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Altenburg Amtsgericht Altenburg: Dem Richter erscheint vieles seltsam
Region Altenburg Amtsgericht Altenburg: Dem Richter erscheint vieles seltsam
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11:07 10.01.2017
Der wegen Einbruchdiebstahls und Körperverletzung angeklagte Timo B. (l.) mit seinem Verteidiger Michael Windisch zum Prozessauftakt am Amtsgericht. Quelle: Thomas Haegeler
Altenburg

Während die Juristen reden, schaut Timo B. immer wieder zu seiner Freundin. Die sitzt hochschwanger am Montag im Saal des Altenburger Amtsgerichts. Nach den Worten seines Anwalts Michael Windisch ist sie „nicht erbaut über das Vorleben“ des 33-Jährige, der schon über fünf Jahre in Haft saß, und hat ihm die Pistole auf die Brust gesetzt: Er soll sein Leben ändern, keine Straftaten mehr begehen – sonst ist sie weg.

Vor einem Neuanfang steht aber die Aufarbeitung einer Untersuchungshaft wegen Crystal-Schmuggels, die gegen Kaution und Meldeauflagen ausgesetzt wurde, und der Nacht des 29. Dezembers 2015. Während Ersteres noch nicht angeklagt ist, soll der werdende Vater in jener Nacht gegen 3 Uhr mit einem Ex-Kumpel ein Auto mit Anhänger an die Shell-Tankstelle in Schmölln gesteuert haben – ohne Führerschein. Das wirft ihm zumindest Staatsanwalt Frank Erdt vor. Auch soll der Crimmitschauer getankt haben, ohne dafür zu bezahlen. Im Anschluss sollen beide zu einem in Sanierung befindlichen Haus in Jonaswalde gefahren sein, um dort einzubrechen und Werkzeuge im Gesamtwert von 1200 Euro zu stehlen. Dabei wurden sie von Nachbarn gestört. Auf der Flucht soll B. dann auf diese zugerast und einem über den Fuß gefahren sein. „Er nahm dabei in Kauf, dass sie erheblich verletzt werden“, sagte Erdt.

B. sprach nur wenig. Das Erklären überließ er – bis auf wenige kurze Sätze und Daten zu sich – Verteidiger Windisch. Der räumte die Fahrten ohne Führerschein und die Körperverletzung ein. „Den Fuß hat er aber nicht mitbekommen und das war auch nicht seine Intention“, sagt der Anwalt. Den Tankbetrug habe sein Begleiter begangen und mit dem Einbruchdiebstahl habe er nichts zu tun.

Vielmehr sei er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum Tatort gelotst worden. „Es ging darum, zwei Türen abzuholen, um diese auf einer anderen Baustelle einzubauen.“ Das erkläre auch die ungewöhnliche Uhrzeit. „Man wollte zwischen sechs und sieben auf der anderen Baustelle sein.“ Als er gemerkt habe, dass sein Kumpel anderes zusammenstellte, habe sein Mandant „flinke Füße gemacht und gehofft, dass der Kelch an ihm vorüber geht“. Als das wegen der Nachbarn nichts wurde, habe er die Flucht ergriffen. Rasant sei das aber nicht gewesen.

„Das ist eine fast atemberaubende Geschichte“, so Richter Sandy Reichenbach, dem vieles daran seltsam vorkommt. Aus seiner Sicht ist aber nicht der Diebstahl, der sich schwerlich beweisen lassen dürfte, der Hauptanklagepunkt, sondern die Körperverletzung. Dazu werden am Freitag, wenn der Prozess fortgesetzt wird, Zeugen aussagen. Dann wird die Freundin des Angeklagten sicher wieder die eine oder andere Sache erfahren, die ihr gar nicht gefallen wird.

Von Thomas Haegeler

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