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Altenburg Altenburger Land ruft Migrationsbeirat ins Leben
Region Altenburg Altenburger Land ruft Migrationsbeirat ins Leben
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06:00 06.01.2016
Ivy Bieber Quelle: Foto: Jörg Reuter
Altenburg

Im Altenburger Land gibt es eine große Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Doch diese werde momentan ziemlich unkoordiniert geleistet, analysiert Ivy Bieber. Die hauptamtliche Beauftragte für Migration und Integration im Landkreis gehört in dieser Funktion dem Ende vergangenen Jahres gegründeten Migrationsbeirat an. Eine Aufgabe des Gremiums bestehe darin, die Hilfestellungen besser miteinander zu vernetzen, so Bieber weiter. Im Endeeffekt soll so die Integration besser gelingen, sollen die Flüchtlinge zum Bleiben im Landkreis animiert werden.

Laut Bieber sind im Kreis zwischen 40 und 60 Bürger ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig. Diese, zu denen übrigens auch Bieber gehört, stehen den Immigranten bei allen möglichen Alltagsfragen zur Seite. Aber sie agieren meist unterm Dach unterschiedlicher Vereine, Organisationen oder Institutionen. Was fehlt, ist eine zentrale Stelle, wo Informationen gebündelt vorliegen und an die sich die Akteure wenden können. Diese Lücke will und soll der Migrationsbeirat schließen.

„Unser spezielles Augenmerk liegt, ohne die anderen zu vergessen, auf den Flüchtlingen, die bereits eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben“, erläutert Bieber. Beispielsweise seien 2015 nur sieben Flüchtlinge mit Aufenthaltsgenehmigung im Kreis geblieben, was bedauerlich sei, so Bieber. Denn die Asylbewerber könnten nicht nur dem Bevölkerungsrückgang entgegenwirken, sie stellten auch eine Bereicherung der Kultur hierzulande dar. Um die Leute aber zu halten, bräuchten sie Hilfe bei der Arbeitssuche, ebenso wenn es um Wohnungen oder Kindergarten- beziehungsweise Schul- und Ausbildungsplätze geht.

Der Migrationsbeirat ist keine Behörde, er ist ein Gremium, das den Kreistag in grundsätzlichen Fragen der Arbeit für Bürger mit Migrationshintergrund berät und dabei als Interessenvertreter der Migranten auftritt. Dementsprechend ist der 16-köpfige ehrenamtlich wirkende Beirat zusammengesetzt. Den Vorsitz hat Landrätin Michaele Sojka (Linke) inne. Neben Bieber, als zweite Vertreterin des Landratsamtes, gehören ihm auch vier Kreistagsmitglieder, ebenso viele Flüchtlinge und vier Vertreter der freien Träger der Migrationsarbeit, wie Caritas, Diakonie und Euroschule, an.

Seine konstituierende Sitzung hatte der Rat im November. Vier- bis fünfmal im Jahr soll die Gruppe zusammenkommen. Das nächste Treffen ist für März geplant. Dann und bis dahin soll unter anderem erörtert werden, welche Probleme es gibt. Bieber: „Uns geht es um die Akzeptanz der Ausländer und ein vernünftiges miteinander Leben.“

Von Jörg Reuter

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