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Altenburg Altenburger Sportler engagieren sich im Kinderschutz
Region Altenburg Altenburger Sportler engagieren sich im Kinderschutz
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17:59 30.10.2017
Der Kreissportbund bindet auch die Jüngsten frühzeitig ein, kooperiert dafür mit Kitas. Quelle: Mario Jahn
Nobitz

Wie schafft es der Sport, Kinder fürs Leben stark zu machen? Das war ein Schwerpunktthema bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Kreissportbundes (KSB) in Nobitz. Die im Sommer vorgestellte Suchtstudie, wonach ein Viertel der 16-Jährigen im Altenburger Land Cannabis konsumiert und sechs Prozent der Jugendlichen Crystal Meth zu sich nehmen, habe den KSB alarmiert, sagte der Vorsitzende Hendrik Baum. „Diese Entwicklung steht konträr zu unseren sportlichen Aktivitäten.“ Die Sportvereine stünden mehr denn je in der Verantwortung – auch angesichts des verbreiteten Ausfalls von Schulsportstunden.

Immerhin: Der Kinder- und Jugendsport hat im Landkreis eine gute Kondition. Und ist – verglichen mit anderen Thüringer Regionen – sogar Spitzenreiter. „Im Altenburger Land sind 47 Prozent der Kinder bis sechs Jahre in einem Sportverein organisiert, bei den bis 14-Jährigen sind es 48 Prozent. Das bedeutet ein Spitzenniveau im Freistaat“, bilanzierte Baum. Herausragend sei auch, dass allein im vergangenen Schuljahr 41 Kooperationen zwischen Schulen beziehungsweise Kindertagesstätten und Sportvereinen bestanden. „45 von 56 Kindergärten haben an unseren Kita-Sportfesten teilgenommen, und bei den KSB-Sportabzeichentagen ist ein weiterer hinzugekommen.“ Neben Altenburg und Schmölln soll die Großveranstaltung künftig im Wechsel auch in Nobitz und Meuselwitz stattfinden. Nicht zu vergessen die Wiederbelebung der Kinder- und Jugendspiele in diesem Jahr.

Trotzdem gebe es immer wieder neue Herausforderungen. Etwa durch die Integration von Flüchtlingen in Vereinen. Oder eben wegen des großen Themas Drogenkonsum. Der Aspekt Prävention erlange wachsende Bedeutung, stellte der KSB-Vorsitzende fest. Und ist stolz, dass bei der neuen Präventionsoffensive des Landessportbundes (LSB) ein Verein aus dem Landkreis ganz vorn steht. LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt zeichnete im Zuge der KSB-Versammlung den SV Lerchenberg aus, überreichte das Siegel „Sportverein aktiv im Kinderschutz“. Das zweite in ganz Thüringen. „Das Siegel ist noch jung. Es wurde zuvor nur dem Thüringer Fußballverband verliehen“, sagte Beilschmidt. „Wegen wiederkehrender Vorfälle von Gewalt gegen Kinder, auch sexualisierter Gewalt, haben wir uns zu diesem Siegel entschlossen. Vereine werden damit zu Vorbildern und zeigen, dass Kinder dort in guten Händen sind. Diverse Kriterien sind dafür zu erfüllen. „Beispielsweise müssen bei uns Übungsleiter aller vier Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen“, schilderte Florian Voos, Jugendwart des SV Lerchenberg. Auch für Eltern und die Kinder selbst gibt es klare Regeln zur Verhinderung verbaler oder körperlicher Übergriffe. Außerdem wird nicht weggeschaut, wenn Kinder etwa mit blauen Flecken zum Sport kommen, die aus dem Elternhaus stammen. Auf das Präventionssiegel können sich alle Vereine bewerben.

„Neben engagierten Übungsleitern und Vorständen sind aber auch moderne Sportstätten ein wichtiges Kriterium für eine positive Sportentwicklung“, betonte KSB-Chef Baum. Während in den vergangenen Monaten in einige Objekte investiert wurde, klemme es anderswo noch – zum Beispiel bei der Sporthalle in Altenburg Südost und der Kegelanlage Bünauroda, beim Fuchs in Ehrenhain und der Laufbahn am Penkwitzer Weg in Meuselwitz.

Von Kay Würker

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