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Altenburg Altenburger Eltern reden Klartext über Lehrermangel und Disziplin-Verstöße
Region Altenburg Altenburger Eltern reden Klartext über Lehrermangel und Disziplin-Verstöße
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05:00 10.01.2017
Sandra Kretschmann und Christian Hoffmann gehören zum Sprechergremium. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Der neugegründete Kreiselternbeirat will dem weiter um sich greifenden Lehrermangel oberste Priorität einräumen. Dringenden Handlungsbedarf sieht das Gremium allerdings auch bei der schwierigen Integration von Flüchtlingskindern und der nicht überall stattfindenden Sozialarbeit an Schulen.

Diese drei Problemfelder würden in der künftigen Arbeit ganz oben rangieren. Das erklärte Christian Hoffmann der OVZ. Er wurde vom Kreiselternbeirat zum Vorsitzenden des Sprechergremiums gewählt. Die Idee eines solchen Beirates entstand auf der ersten Elternkonferenz Ende 2015. Die Elternvertreter hatten sich für eine bessere Vernetzung und einen intensiveren Informationsaustausch ausgesprochen. Daraus entstand schließlich das gewählte sechsköpfige Sprechergremium.

Auch das Thema Lehrermangel wurde bereits auf der zweiten Elternkonferenz im November 2016 detailliert besprochen. So beklagten Anwesende die Schönung der Ausfallstunden-Statistik durch den Begriff selbstständiges Arbeiten sowie das Fehlen von Hortnern vor allem auf dem Land. Die Kommunikation zwischen Schulamt, Schulleitung und Elternvertreter wurde als oft mangelhaft bezeichnet, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Infos gingen verloren oder würden verspätet übermittelt, bei Problemen fühle sich niemand zuständig. Büchersätze in Schulen seien oft überaltert und nicht als Klassensatz vollständig, Toiletten alt oder defekt, Investitionen wenig bedarfsorientiert.

Als zweiten Schwerpunkt benennt Hoffmann Probleme bei der Integration von Flüchtlingskindern. So seien durch Elternvertreter vermehrt eine fehlende Akzeptanz und Respektlosigkeiten gegenüber Lehrerinnen und weiblichen Mitschülern festgestellt worden. Mädchen mit Kopftuch wollten nicht am Sport- oder Schwimmunterricht teilnehmen. Der fehlende Respekt richte sich auch gegen Busfahrerinnen, deren klare Anweisungen, zum Beispiel sich hinzusetzen, missachtet würden. Die Grüppchenbildung unter den Flüchtlingskindern würde das Erlernen der deutschen Sprache erschweren. Gleiches gelte für das Vertrautmachen mit den kulturellen Gegebenheiten.

Der Beirat sprach sich für Treffen mit den Flüchtlingseltern aus, um Berührungsängste abzubauen, für gegenseitige Toleranz zu werben, jedoch auch auf die klare Einhaltung von Regeln zu bestehen. Das betreffe ebenso die Akzeptanz von Lehrerinnen und Busfahrerinnen. Flüchtlingsmädchen müssten am Sport- und Schwimmunterricht teilnehmen, wird im Protokoll gefordert.

Allerdings befindet sich der Beirat erst in der Findungsphase. „Wir haben zwar schon einiges erreicht, stehen jedoch erst am Anfang“, schätzt Sandra Kretschmann, die Vize-Vorsitzende des Sprechergremiums, ein. Nach der begonnenen Vernetzung soll noch in diesem Monat ein erstes Treffen des Beirates stattfinden. Dort soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die sich speziell dem Thema Lehrermangel widmen wird. In der AG wird ausgelotet, was man tun könne, mit wem Gespräche geführt und wie man auf die Problematik aufmerksam machen könne, sagt Kretschmann.

Sie und Christian Hofmann setzen darauf, dass das Sprechergremium letztendlich mehr Einfluss nehmen kann als einzelne Elternsprecher. Die Lösungsvorschläge würden gebündelt und an den entscheidenden Stellen angesprochen, kündigen beide an.

Der Beirat versteht sich allerdings auch als Bindeglied zwischen den Schulvertretern und den beiden Schulträgern, dem Landkreis und der Stadt Altenburg. Hierbei geht es nicht allein um den Zustand der Gebäude, sondern vor allem um die anstehende Diskussion der neuen Schulnetzpläne. Dabei sei man sich einig, möglichst auch die kleinen Schulen zu erhalten und sich für kurze Schulwege einzusetzen.

Von Jens Rosenkranz

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