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Altenburg Am 15. April werden in Rositz, Gerstenberg, Ponitz und Jonaswalde Bürgermeister gewählt
Region Altenburg Am 15. April werden in Rositz, Gerstenberg, Ponitz und Jonaswalde Bürgermeister gewählt
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16:08 12.03.2018
Am 15. April werden in Altenburg und in weiteren vier Gemeinden des Altenburger Landes neue Bürgermeister gewählt.
Am 15. April werden in Altenburg und in weiteren vier Gemeinden des Altenburger Landes neue Bürgermeister gewählt. Quelle: dpa
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Rositz/Gerstenberg

Im Altenburger Land stehen auch 2018 Kommunalwahlen an. Wie berichtet, gilt es in der Kreisstadt den Chefsessel im Rathaus für die kommenden sechs Jahre neu zu vergeben. Aber nicht nur dort. Auch in Rositz und Gerstenberg sowie in Ponitz und Jonaswalde stehen Urnengänge an. Außerdem läuft das Ringen um den Chefposten im Landratsamt. Für alle diese Ämter ist der 15. April ein erster Tag der Entscheidung. Dabei bleibt es auch für alle Kandidaten, die bei diesem ersten Durchgang die absolute Mehrheit der Stimmen für sich verbuchen können. Wo die nötigen Mehrheiten ausbleiben, findet am 29. April eine Stichwahl statt.

Ob es in Rositz zu einer solchen kommt, ist derzeit fraglich, denn Amtsinhaber Steffen Stange (parteilos) hatte bereits kurz vor Jahreswechsel angekündigt, sich noch einmal dem Votum der Bürger zu stellen. „Ich möchte das Geschaffene bewahren und meinen Heimatort positiv gestalten“, so Stange (die OVZ berichtete). Einen Herausforderer gibt es noch nicht. Beim Projekt dritte Amtszeit kann Stange auf die Rückendeckung der Fraktionen im Rositzer Gemeinderat zählen. Das ergab eine OVZ-Umfrage unter den Fraktionsvorsitzenden.

„Natürlich werden wir den Bürgermeister tatkräftig unterstützen“, erklärt Sozialdemokratin Silke Kresse. Die mit zwei Räten im Ortsparlament vertretene SPD sei zufrieden mit der Arbeit von Steffen Stange und hätte auch niemanden in der Fraktion, der antreten wolle.

Steven Bauriedl-Lehmann erklärt für die Fraktion Feuerwehr für Rositz: „Wir haben keine Ambitionen, Herrn Stange herauszufordern.“ Auch die Brandschützer bescheinigen ihm eine sehr gute Arbeit für die Gemeinde. „Wir fühlen uns auch als Feuerwehr von ihm stets bedacht“, so Bauriedl-Lehmann weiter, der zudem einräumt, dass ein Gegenkandidat wohl auch kein Chance hätte.

Mit sechs Sitzen stellen die Christdemokraten in Rositz die größte Fraktion. „Auch wir stehen hinter Steffen Stange und unterstützen seine Kandidatur“, gibt Klaus Baer bekannt. Beim Amtsinhaber stimme einfach das gesamt Paket. „Wir sind zufrieden mit der Arbeit, die er macht und wollen, dass es weitergeht.“

Alldem schließt sich auch Elke Gottlieb an, die für die drei Gemeinderäte der Linken spricht. In zwölf Jahren hat ihre Fraktion erlebt, dass mit Steffen Stange ein gutes Zusammenarbeiten ist. Außerdem sei er, gerade was die Altlasten von Rositz betrifft, eingearbeitet. Ein neuer Bürgermeister müsse sich dieses Wissen erst mühsam aneignen. „Wir sind zufrieden, deshalb stellen wir keine eigenen Kandidaten auf.“

Ob Rositz in den kommenden sechs Jahren wie bisher einen hauptamtlichen Bürgermeister hat, oder – da Rositz inzwischen unter die 3000-Einwohner-Marke gesunken ist – einen ehrenamtlichen Bürgermeister bekommt, ist noch offen. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat beschlossen, eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Wie die Verwaltung in Rositz mitteilt, stehe die Antwort darauf noch aus. Ebenfalls offen ist, ob es aus der Bürgerschaft oder anderen Parteien einen Kandidaten gibt, der Stange herausfordern möchte. Weil noch kein Gemeindewahlleiter berufen ist, das ist für die kommende Gemeinderatssitzung vorgesehen, konnten eventuelle Herausforderer auch noch nicht ihren Hut amtlich in den Ring werfen.

Etwas unklarer ist dagegen die Situation in Gerstenberg. Wer zur Wahl antritt, steht hier bisher noch nicht fest. Amtsinhaber Bertram Schröder (parteilos) hält sich auf Anfrage bedeckt. „Ob ich wieder kandidiere kann ich noch nicht sagen“, lässt er wissen. Ohnehin wolle er vor der Öffentlichkeit zunächst die Gemeinderäte über seine endgültige Entscheidung informieren. „Die dürfte Ende Januar, spätestens Mitte Februar fallen“, grenzt Schröder zumindest den Zeitraum ein.

Ginge es nach Tobias Riedl, Vorsitzender des Fahrzeugkultur-Vereins und Gemeinderat, stünde einer erneuten Kandidatur Schröders nichts im Wege. „Die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister war stets sehr konstruktiv, er war immer offen für Anregungen aus dem Gemeinderat“, betont Riedel. Über einen eigenen Kandidaten aus Reihen des Vereins sei bisher nicht beraten worden, „das ist aber nicht auszuschließen.“

Ähnlich äußert man sich auch im Lager des Feuerwehrvereins. „Wir sind zufrieden mit der Arbeit des Bürgermeisters“, lässt der Vorsitzende Henry Ebert, der zugleich Schröders Stellvertreter ist, wissen. Es sei gut, dass das Gemeindeoberhaupt auch die Wünsche der örtlichen Vereine im Blick habe. „Auch an der guten finanziellen Situation der Gemeinde hat Schröder großen Anteil.“ Ob man den Amtsinhaber im Falle einer Kandidatur unterstütze oder aber auf einen eigenen Kandidaten setze, wolle der Feuerwehrverein auf seiner Jahreshauptversammlung im Februar beraten.

Noch bis zum 2. März um 18 Uhr haben die Kandidaten und auch andere Bewerber Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Dann endet die im Thüringer Kommunalwahlgesetz festgelegte Frist, bis zu der Wahlvorschläge bei den jeweiligen Verwaltungen eingereicht werden können.

Keine Veränderungen gibt es hingegen bei den Räten: Gemeinde- oder Stadtratswahlen sind 2018 im Altenburger Land nicht vorgesehen.

Von Jörg Reuter und Bastian Fischer