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Altenburg Altenburger Museumsnacht lockt seit 20 Jahren die Besucher
Region Altenburg Altenburger Museumsnacht lockt seit 20 Jahren die Besucher
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10:33 11.05.2019
Volles Haus wie hier mit Bernhard Stengele zur 14. Altenburger Museumsnacht 2013 im Lindenau-Museum gab es häufig in der 20-jährigen Geschichte der Veranstaltung. Quelle: Jens Paul Taubert
Altenburg

Nein, gibt Mike Jessat schmunzelnd zu, langweilig sei es im Laufe der Jahre bei der Altenburger Museumsnacht eigentlich nie geworden. Und der Chef des Mauritianums muss es wissen, hat er doch jede der bisher 19 Auflagen hautnah miterlebt – mit einigen Tiefen aber vor allem vielen Höhepunkten.

Drei A’s im Mauritianum

„In unserem Haus sind mir vor allem die drei ,A’s’ in Erinnerung geblieben“, erzählt er. Gemeint sind damit insgesamt drei Sonderausstellungen zu Afrika, Afghanistan und Australien, die jeweils mit einem besonderen Programmpunkt zur Museumsnacht gewürdigt wurden. So gab es passend zum Thema etwa ein afrikanisches Dorf vor dem Naturkundemuseum zu erleben, wurde ein Nomadenzelt errichtet oder zum gemeinsamen Didgeridoo-Spielen geladen. „Das kam jeweils sehr gut an. Die Sehnsucht nach der Ferne, dem Unbekannten und Exotischen zieht eigentlich immer“, spricht der Museumsleiter aus Erfahrung.

Im Mauritianum lehrte Berndt-Michael Rassenberg 2016 den Kindern das Didgeridoo-Spielen. Quelle: Nicole Rathge-Scholz

Auch Katastrophen werfen nicht zurück

Zwar hat sich im Laufe der Jahre Gesicht und Umfang der Museumsnacht des Öfteren gewandelt – zwischenzeitlich waren etwa auch das Theater, Staats- und Stadtarchiv, das Brauereimuseum und Burg Posterstein im Boot – im Kern habe sich die Veranstaltung jedoch stets auf ihre Stärken besonnen. „Durch das Dreieck im Schlosspark ist alles auf kleinem Raum konzentriert, es gibt kurze Wege, das lockt mehr Besucher an“, weiß Jessat. Damit könne man auch im Verhältnis zu deutlich größeren Events wie etwa in Leipzig bestehen.

Zur 12. Museumsnacht öffnete die Churfürstlich Königliche Barockbühne Sachsen im Schlossmuseum ein Fenster in die Vergangenheit. Quelle: Jens Paul Taubert

Daran konnte auch ein „Katastrophenjahr“ wie 2015 nichts ändern. Kurz vor der Eröffnung der damaligen Museumsnacht sorgte ein massiver Platzregen für turbulente Zustände. „Uns lief das Wasser in den Keller und wurde durch Fenster gedrückt“, weißt Mike Jessat noch heute genau. „Wir hatten Glück, dass wir wegen der Veranstaltung da waren.“ Am Ende griffen viele helfende Hände ineinander, sogar Besucher halfen, den Keller zu trocknen, erinnert er sich.

Besondere Einblicke im Lindenau-Museum

Auch im Lindenau-Museum erinnert man sich gut an regenreiche Abende. „Wir mussten deshalb etwa 2013 ein geplantes Trommel-Event nach drinnen verlegen“, so Angelika Forster. Trotz mancher Widrigkeiten, so die Museumspädagogin, könne das Konzept Museumsnacht als Erfolgsgeschichte gewertet werden. „Zum Auftakt wurden wir von beinahe 5000 Besuchern regelrecht überrannt, inzwischen haben sich die Zahlen immer noch bei gut 1500 pro Auflage eingepegelt.“ Angesichts der Einwohnerzahl der Skatstadt ein ordentlicher Schnitt.

Da kam selbst der Stadtchef ins Schwitzen: Zur 18. Museumsnacht musste der damalige Oberbürgermeister Michael Wolf eine Runde ums Lindenau-Museum drehen, um seine Fähigkeiten als Pharaoh zu beweisen. Quelle: Jens Paul Taubert

Und die, ist sich Forster sicher, wüssten insbesondere das seit jeher breite Angebot, nicht zuletzt in ihrem Haus, zu schätzen. Egal, ob eine Biennale für junge Kunst 2004, ein seltener Blick in die Depots 2001 oder die beliebten „Lieder zur Nacht“, zu denen verschiedenste Künstler spätabends im Museum aufspielten – der Zuspruch war und ist groß. Dazu trage, so Forster, sicher auch bei, dass man stets bemüht sei, eine oder mehrere Ausstellungseröffnungen pro Nacht anzubieten.

Eventcharakter auf dem Residenzschloss

Daneben trage auch der gezielt herausgearbeitete Eventcharakter zum Erfolg der Veranstaltung bei, „immer mit Ziel eines zusätzlichen Erkenntnisgewinns“, so Gabriele Heinicke vom Schlossmuseum. Zu erleben gab es gerade in der ehemaligen herzoglichen Residenz über die Jahre so manches. So weiteten sich 2014 nicht wenige Zuschaueraugen beim Anblick filigran gearbeiteter Skulpturen im Jülicher Zuckerbankett.

Hoher Besuch zur 14. Museumsnacht im Residenzschloss. Dort schaute Kaiser Barbarossa (Uwe Widicke, 2.v.r.) mitsamt Gefolge vorbei. Quelle: Jens Paul Taubert

Und auch die immer wieder organisierten „Besuche“ historischer Persönlichkeiten – vom Herzog bis zu Kaiser Barbarossa – sorgten über de Jahre für Staunen bei den Besuchern. Selbst die Museumsmitarbeiter selbst werden immer wieder zu Akteuren – wenn auch mitunter unfreiwillig. Als etwa die Tanzschule Schaller im Festsaal einige Tänze darbot, lud man anschließend Besucher zum Mittanzen ein – und sorgte so dafür, dass auch Museumspädagogin Heinicke übers Parkett wirbelte.

Die 20. Museumsnacht steigt am 18. Mai ab 18.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 8/6 Euro, bis 18 Jahre frei.

Von Bastian Fischer

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