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Altenburg Altenburger Teehaus-Verein fordert Videoüberwachung
Region Altenburg Altenburger Teehaus-Verein fordert Videoüberwachung
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05:09 26.03.2019
Christine Posmik (links) und Ramona Kießling vom Förderverein des Altenburger Teehauses ärgern sich über die von Randalierern herausgerissenen Buchsbäume. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ein großes Herz, aufgesprüht mit roter Farbe, prangt seit Ende Februar auf dem Dach des Biergarten-Pavillons vor dem Altenburger Teehaus. „Ich wäre für meine Liebste ja nicht da rauf geklettert“, sagt Frank Hammerschmidt mit einem kritischen Blick zu dem milchigen Glasdach in rund drei Meter Höhe. Immerhin, seinen Humor hat der Vorsitzende des Teehaus-Fördervereins nicht verloren – doch die fortwährenden Sachbeschädigungen auf dem Gelände des barocken Gebäudes im Schlosspark macht dem Ehrenamtler sichtlich zu schaffen. „Es ist nur sehr schwer zu ertragen.“

Mehrere Vorfälle in der Vergangenheit

Seit mehreren Jahren ist der Teehauskomplex samt Orangerie immer wieder Ziel von Vandalismus, im vergangenen Jahr versuchten Randalierer gar ein Schmuckgitter aus einer der Balkonbrüstungen zu reißen (die OVZ berichtete). Nun die erste größere Attacke im neuen Jahr: Buchsbäume wurden aus der Erde gezogen, Fassaden und Pavillon besprüht, Außenleuchten abgerissen. „Es ist bestimmt das sechste Mal, dass die Lampen weg sind“, sagt Hammerschmidt mit bitterer Stimme.

Genau wie nach den Vorfällen im vergangenen Jahr wird nun im Vereinsvorstand rege diskutiert, wie sich die Verwüstungen zukünftig verhindern ließen. Eine mögliche Variante: Die Installation von Überwachungskameras. „Wir würden das Vorhaben finanziell unterstützen und befinden uns im Austausch mit der Stadt“, sagt Hammerschmidt. Mindestens zwei Überwachungsanlagen sollen es nach seinen Vorstellungen sein.

Stadt prüft Installation von Videokameras

Stadtsprecher Christian Bettels bestätigt der OVZ, dass die Einrichtung einer Videoüberwachung geprüft werde. Bürgermeister Frank Rosenfeld (SPD) stimme das Vorhaben derzeit mit dem Datenschutzbeauftragten des Freistaats ab. Zugleich verweist Bettels auf die aktuelle Haushaltslage. „Erst wenn wir einen Haushalt für 2019/2020 haben, werden wir sagen können, ob eine Anschaffung möglich ist.“ Ungeachtet der unklaren Aussicht betont Bettels, wie wichtig der Stadt der Schutz der Anlage sei. „Der Vandalismus tut jedem Altenburger weh.“

Wer für die Finanzierung der Kameras aufkäme, muss aber noch abschließend geklärt werden. Denn das Geld, das Schloss und Stadt für Reparaturkosten infolge der regelmäßigen Zerstörung aufbringen müssen, reißt Löcher in die Kasse. Für die Verwaltung des zum Schloss gehörenden Teehauses ist der Eigenbetrieb Residenzschloss zuständig. Zur Museumsnacht im Mai sollen etwa zwei jüngst restaurierte Vasen wieder auf dem Teehaus-Balkon aufgestellt werden – gesichert mit Stahlstiften. „Was wir zur Zeit machen können, machen wir“, sagt Bettels zu den Vorkehrungen.

Kompromiss bei Gittertoren

Die Mitglieder des Vereins erkennen die Bemühungen der Stadt zwar an, vieles geht ihnen aber nicht schnell genug voran. „Die Stadt ist für die Sicherheit verantwortlich und unter Zugzwang – es muss sich etwas tun“, meint Hammerschmidt. Seine Vorstandskollegin Christine Posmik ergänzt: „Wir fühlen uns in vielen Dingen alleingelassen. Es ist ein lang bekanntes Problem und es passiert zu wenig.“

Bei einer weiteren Sicherungsmaßnahme scheint nach zähem Hin und Her ein Kompromiss gefunden. Seit zwei Jahren fordert der Teehaus-Verein ein Gittertor, dass den Zugang zum überdachten Eingangsportal sowie zwei Aufgängen auf der Westseite des Teehauses verschließt – dies hat die Denkmalschutzbehörde in Erfurt nun endgültig aus technischen Gründen abgelehnt. Stattdessen lautet ihr Vorschlag, die beiden Freitreppen mit je einem Tor zu sichern, das Eingangsplateau bliebe so frei zugänglich. „Wir haben diese Variante akzeptiert“, sagt Hammerschmidt. Auch dieses Projekt wolle der Verein finanziell unterstützen und bei der Sponsorensuche helfen. Die Planung obliege nun der Schlossverwaltung.

Teehaus und Orangerie sind beliebte Veranstaltungsorte

Um kleinere Sanierungen kümmert sich der Verein selbst – so wurden nun für rund 500 Euro neue Buchsbäume geordert, gelegentlich werden Streicharbeiten übernommen. „Wir investieren unsere Freizeit gerne, weil wir das Haus für die Altenburger beleben wollen“, sagt Posmik. Seit der Wiedereröffnung von Teehaus und Orangerie 2012 organisiert der rund 80-köpfige Verein jährlich 15 bis 20 Veranstaltungen in Eigenregie oder zusammen mit der Stadt. Darunter Kabarettabende, Konzerte, Lesungen. Der Zuspruch ist teils enorm – jüngst erschienen zu einer Filmvorführung mehr als 100 Besucher.

Umso ärgerlicher sind die Verschandelungen und Verwüstungen, hinter denen die Vereinsspitze jugendlichen Randalierer vermutet. Zwar kosten die ständigen Hiobsbotschaften Kraft und Nerven, ans Aufhören denkt der Vorstand jedoch nicht. Christine Posmik schüttelt entschieden den Kopf. „Der Zuspruch und die Freude der Leute wiegen den Ärger auf.“

Veranstaltungen in Teehaus und Orangerie

Samstag, 30. März, 19 Uhr: Buchpremiere „Der unheimliche Zauber der Sterne“ von der Altenburger Autorin Elisabeth Dommer; musikalische Begleitung von Tatjana Pospelova auf dem Violoncello (Vorverkauf 6 Euro, Tageskasse 7,50 Euro).

Mittwoch, 24. April, 17 Uhr: Konzert des Gemischten Chores Altenburg: „Lieder und Weisen zum Frühling“ (Vorverkauf 7,50 Euro, Tageskasse 8,50 Euro).

Sonntag, 28. April, 9 bis 13 Uhr: Sammlerbörse militärhistorischer und heimatgeschichtlicher Gegenstände (Tageskasse 4 Euro).

Samstag, 18. Mai, 20 und 21 Uhr: Theater „Die Geschichte vom Türmer Stüber“ im Rahmen der 20. Auflage der Altenburger Museumsnacht.

Freitag, 24. Mai, 19.30 Uhr: Kabarettlesung „Wir haben auch gelacht!“ von Alexander G. Schäfer (Vorverkauf 12,50 Euro, Abendkasse 14 Euro).

Sonntag, 9. Juni, 17 Uhr: Gospelkonzert von „Colours of Soul“ im Rahmen der Schlössertage Altenburg (Vorverkauf 7,50 Euro, Abendkasse 8,50 Euro).

Sonntag, 23. Juni, 17 Uhr: „Festliches Sommerkonzert“ der Musikschule des Landkreises Altenburger Land (Vorverkauf 7,50 Euro, Abendkasse 8,50 Euro).

Samstag, 29. Juni, 19.30 Uhr: Tanzveranstaltung „Sommertanz“ (Vorverkauf 8 Euro, Abendkasse 9,50 Euro).

Von Maximilian König

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