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Altenburg Altenburger Unternehmer sind sauer auf Thüringer Handwerkskammer
Region Altenburg Altenburger Unternehmer sind sauer auf Thüringer Handwerkskammer
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05:02 27.02.2019
Lars Tunk und sein Mitarbeiter Jörg Maggenroth (v.l.) sind auf der Handwerkermesse in Leipzig in einem Kundengespräch. Rund 2700 Euro hat sich der Betrieb den Messeauftritt kosten lassen. Quelle: Mario Jahn
Leipzig

Seit Sonnabend und noch bis zum kommenden Sonntag findet auf dem Leipziger Messegelände mit der Haus-Garten-Freizeit und der mitteldeutschen Handwerksmesse eine der größten Einkaufs- und Erlebnismessen Deutschlands statt. Über 1100 Aussteller aus 20 Ländern präsentieren ihre Produkte und Leistungen aus den verschiedensten Bereichen. Auf der mitteldeutschen Handwerksmesse präsentiert sich in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern eine Leistungsschau des ostdeutschen Handwerks. Auch das Altenburger Land ist dort schon seit einigen Jahren vertreten. Die Altenburger Senf- und Feinkost GmbH, die Firma Treppen Tunk sowie Tischlermeister Claus Seltmann aus Göpfersdorf sind in Leipzig präsent.

Durchwachsenes Fazit

Das Zwischenfazit vieler Beteiligter fällt allerdings sehr durchwachsen aus. Während am Stand der Senffabrik sich der gewohnte Andrang neugieriger Messebesucher einstellte, standen die beiden kleineren Firmen auf der Handwerkermesse mit ihren Ständen eher im Abseits. Entsprechend angefressen sind die Unternehmer. „Früher hat die Handwerkskammer Thüringen einen Gemeinschaftsstand für diese wichtige Messe organisiert. Erstmals gibt es den in diesem Jahr nicht und sind alle Teilnehmer sozusagen Einzelkämpfer“, sagt Lars Tunk angesäuert. Da sich für ihn diese Hängepartie bereits im Vorfeld andeutete, hat er selber die Initiative ergriffen. „Mit meinem eigenen Stand, der mein Unternehmen aber auch um die 2700 Euro gekostet hat“, so der Treppenbauer. Was solche Einzelaktionen für Wirkungen haben, zeige sich bei der aktuellen Messeauflage.

Altenburger weit verstreut

„Ich präsentiere meine Angebote hier und Claus Seltmann steht ganz am anderen Ende in einer Ecke für sich allein und weit entfernt“, klagt Tunk. Im kommenden Jahr werde man versuchen, einen gemeinsamen Auftritt hinzubekommen. „Aber ein Gemeinschaftsstand für den gesamten Freistaat wäre viel wünschenswerter“, so Tunk deutlich und blickt derweil gen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Deren Handwerkskammern warten in Leipzig durchweg mit Gemeinschaftsständen nebst mehr oder weniger umfangreichem Rahmenprogramm auf.

Seit zehn Jahren präsent

Claus Seltmann musste kurz vor Beginn der Messe seinen Stand selbst buchen – und kam in eine abgelegene Ecke. Quelle: Mario Jahn

Seit zehn Jahren ist schon Tischlermeister Claus Seltmann Stammgast auf der Leipziger Messe. „Jedes Jahr an einem Thüringer Gemeinschaftsstand, was anfangs auch sehr gut klappte“, sagt er. Aber es wurden immer weniger Teilnehmer an der Aktion. „Ich habe aber auch dieses Jahr lange auf so einen Gemeinschaftsstand von Thüringen vertraut und bestimmt zehn Anrufe gen Erfurt gemacht, um von dort aus ein ums andere Mal vertröstet zu werden.“ Da sei immer die Rede davon gewesen, alles sei im Laufen und man sei an der Klärung wegen der benötigten Fördermittel. „Anderthalb Wochen vor Messestart kam dann die endgültige Absage der Handwerkskammer Thüringens und ich musste mir dann noch ganz schnell selber einen Standplatz in Leipzig auf eigene Kosten suchen. Dass dies aufgrund der fortgeschrittenen Zeit eine ziemlich abgelegene Ecke geworden ist, versteht sich“, klagt der Handwerker.

Andere Bundesländer vorbildlich

„Es ist einfach eine Schande, wie Thüringen mit seinen Handwerkern umspringt“, schimpft der Geschäftsmann, der als vorzeigbare Vergleiche auch die Gemeinschaftsstände der anderen ostdeutschen Bundesländer dagegen hält. „Da muss man nur mal Mecklenburg-Vorpommern nehmen. Trotz der weiten Entfernung nach Leipzig haben die zusätzlich ein umfangreiches Rahmenprogramm für die Aussteller und die Besucher auf die Beine gestellt. Und meinen Stand müssen Stammbesucher und Stammkunden manchmal einen halben Tag suchen, wenn sie nicht schon vorher aufgeben, weil sie glauben, ich bin nicht dabei“, klagt Claus Seltmann.

Von Jörg Wolf

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