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Altenburg Altenburger Feuerwehr-Depot hat seit August 2017 keinen TÜV mehr
Region Altenburg Altenburger Feuerwehr-Depot hat seit August 2017 keinen TÜV mehr
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09:12 10.06.2019
Die Fahrzeughalle der Feuerwehr Altenburg, hier kurz nach der Einweihung 2012, weist erhebliche Mängel auf. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die Probleme im Feuerwehr-Depot Altenburg sind gravierender als bislang bekannt. So nahm der TÜV Thüringen die Fahrzeug- und Waschhalle im August 2017 unter die Lupe und stellte erhebliche technische Mängel fest, die bis zum 30. Mai 2018 zu beseitigen waren. Diese Auflage wurde bislang missachtet – obwohl der TÜV ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass das Depot nicht den wasserrechtlichen Vorschriften genügt und die Stadtverwaltung Altenburg als Betreiber der Anlage zur Mängelbeseitigung verpflichtet ist.

TÜV-Berichte seit Langem bekannt

Dieser TÜV-Bericht liegt seit Monaten mindestens zwei Fachbereichen im Landratsamt und ebenso den Referaten Recht sowie Hoch- und Tiefbau in der Stadtverwaltung vor – und auch der OVZ.

Konkret wird darin angemerkt, dass das Kanalsystem in der Halle undicht ist, ebenso der Einlauf auf dem Waschplatz. Dort kann die Rohrleitung im Auslauf nicht abgesperrt werden, weil dieser Ablauf nicht normgerecht gebaut worden ist, heißt es. Wegen der nur gepflasterten Halle können abtropfendes Wasser oder Öle nicht in die Abflussrinnen gelangen. Auch der Abstand zwischen dem Pflaster und Rinnen sei viel zu groß.

Bodenschädigung droht

Wegen der ins Pflaster eindringenden Flüssigkeiten und einer befürchteten Bodenschädigung hatte das Landratsamt die Stadtverwaltung aufgefordert, die Schäden bis Ende Juni zu beseitigen und die Ursachen abzustellen (OVZ berichtete).

Schwerwiegende Probleme wurden auch in der Waschhalle festgestellt, die mittlerweile gesperrt ist. Die dort verbauten Bohlen sollten ebenso bis Mai 2018 zumindest im Bereich der Treppe auf mindestens einen Meter entfernt und durch Gitter ersetzt werden.

Bohlen in der Waschhalle nicht stark genug

Auch andere außer dem TÜV hinzugezogene Fachleute haben mittlerweile vor der Waschhalle gewarnt. So sollen die Bohlen über der Wartungsgrube für die Belastung durch Fahrzeuge nicht ausreichend dimensioniert sein. Das Fahren von LKW auf die Grube sei zwar möglich, nicht aber von Kleintransportern, da diese einseitig auf den Bohlen stehen, die für diese Belastung jedoch nicht stark genug sind.

Festgestellt wurde ebenso, dass beim Bau des gepflasterten Hallenbodens Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nicht eingehalten wurden. Die Unebenheiten und zentimetertiefen Rillen, die vom ständigen Abrollen von Containern herrühren, gelten als Stolperstellen im Sinne des Arbeitsschutzes.

Bodenplatte wäre besser gewesen

Alle Experten kommen wegen des undichten und mittlerweile auch beschädigten Pflasters zu dem Schluss, dass der Bau einer Bodenplatte in der Halle mehr als angebracht gewesen wäre.

Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU) wurde von der OVZ um eine Stellungnahme zum fehlenden TÜV gebeten. In seiner Antwort beruft er sich auf die Fristverlängerung durch das Landratsamt, wonach die Probleme bis Ende Juni dieses Jahres abzustellen sind. Die gleiche Antwort liefert der OB auf die Frage, warum die TÜV-Auflagen nicht erfüllt und die gravierenden Mängel bis Ende Mai 2018 nicht beseitigt wurden.

OB beantragt weitere Fristverlängerung

Die Mehrzahl der Mängel würden nun „voraussichtlich bis zum 30. Juni 2019 behoben sein“, erklärt Neumann. Die undichten Rohre befänden sich schrittweise in der Abarbeitung. Damit könnte man bis zum 30. Juni fertig sein. Versichern könne das der OB freilich nicht, weshalb vorsorglich eine nochmalige Fristverlängerung beim Landratsamt bis zum 30. September beantragt wurde. Mit solchen Aufschüben hat das Altenburger Rathaus Übung. Denn schon der erste vom Landratsamt gestellte Termin – Ende Dezember 2018 – wurde nicht eingehalten. Altenburg bat damals das erste Mal um Verlängerung.

Geschätzte Kosten betragen 45 000 Euro

Bis Ende Juni soll den Worten von Neumann zufolge auch die Waschhalle wieder nutzbar sein – allerdings nur für LKW. Die geschätzten Kosten für alle Arbeiten betragen 45 000 Euro, die im Haushalt stünden. Den Bau einer Bodenplatte, so wie dies auch das Landratamt der Stadtverwaltung dringend nahegelegt hatte, wird es nicht geben. Das hatte André Neumann bereits Mitte April ausgeschlossen.

Von Jens Rosenkranz

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