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Altenburg In Altenburg geboren: Künstlerin Edith Altman gestorben
Region Altenburg

Altenburger Künstlerin Edith Altman gestorben

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16:26 22.10.2020
2003 war Edith Altman mit ihrer Retrospektive „Six Million Almonds“ in Altenburg. Quelle: Jens Paul Taubert
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Altenburg/Chicago

Die in Altenburg geborene Künstlerin Edith Altman ist am vergangenen Montag im Alter von 89 Jahren gestorben. Altman, die seit ihrem neunten Lebensjahr in den USA lebte, hatte sich in ihren Gemälden und anderen Werken vor allem mit der nationalsozialistischen Geschichte Deutschlands und ihrer eigenen jüdischen Herkunft beschäftigt.

Aus Deutschland geflohen

Altman wurde am 23. Mai 1931 als Edith Hittmann in Altenburg geboren und verbrachte die ersten Jahre ihres Lebens gemeinsam mit ihrer Familie in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße (damals Friedrichstraße). Ihr Vater Abraham Markus Hittmann, der den „Mortko Ledervertrieb“ in der Stadt betrieb, wurde im Zuge der Pogromnacht 1938 von den Nationalsozialisten inhaftiert und zeitweise im Konzentrationslager Buchenwald gefangen gehalten.

Wie alle Menschen jüdischer Herkunft litt auch die Familie Hittmann unter der Unterdrückung durch das Nazi-Regime, etwa dem Verbot des öffentlichen Schulbesuchs oder Ausgangssperren, bis Abraham Markus im Mai 1939 schließlich in die USA flüchten konnte. Drei Monate später verließen auch Edith, ihre Mutter Rosa und ihr Bruder Fred das Land und kehrten mehr als 60 Jahre lang nicht zurück.

Biografie beeinflusste Werk

Ihre persönlichen Erfahrungen ließ die Künstlerin zeit ihres Schaffens in viele ihrer Gemälde und anderen Werke einfließen. 2003 kehrte Altman für ihre Retrospektive „Six Million Almonds“ in ihre Geburtsstadt zurück und stellte einige der Werke aus ihrer künstlerischen Laufbahn im Lindenau-Museum aus. Auch 2017 gab es im Museum eine Hommage an die Künstlerin. Altmans Werk reicht von Zeichnungen und Gemälden über Holzskulpturen bis hin zu Kunstinstallationen und Aktionen wie „Six Million Almonds“ (deutsch: Sechs Millionen Mandeln“), die symbolhaft für die Opfer des Holocausts standen.

Von Robin Knies