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Altenburg Am Sonntag gibt es wieder Unkrautbowle mit Giersch
Region Altenburg Am Sonntag gibt es wieder Unkrautbowle mit Giersch
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06:09 29.05.2019
Mirella Burkhardt in ihrem Garten in Schmöllner Ortsteil Burkersdorf. Quelle: Jörg Reuter
Burkersdorf

Wie eine üppige Frau in einem viel zu engen Korsett sei ihr Garten, scherzt Mirella Burkhardt. Dabei ist ihr 3000 Quadratmeter großes Kleinod alles andere als unterbemessen, doch augenscheinlich hat die Burkersdorferin einen grünen Daumen. Kaum kann sich das Auge satt sehen an den unzähligen Pflanzen, die mal um einen Teich herum, mal als Staudenbeet, mal als Kräuterpyramide oder in Kübeln und Schalen, auf Beeten oder als Baum hier überall prächtig gedeihen.

Übers Gärtnern reden

Ja, auf den Garten an ihrem Haus in dem Schmöllner Ortsteil ist sie stolz und zeigt ihn auch gern vor. Zum Beispiel einmal im Jahr bei der Aktion „Tag des offenen Gartens“. Daran beteiligt sich Mirella Burkhardt aber nicht nur, sondern sie organisiert ihn auch seit 13 Jahren. „Ich war davor mal bei so einer Veranstaltung, das hat mir so gut gefallen, da habe ich gedacht, da möchte ich mitmachen“, erinnert sie sich. Das Tolle sei nämlich, dass sich über das Thema Gärtnern stets Gespräche entspinnen, egal ob sich die Leute kennen oder zum ersten Mal begegnen. Nicht zuletzt deswegen hat sie über die Jahre nichts an der Motivation verloren, immer im Frühjahr zum Tag des offenen Gartens aufzurufen.

Dessen aktuelle Auflage wird am Sonntag stattfinden. Zwischen 10 und 17 Uhr können dann wieder ein Dutzend Gärten im Landkreis besucht werden. Viele davon sind seit der ersten Auflage dabei, manche – wie Familie Seifert aus Nobitz – sind derweil erstmals mit von der Gartenpartie, erzählt Mirella Burkhardt bei einer Runde durch ihren Garten vorbei an der Pfefferkresse, dem Mangold, den Etagenzwiebeln, dem Erdbeerspinat hin zu den Pastinaken. Nein, einem Plan würde sie hier nicht folgen. Dahin, wie der Garten heute aussieht, habe er sich über drei Jahrzehnte Stück für Stück entwickelt. „Aber ich möchte einheimische Gewächse und bevorzuge alte Nutz- und Bauernpflanzen“.

Viel Arbeit und viel Freude

Wenn die Verkäuferin frei hat oder jetzt im Frühjahr beim alljährlichen Gartenurlaub, den sie braucht, um alles zu schaffen, sei sie nicht selten den ganzen Tag im Garten, plaudert sie und zupft nebenbei Giersch. „Der beste Freund des Gärtners“, stöhnt Burkhardt ironisch. Natürlich passe sie auf, dass Pflanzen sich nicht völlig unkontrolliert ausbreiten und auch darauf, dass wächst, was wachsen soll. „Aber hier darf es auch ein bisschen wild sein. Ich stürze mich auch nicht sofort auf jedes kleine bisschen Unkraut“, meint Burkhardt. Dabei ist es sowieso abhängig vom Blickwinkel, ob Unkraut auch wirklich Unkraut ist – oder eben nicht. Zum Beispiel der Giersch: Er ist bei ihr auch die Hauptzutat der Unkrautbowle, die es immer zum Tag des offenen Gartens bei ihr gibt, genau wie die eine oder andere Pflanze zum Mitnehmen.

„Ja, hier steckt schon auch viel Arbeit drin, und ich bin längst noch nicht fertig“, gibt Mirella Burkhardt zu. Doch es sei einfach schön, wenn die Besucher kommen, sich erfreuen und mit ihr beziehungsweise untereinander ins Plauschen kommen. Nichtsdestotrotz greift sie gleich noch mal den Faden „viel Arbeit“ auf. Auch der Garten als solcher bedeute viel Arbeit. „Und mir wird es bald schon zu viel“, erklärt sie.

Deshalb habe sie sich vor einiger Zeit im Internet bei „Gartenpaten“ angemeldet. Die Idee: Sie öffnet ihren Garten für junge Leute, die selbst keinen Garten haben, aber gern von Zeit zu Zeit einen nutzen würden. Sie beteiligen sich dann an der Gartenarbeit und helfen mit, und im Gegenzug können sie mit ernten und haben auch die Möglichkeit für die eine oder andere Fete. „Das wäre mir egal, ich würde mich auch freuen, mein Wissen weiterzugeben“, sagt Mirella Burkhardt ein wenig traurig darüber, dass sich bis jetzt noch niemand deswegen bei ihr gemeldet hat.

Diese Gärten stehen offen

Der Rosengarten der Familie Linke in der Dreschaer Dorfstraße 35 in Altenburg.

Der Bauerngarten von Karin Seidel am Schmiedeberg 5 in Posa.

Der Garten von Familie Seifert im Westeck 1 in Nobitz.

Der Garten von Familie Tutte in Rodameuschel 32.

Der Bauerngarten der Familie Bohne in der Gartenstraße 2 in Zschöpperitz.

Der mediterrane Hanggarten der Familie Radecker in der Ronneburger Straße 42 in Schmölln.

Der Villengarten von Herrn Pfeiffer in der Karlstraße 8 in Schmölln.

Der Naturgarten der Familie Burkhardt im Nöbdenitzer Ortsteil Burkersdorf 8.

Die Hofkäserei der Familie Puchta in der Dorfstraße 41 in Jonaswalde.

Der Kunst- und Kräuterhof im Auenhof in Posterstein.

Der Botanische Garten in der Heinrich-Zille-Straße in Altenburg.

Der Stadtgarten von Frau Pinkert in der Rousseaustraße 13 in Altenburg.

Der „Iris“-Garten von Familie Dobmaier in der Altenburger Straße 9 in Rositz.

Von Jörg Reuter

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