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Altenburg Altenburger Imker und die Landwirte der Agrar T&P Mockzig pflanzen Bienenweide
Region Altenburg Altenburger Imker und die Landwirte der Agrar T&P Mockzig pflanzen Bienenweide
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06:06 13.11.2018
Die Mitglieder des Bienenzüchtervereins Altenburg 1853 und Agrar T&P GmbH Mockzig pflanzen eine Bienenweide
Die Mitglieder des Bienenzüchtervereins Altenburg 1853 und Agrar T&P GmbH Mockzig pflanzen eine Bienenweide Quelle: privat
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Mockzig

Graue kahle Fassaden sind nicht nur für Menschen wenig attraktiv, sie bieten für Tiere auch keine Lebensräume. Ganz anders sind da etwa mit Efeu überzogene Wände. „Es ist immer gut, etwas für die Biodiversität zu tun“, findet Doreen Rath, Geschäftsführerin der Agrar T&P Mockzig. Insofern war sie gleich Feuer und Flamme für die Idee, eine Bienenweide am Betriebsstandort in Mockzig zu pflanzen. Den Anstoß dazu gab Imker Jörg Kipping. „Ich möchte dort zukünftig Bienenstöcke aufstellen. Dafür ist ein Wetter- und Sichtschutz günstig“, so das Mitglied des Bienenzüchtervereins Altenburg 1853.

Pflanze ist nicht gleich Trachtpflanze

Natürlich bietet sich dafür an, etwas anzupflanzen, weil so die Insekten vor der eigenen „Haustür“ etwas zu fressen finden können. „Ich hatte da an Flieder, Forsythie und dergleichen gedacht und vorgeschlagen: Wir stellen das Land zur Verfügung und kümmern uns um die Pflanzen sowie um Essen und Trinken für nach dem Arbeitseinsatz. Im Gegenzug packen am Sonnabend die Vereinsmitglieder beim Setzen kräftig mit an“, so Rath. Offensichtlich ein guter Gedanke, der von den Imkern begeistert angenommen wurde – immerhin kamen von den 25 im Verein Organisierten 15 zur Pflanzaktion.

Nur über die Pflanzenauswahl mussten Imker und Landwirte im Vorfeld noch einmal sprechen. Denn die Gehölze, an die Rath gedacht hatte, sind keine guten Trachtpflanzen, wie die Imker sagen. Sie verstehen unter Tracht das Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau, das die Honigbienen sammeln. Schlehdorn, Ahorn, Tausendblütenstrauch, Obstbäume oder auch Efeu eigen sich da schon viel mehr, hieß es von den Fachleuten. „Und dazu wollten wir gern, dass vom Frühjahr bis in den Herbst etwas blüht“, sagt Kipping.

25 Meter Hecke für Insekten und Vögel

Fast 50 Pflanzen, für immerhin für rund 1200 Euro, besorgte Raths Betrieb daraufhin, um sie jetzt am Wochenende in die Erde zu bringen. Die Flächen – Rath nennt sie mit Augenzwinkern „Eh-Da-Flächen“, weil die eh da sind – gab’s rund um eine Halle in Mockern dazu. In einigen Monaten beziehungsweise Jahren finden dann nicht nur die Honigbienen von Jörg Kipping an der dann mit Efeu zugewachsen Hallenfassade, in der 25 Meter langen Hecke oder in den neuen Obstbäumen Nahrung und Unterschlupf, sondern auch Wildbiene, Falter und Vögel finden dort einen Lebensraum und Nahrung, was den Initiatoren ebenfalls sehr wichtig ist.

Derweil spielte die Frage der Bestäubung der Feldfrüchte eine Nebenrolle. „Wir sind eigentlich nur beim Raps auf Insekten angewiesen“, so Raht, denn Getreide vermehren sich über Windbestäubung.

Von Jörg Reuter