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Altenburg Altenburger Land verscherbelt kaputtes Feuerwehrauto nach Polen
Region Altenburg Altenburger Land verscherbelt kaputtes Feuerwehrauto nach Polen
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06:18 05.04.2019
Das bei einem Unfall stark beschädigte Löschfahrzeug der Großstöbnitzer Feuerwehr verkauft der Landkreis als Eigentümer nun an eine polnische Firma. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Es waren dramatische Szenen, die sich am 27. Juli des Vorjahres auf dem Autobahnzubringer nahe Schmölln abspielten. An jenem Freitag hatte es auf der A4 kurz vor der Raststätte Altenburger Land einen Gefahrgut-Unfall gegeben. Auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Großstöbnitz wurden hinzugerufen, um zu helfen – und brauchten dann selbst Hilfe. Denn als sie sich auf dem Weg zum Unglücksort befanden, scherte plötzlich ein LKW aus dem Rückstau aus und kollidierte mit dem heranrauschenden Tanklöschfahrzeug. Dabei verletzten sich drei Kameraden leicht. Ein Wunder, dass nicht mehr passierte. Denn das Fahrerhaus wurde durch die Wucht des Aufpralls fast vollständig zerstört.

Fahrzeug mit wirtschaftlichem Totalschaden

Gut acht Monate später zog der Kreistag des Altenburger Landes am Mittwoch nun einen Schlussstrich unter dieses Kapitel. Einstimmig beschlossen die Kreisräte, dass das stark beschädigte Feuerwehrauto TLF 3000 mitsamt aller fest verbauten Teile verkauft wird. Demnach geht es für 54 700 Euro an eine polnische Firma, die das Höchstangebot abgegeben hat. Eine Reparatur des gut drei Jahre zuvor vom Landkreis für 175 000 Euro gekauften Einsatzfahrzeugs lohnte laut Gutachten nicht mehr – wirtschaftlicher Totalschaden. Wie bei einem privaten Schadensausgleich zieht die Versicherung der Kreisverwaltung die Restwertsumme vom Wiederbeschaffungswert ab und zahlt damit noch 120 300 Euro.

Kreis muss 50.000 Euro Förderung zurückzahlen

Ganz zu Ende ist die Geschichte damit aber noch nicht. Wie der zuständige Fachbereichsleiter des Landratsamts, Ronny Thieme, auf Nachfrage von Kreisrat Marcel Greunke (CDU) erklärte, müsse der Kreis für das kaputte Fahrzeug Fördermittel zurückzahlen. 50 000 Euro werden deswegen fällig, weil der Zuschuss des Landes zweckgebunden war und die damit verbundene Frist für den Besitz des Tanklöschfahrzeugs noch lief.

Geld fehlt für Ersatzauto

„Für solche Fälle haben wir kein Geld im Haushalt eingeplant“, sagte Thieme auf Greunkes Frage, ob es nun Ersatz für das dringend benötigte Fahrzeug gebe. Deswegen und wegen weiterer geplanter Anschaffungen von Feuerwehrtechnik in den nächsten Jahren könne man frühestens 2023/24 ein neues kaufen. „Parallel dazu prüfen wir aber die Anschaffung eines gebrauchten Ersatzfahrzeuges.“ Auch wenn man wegen der Fördermittelrückzahlung dafür nur noch etwa 125 000 Euro ausgeben könne, rechne er damit, dass man einen adäquaten Ersatz bekomme.

„Fördermittel zurückzahlen tut weh“, sagte der Vorsitzende des Kreistags, Christian Gumprecht (CDU), dazu. „Das mag manchem unfair vorkommen“, ergänzte Thieme. „Aber für das neue Fahrzeug werden wir 2024 wahrscheinlich wieder neue Fördermittel in dieser Höhe bekommen.“

Von Thomas Haegeler

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