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Altenburg Altenburgs Wirtschaftsförderung will Markt stärken
Region Altenburg Altenburgs Wirtschaftsförderung will Markt stärken
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08:17 16.01.2018
Mehr Leben will die Stadtverwaltung auf dem Altenburger Markt erreichen.
Mehr Leben will die Stadtverwaltung auf dem Altenburger Markt erreichen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Kundenbindung – auch im Altenburger Rathaus hat man die Situation rund um den Markt im Blick.

Grund zur Panik, sowohl bei Kunden als auch Händlern, sei definitiv nicht gegeben, betont Wirtschaftsförderer Tino Scharschmidt. „Gerade der Markt bietet ja eine attraktive Lage.“ Und tatsächlich tue sich bereits einiges. „So ist am Markt 33 inzwischen ein Bioladen eingezogen, in der Sporenstraße hat ein syrisches Restaurant eröffnet und auch die ehemalige Drogerie in der Baderei ist mit Leben gefüllt“, zählt er auf.

„Die Einkaufszeiten sind tatsächlich ein Problem“, gibt er indes auf OVZ-Anfrage zu. Schwierig sei hier vor allem, dass zahlreiche kleinere Geschäfte eine längere Ladenöffnung personell und wirtschaftlich oft nicht stemmen könnten. Man sei hier auf die Kooperationsbereitschaft der Händler angewiesen. „Die Stadt kann längere Öffnungszeiten nicht einfordern, die Entscheidung beruht hier, anders als in großen Centern, auf Freiwilligkeit. Zudem spielt natürlich auch das Ladenschlussgesetz eine Rolle“, führt er aus.

Um gemeinsam mit den lokalen Akteuren Lösungen zu erarbeiten, wie die Innenstadt attraktiver gestaltet werden kann, habe man bereits im vergangenen Dezember einen Händlerstammtisch ins Leben gerufen. „Wir wollen so ein lockeres Gesprächsangebot bieten, ein Gemeinschaftsgefühl schaffen, ohne feste Regeln aufzustellen“, erläutert Scharschmidt. Dezidiert wolle man sich so von der seit einigen Jahren inaktiven Werbegemeinschaft abheben, die derzeit, so Scharschmidt, „faktisch eine Hülle ohne Leben“ sei. Der Zuspruch zum Auftakt sei, gerade angesichts des Weihnachtsgeschäfts, zufriedenstellend gewesen.

In eine ähnliche Kerbe stößt auch Ordnungsamtsleiter Lutz Meyner. „Es braucht ein Miteinander der Händler, aber auch Leute, die einkaufen wollen“, erklärt er auf Nachfrage. Die von Müller-Filialleiter Peer Jakobson ins Spiel gebrachte zu frühe Schließung von Weihnachts- und Wochenmarkt sieht er dabei nicht aus ausschlaggebend an. Dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr bereits am 21. Dezember seine Pforten schloss, sei einer städtischen Zielsetzung geschuldet. „Der Marktplatz soll zu Heiligabend komplett frei geräumt sein“, erklärt er. Da für den Abbau zum größten Teil der Bauhof zuständig sei, Weihnachten zudem auf ein Wochenende fiel, sei eine längere Öffnung nicht möglich gewesen. In diesem Jahr, kündigt er an, wolle man – nicht zuletzt des großen Kundeninteresses wegen – über einen früheren Beginn nachdenken, „wenn es umsetzbar ist.“

Was die Märkte am Sonnabend betrifft, sei es aus seiner Sicht kein großes Problem, die Öffnungszeiten zu verlängern, man sei bereit, entsprechende Regelungen mit den gastierenden Händlern zu erarbeiten. Allerdings seien letztlich auch hier die stationären Wettbewerber in der Pflicht. „Es ist sicher möglich, sonnabends bis nach Mittag zu öffnen. Dann müssen aber auch die örtlichen Händler mitgehen und sich im Zweifel selbst organisieren.“

Von Bastian Fischer