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Altenburg Altenburger Restauratoren-Praktikanten präsentieren Konsoltische
Region Altenburg Altenburger Restauratoren-Praktikanten präsentieren Konsoltische
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13:06 01.09.2019
Leonard Fritsch, Celina Zenker, Kim Loser und Johanna Skrotzki (v.l.) konnten die restaurierten Konsoltische präsentieren. Quelle: Foto: Bastian Fischer
Altenburg

Nein, spektakulär sieht tatsächlich anders aus. Wer am Freitagmittag in der Restaurierungswerkstatt des Residenzschlosses den ganz großen Bahnhof erwartet hatte, wurde enttäuscht. Schaute man allerdings in die Gesichter der Anwesenden, war schnell klar: Freude über das Erreichte war definitiv gegeben. Zufriedene Blicke und sanftes Lächeln gab es reihum mehr als genug.

Zwölf Monate intensive Einblicke

Und die waren allemal gerechtfertigt, wurden doch nicht nur die Teilnehmer des nunmehr abgelaufenen „Altenburger Praxisjahres für Kulturgut- und Denkmalrestaurierung“ verabschiedet, sondern auch einige Ergebnisse der Arbeit der vier Nachwuchsrestauratoren präsentiert. Feinsäuberlich aufgebahrt konnten insgesamt drei umfassend restaurierte Konsoltische in Augenschein genommen werden.

Über die vergangenen zwölf Monate, umriss Restaurator Johannes Schaefer, haben die vier jungen Leute in ziemlich jeden Bereich des umfangreichen Berufsbildes Einblick erhalten. „Und immer, wenn Zeit war, haben sie an eben diesen Tischen gearbeitet“, erklärte er. Gut und gerne 50 Arbeitstage, so die Schätzung, seien über das Jahr in die Möbelstücke geflossen.

Um Fehlstellen zu schließen musste auch nachvergoldet werden. Quelle: Bastian Fischer

Umfassendes Projekt

Ein Zeitaufwand, der auch nötig war, zieht man in Betracht, welche Arbeiten durchgeführt wurden. „Wir haben die Tische vom Anfang unseres Praktikums an begleitet“, berichtet Praxisjahr-Teilnehmer Leonard Fritsch. Nachdem die Stücke aus dem Depot des Schlosses geholt worden waren, galt es zunächst, sich einen Überblick über deren Zustand zu verschaffen. „Das bedeutete, eine umfassende Schadensaufnahme zu machen, wozu die Tische erst einmal gereinigt werden mussten. Über die Zeit waren sie verschiedensten Umwelteinflüssen ausgesetzt.“

Anschließend ging es an die Schadensaufnahme und -analyse, wurde die Historie der Stücke recherchiert und schließlich mit der Restauration begonnen. „Es gab viele Fehlstellen, die geschlossen werden mussten. Ziel war es, wieder eine einheitliche Oberfläche herzustellen und dazu auch – wo nötig – nachzuvergolden“, erläutert Fritsch die einzelnen Schritte.

Neumodellierung und Rekonstruktionen

Dabei legte jeder Praktikant mit Hand an. „Ich habe etwa zahlreiche Teile meines Tisches neu modelliert“, kann Celina Zenker berichten. Eine anspruchsvolle Arbeit, die die 20-Jährige jedoch gut gelöst habe, freut sich Johannes Schaefer. Auch Kim Loser und Johanna Skrotzki trugen ihren Teil dazu bei, rekonstruierten einen beschädigten Standfuß und kümmerten sich um die teils arg in Mitleidenschaft gezogenen Verzierungen.

So schuf jeder der vier seine ganz eigene kleine Abschlussarbeit. „Natürlich haben alle auch regelmäßig in unseren Werkstätten gearbeitet. Uns war jedoch wichtig, nicht nur Schlaglichter auf einzelne Arbeitsbereiche zu werfen, sondern einmal eine komplette Restauration durchzuführen. Und das ist uns auch gelungen“, freut sich Johannes Schaefer.

Teile der Verzierungen mussten aufwendig nachmodelliert werden. Quelle: Bastian Fischer

Neuer Jahrgang steht in Startlöchern

Perspektivisch sollen die Tische wieder ihren Platz in den herzoglichen Gemächern einnehmen. „Sie waren einmal Teil des Spiegelsalons“, weiß Schlossmuseums-Chef Uwe Strömsdörfer. Dort könnten sie dann zusammen mit den zugehörigen Spiegeln zu sehen sein. Diese haben die Verantwortlichen bereits als Projekt für den kommenden Praktikums-Jahrgang ins Auge gefasst, der ab Montag in Altenburg startet. Aus über 20 Bewerbern wurden erneut vier Teilnehmer ausgewählt. „Das spricht für die Attraktivität des Angebots“, freut sich Strömsdörfer.

Für die aktuellen Absolventen geht es nun an anderer Stelle weiter. Während Celina Zenker und Kim Loser andernorts ein weiteres Praktikum absolvieren wollen, steht für Johanna Skrotzki und Leonard Fritsch das Studium vor der Tür. Auch wenn sich ihre Wege künftig trennen: Die Zeit in Altenburg, das betonen alle vier unisono, werden sie immer in guter Erinnerung behalten.

Von Bastian Fischer

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