liefermengen und Preise, die einige Cent über den aktuellen Preisen auf dem freien Markt für Hopfen liegen, hieß es von den Vertragspartnern zufrieden. Mit exakten Zahlen hielten sich beide aber zurück. „Wir nehmen für 50 Prozent unseres Verbrauchs Hopfen aus Monstab“, sagte Leikeim, dessen Brauerei im Jahr rund 150 000 Hektoliter Bier herstellt. Für die zugesagte Abnahmemenge braucht er im Durchschnitt eine Fläche von ungefähr siebeneinhalb Hektar, sagt Berthold, der Hopfen auf etwa 51 Hektar stehen hat.

Dass der Bertholdsche Betrieb nicht die gesamte benötigte Hopfenmenge liefert, habe vor allem zwei Gründe. Zum einen, so erläutert Leikeim, wachsen bei Berthold nicht alle Hopfensorten, die die Brauerei für ihre Rezepte benötigt. Denn Hopfen ist nicht gleich Hopfen. Weltweit gibt es mehrere Hundert Sorten und die beeinflussen den Geschmack wesentlich. „Für Pils brauchen wir Bitterstoffe, die zum Beispiel im Bock nicht so gewünscht sind“, erläutert Leikeim, dessen Bestreben es sei, Biere zu brauen, die im Geschmack beständig bleiben. Deshalb hält er wie alle Braumeister an den bewährten Rezepten fest. Jedoch passten darin enthaltene Sorten bisweilen nicht mehr zum hiesigen Klima, so Berthold, weshalb er mit neuen Sorten experimentiert, die mit den aktuellen klimatischen Verhältnissen besser klarkommen.

Sicherheit in Zukunft für beide Seiten

Zum anderen sei das Risiko, sich nur an einen Lieferanten zu binden, für die Brauerei zu groß, denn ohne Hopfen lasse sich nun mal kein Bier brauen. „Und bei mir kann es auch mal hageln“, meinte Berthold, der ebenfalls Verträge mit anderen Abnehmern hat. Nichtsdestotrotz biete der um weitere fünf Jahre verlängerte Vertrag für beide Seiten Sicherheit. Der Landwirt profitiert nicht zuletzt in Jahren mit Spitzenerträgen und einem Überangebot auf dem Markt von den Festpreisen. Die Brauerei wiederum hat auch in Zeiten schlechter Ernten einen Lieferanten.

„Das ist eine Lehre aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre“, so Leikeim. Einmal beispielsweise sei die Ernte so schlecht ausgefallen, dass kaum mehr der Bedarf gedeckt werden konnte. „Ein anderer Fall war im vergangenen Jahr: Die Hopfendolden waren zwar hervorragend ausgebildet, enthielten aber wetterbedingt viel weniger Lupulin“, so Berthold. Lupulin ist der Oberbegriff für die Inhaltsstoffe, vor allem die ätherischen Öle, die von den Braumeistern benötigt werden. Um die benötigte Menge zu liefern, war 2018 unterm Strich fast die doppelte Menge Hopfendolden nötig.

Die Qualität ist entscheidend

Neben der Sicherheit ist die Qualität wesentlich. Und die des Bieres beginnt bei den Rohstoffen. „Meine Hopfenplantagen sind seit zehn Jahren nicht mit Herbiziden behandelt. Unkraut bekämpfen wir mechanisch“, betont Berthold. Und Leikeim ergänzt, er nutze die hiesigen Rohstoffe vor allem, weil er von deren Qualität überzeugt ist.

Von Jörg Reuter

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