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Altenburg Altenburger Weiberfasching feiert Zehnjähriges
Region Altenburg Altenburger Weiberfasching feiert Zehnjähriges
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19:27 27.01.2019
Seit zehn Jahren wird der Weiberfasching von Motor Altenburg gefeiert – in der Tenne gab es auch dieses Jahr wieder ein volles Haus. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

So richtig kann es Danny Heindl auch nicht glauben, dass „ihr“ Weiberfasching am Sonnabend schon seinen zehnten Geburtstag feierte. Zu gut erinnert sich die 54-Jährige noch an die Premiere 2009, „als ich vorm ersten Fasching fast einen Herzinfarkt vor lauter Aufregung bekommen habe.“

Pflichttermin für über 200 Frauen

Längst ist diese Nervosität jeder Menge Erfahrung und einer gewissen Routine gewichen, denn jedes Jahr im Januar die Tenne der Brauerei zum Beben zu bringen, „kann“ sie inzwischen. Dass sich eine wortwörtliche Schnapsidee, importiert vom Weiberfasching in Hörselgau, mal zum Pflichttermin von über 200 feierfreudigen Frauen in Altenburg mausern würde – für Danny Heindl immer noch „der Wahnsinn!“

Auch wenn sie sich jedes Jahr nette neue Kleinigkeiten einfallen lässt, das Erfolgsrezept für einen richtigen Weiberfasching ist immer noch das Gleiche. „Das beginnt schon damit, dass den Damen am Eingang aus den Jacken geholfen wird, sie hinunter begleitet werden, ihr ,HimBärli‘ zur Begrüßung schlürfen und das Motor Männerballett den Abend eröffnet“, umreißt Heindl. Apropos „HimBärli“: Auch der Herr, der den Damen jedes Jahr passend in Fellweste das alkoholische Himbeersirup-Sahne-Gemisch reicht, ist längst Kult: „Der wird sogar von den Damen mittlerweile auf der Straße angesprochen, ohne zu wissen, wer die eigentlich sind“, erzählt die Altenburgerin lachend.

Zufällig Trainerin des Männerballetts

Ähnlich spontan, wie sie zur Organisatorin und Moderatorin dieser besonderen „Lady’s Night“ wurde, begann ihre Laufbahn als Trainerin des Männerballetts von Motor Altenburg. Aus „Könntest du dir das vorstellen“ wurde eine Aufgabe, die sie mit sehr viel Begeisterung, Kreativität und Engagement ausfüllt – mit ihrem Mann Frank als einem der aktiven Tänzer. „Das ist sehr praktisch, denn ich muss nie fragen, ob ich mit darf.“

Berühmt für’s Hüllen fallen lassen

Vom „Dauerkracher“ Schwanensee in Tutu und langen Unterhosen über Bauarbeiter-Tanz bis hin zur Funkengarde – dargeboten wird, was Spaß macht – und Möglichkeiten zum Ausziehen bietet. „Wir sind dafür berühmt, dass bei jedem Tanz mindestens eine Hülle fällt“, plaudert die Chefin aus dem Nähkästchen und hängt gleich eine schlüpfrige Anekdote aus einem Jahrzehnt Weiberfasching dran: „Als Zugabe hatte ich mal ein Stück choreographiert, was den Jungs eigentlich zu kurz war und damit endete, dass sie etwas ausziehen sollten, wenn die Damen eben ,Zugabe‘ brüllen.“ Die Herren seien der Meinung gewesen, dass keine Frau mehr als ein Mal brüllen würde „und kamen am Ende ganz schön ins schwitzen, weil sie vor lauter Zugaben fast nackt auf der Bühne standen.“

Nachwuchs ausdrücklich erwünscht

Fast ein Dutzend Männer zwischen Mitte 20 und Ende 60 tanzen aktuell nach Danny Heindl’s Pfeife – und es dürfen gern noch mehr werden, wie sie betont. „Mein Geburtstagswunsch ist, mehr Nachwuchs zu finden, damit wir noch lange so weitermachen können.“

Zum 10. Mal fand am Wochenende der Weiberfasching von Motor Altenburg statt. Hier ein paar Impressionen.

Neben den stets umjubelten Auftritten aller Männerballette, „bei denen keins ohne Zugabe vom Platz geht“, sind es vor allem die „Tanzphasen“ dazwischen, weshalb viele Frauen seit Jahren dem Weiberfasching die Treue halten. „Wir spielen keine klassische Faschingsmusik, sondern alles aus den Charts und wozu sich gut tanzen lässt. Da sitzt keine allein in der Ecke!“

„Käufliche Männer zum Vernaschen“

Ein weiteres „Muss“ um Mitternacht: „Die käuflichen Männer zum Vernaschen“, wobei es sich durchaus schon zugetragen haben soll, dass auch der Berliner- bzw. Pfannkuchenverkäufer selbst von so mancher Dame angeknabbert wurde.

Bis in die frühen Sonntagmorgenstunden genossen die zumeist aufwendig kostümierten Ladys „ihre“ Party, deren „Echte-Männer-Quote“ seit 2009 kontinuierlich abgenommen hat. „Zwar sind Männer im Frauen-Kostüm nach wie vor willkommen, aber der Weiberfasching ist eigentlich so’n Mädchending. Da gucken die Herren lieber zu Hause Fußball!“

Von Maike Steuer

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