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Altenburg Altenburger Stadträte protestieren gegen leeren Eigenheimstandort im Ortsteil Ehrenberg
Region Altenburg Altenburger Stadträte protestieren gegen leeren Eigenheimstandort im Ortsteil Ehrenberg
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06:38 15.05.2019
Die Altenburger SPD-Stadträte Torsten Rist (l.) und Jörg Wenzel machen mit einer ausgefallenen Aktion auf die noch immer nicht vermarkteten Eigenheimstandorte „Zur Fasanerie“ im Ortsteil Ehrenberg aufmerksam. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Wir wollen Nachbarn“, ist auf einem Schild zu lesen. Links daneben steht ein Spielzeughäuschen auf der Wiese an der Straße „Zur Fasanerie“ im Altenburger Ortsteil Ehrenberg. Rechts davon sitzt Jörg Wenzel auf einem Gartenstuhl unter einem Sonnenschirm. Wenige Meter weiter leistet ihm Torsten Rist Gesellschaft. Vor den beiden Stadträten der SPD-Fraktion braten Roster auf dem mitgebrachten Grill. Später gibt es noch Wasser und Limo. Was nach Angrillen im Frühjahr aussieht, ist eine astreine Protestaktion.

Was die beiden Volksvertreter bei kühlen 13 Grad am Montagnachmittag genau kritisieren, verraten weitere von ihnen aufgestellte Schilder. „Wir wollen ein Haus bauen“, steht auf einem, auf einem anderen heißt es: „Berlin, Berlin. Ehrenberg, Ehrenberg. Eine unendliche Geschichte.“ Kurz: Es geht um den nach wie vor unbebauten Eigenheimstandort „Zur Fasanerie“, auf dem sie protestieren. Sie stört, dass es dort nicht vorangeht, dass bisher weder ein Bau begonnen hat, noch überhaupt ein Grundstück verkauft wurde.

Stadträte hören immer nur Ausreden der Verwaltung

Vor circa fünf Jahren habe man die etwa 1,2 Hektar große Fläche, auf der sich bis dahin die Gartenanlage „Abendruh’“ befand, geräumt, erinnert sich Jörg Wenzel. „Das ging ruckzuck, dann wurde es immer langsamer.“ So langsam, dass bis heute weder Kaufpreise feststehen, noch auch nur eines der geplanten zehn Baugrundstücke gekauft werden kann. „Wir haben immer wieder nachgefragt“, begründet Wenzel, warum man nun zu dieser außergewöhnlichen Aktion greift, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Der 56-Jährige selbst im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss und Rist im Stadtrat.

Allerdings bekam das Duo dabei seitens der Stadtverwaltung nur Ausreden zu hören oder wurde mit Verweis auf immer neue Problem vertröstet. So hieß es nach einem Stadtratsbeschluss zur Neuwidmung der Fläche in idyllischer Lage inklusive nahem Wald am Rande Ehrenbergs und mit Blick auf Altenburg Südost vor gut zwei Jahren, dass die Grundstücke ab Ende 2017 vermarktet werden sollen. Doch daraus wurde wegen der komplizierten Erschließung nichts. Neuer Termin: Anfang des Vorjahres. Aber auch das scheiterte, weil sich die Verlegung der Versorgungsmedien und der Bau der 85 Meter langen Erschließungsstraße inklusive einiger Straßenlaternen bis Mai 2018 hinzog.

Nachbarn unterstützen Aktion der Volksvertreter

Jedoch passierte auch danach weitere Monate nichts. Und schließlich fehlte die Schlussrechnung des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg, was die Berechnung der genauen Kaufpreise verhinderte. Nun gestaltet sich diese wiederum schwierig, weil die Erschließung der zehn Baugrundstücke nach OVZ-Informationen über eine halbe Million Euro gekostet hat. Ein Umstand, der entweder die Grundstückspreise in schwindelerregende Höhen treibt oder die Stadt auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben lässt, weil sie diese subventionieren würde. Dabei ist der Bedarf an Eigenheimplätzen in Altenburg groß. So ließen sowohl Oberbürgermeister André Neumann (CDU) als auch sein Vorgänger Michael Wolf (SPD) keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen.

Allerdings ist das ist nicht das einzige, was Wenzel und Rist auf die Palme bringt. „Hier liegen Gelder rum, die wir im Haushalt dringend gebrauchen können“, so Wenzel. Und Rist ergänzt: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Verwaltung über ein Dreivierteljahr benötigt, um einen Verkaufspreis zu ermitteln.“ Als der 45-Jährige das sagt, haben er und Wenzel Unterstützung von einigen Nachbarn bekommen, die das Anliegen der Stadträte teilen. „Uns geht es um die Sache“, sagt Wenzel, der selbst in Ehrenberg wohnt, und beißt in eine Bratwurst. „Es geht darum, dass veröffentlicht wird, dass die Grundstücke noch frei sind und die Leute endlich mal über Preise informiert werden.“

Von Thomas Haegeler

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