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Altenburg Altenburger Lindenau-Museum: Kulturrat und Museumsverband sind besorgt
Region Altenburg Altenburger Lindenau-Museum: Kulturrat und Museumsverband sind besorgt
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15:29 08.01.2016
Muss ihren Hut nehmen: Julia M. Nauhaus, die Direktorin des Altenburger Lindenau-Museums.
Muss ihren Hut nehmen: Julia M. Nauhaus, die Direktorin des Altenburger Lindenau-Museums. Quelle: Jens Paul Taubert
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Altenburg

Im Streit um das Lindenau-Museum sorgen sich Museumsverband und Kulturrat um das Ansehen des Hauses. „Wir bedauern die momentane Situation“, sagte der Vizepräsident des Kulturrates Thüringen, Lutz Unbehaun, am Freitag. Die Äußerungen aus dem Landratsamt, das künftig nicht mehr mit Direktorin Julia M. Nauhaus zusammenarbeiten will, seien nicht schlüssig. „Ich habe sie als versierte Kollegin mit vielen Ideen kennengelernt, die für das Museum viel bewegt hat“, sagte Unbehaun.

Für die 40-Jährige, deren Vertrag noch bis Sommer läuft, will das Landratsamt einen Nachfolger suchen und baut dabei auf Unterstützung der Staatskanzlei.

Neben dieser Personalie gibt es auch Streit um das künftige Konzept des Gerhard-Altenbourg-Preises, einem der wichtigsten Thüringer Kunstpreise. Fünf Mitglieder des Kuratoriums hatten diese Woche aus Protest ihren Austritt erklärt. Ob es 2016 - dem Jahr des 90. Geburtstages von Gerhard Altenbourg - überhaupt einen Preisträger gibt, ist unklar. Die ursprünglich auserkorene Künstlerin hat den Preis ausgeschlagen - wegen der aktuellen Querelen, wie es aus Kuratoriumskreisen hieß.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) forderte, rasch Klarheit zu schaffen und zu verhindern, dass es am Lindenau-Museum zu einer langwierigen Führungskrise kommt. Er gehört ebenfalls dem Kuratorium an. Er bedaure, dass Nauhaus‘ Vertrag nicht verlängert worden sei, „weil es aus meiner Sicht nichts Negatives gibt“, sagte Wolf der „Osterländer Volkszeitung“ (Freitag).

Sorgen bereitet die Krise an dem für seine Kunstschätze bekannten Museum auch dem Thüringer Museumsverband. Der Verband bedauere die von Landrätin Michaele Sojka (Linke) getroffene Personalentscheidung, erklärte Geschäftsführer Holger Nowak auf Facebook. „Es ist legitim, dass eine Landrätin solche Personalentscheidungen trifft. Es ist aber auch üblich, solche Personalentscheidungen in den dafür existierenden politischen Gremien zu besprechen und zu treffen.“

Von LVZ