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Altenburg Altenburger Geschichtsverein erinnert an Hasag-Opfer
Region Altenburg Altenburger Geschichtsverein erinnert an Hasag-Opfer
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19:42 12.04.2019
Der Vorsitzende des Altenburger Geschichtsvereins, Wolfgang Böhm, zeigt auf die Baracke, in der Zwangsarbeiter der Hasag untergebracht waren. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Vor 74 Jahren, am 12. April 1945, wurden die Häftlinge des Altenburger Außenlagers des KZ Buchenwald auf einen „Todesmarsch“ geschickt. 2600 größtenteils weibliche Häftlinge, die zuvor in der hiesigen Zweigstelle des Rüstungskonzern Hasag Munition herstellen mussten, sollten kurz vor dem Eintreffen der Alliierten nach Theresienstadt laufen, um in den dortigen Produktionsstätten weiterzuarbeiten.

Ein Zeitzeuge erinnert sich

Um an dieses Ereignis und an die Ausbeutung der vielen Tausend Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs zu erinnern, lud der Altenburger Geschichtsverein am Freitag zu einer Gedenkveranstaltung auf das ehemalige Hasag-Firmengelände in der Poststraße. Unter den Gästen war mit Manfred Böhme ein Zeitzeuge der schrecklichen Zustände in Altenburg: Der heute 90-Jährige arbeitete von 1942 bis 1945 bei der Hasag und absolvierte eine Lehre als Werkzeugmacher. Er erinnerte sich an die gestreifte Kleidung der Häftlinge und wie schwer sie arbeiten mussten. „Zwölf Stunden am Stück unter Bewachung von SS-Frauen, die Schläge an alle verteilten, die sich nur kurz ausruhten“, ließ er verlesen. „Ich habe nicht vergessen, was damals war“, so Böhme, der im Seniorenheim Schlossblick wohnt.

Landrat Uwe Melzer (CDU) und Altenburgs Bürgermeister Frank Rosenfeld (SPD) legten Kränze unter die Gedenkplakette für die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, die für die Hasag arbeiten mussten. Quelle: Mario Jahn

Geschichtsverein möchte Baracke erhalten

Anschließend führte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Böhm die rund 20 Besucher, darunter Landrat Uwe Melzer (CDU) sowie Altenburgs Bürgermeister Frank Rosenfeld (SPD), über das ehemalige Hasag-Gelände und erläuterte, wo sich die ehemaligen Werkhallen und Unterkünfte für KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter einst befanden. Nur eine einzige Baracke steht noch: eine dunkle Holzhütte, die Nummer 14 noch schwach an der Außenwand erkennbar, eingehegt von einem grünen Zaun. Der Geschichtsverein will sich dafür einsetzen, dass die ehemalige Behausung für Zwangsarbeiter erhalten bleibt. „Nicht als umfangreiches Museum, sondern als Erinnerungsort mit ausgewählten Exponaten“, verkündete Wolfgang Böhm zum Abschluss des Rundgangs.

Von Maximilian König

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