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Altenburg „Anti-Drogen-Zug“ macht Station in Altenburg
Region Altenburg „Anti-Drogen-Zug“ macht Station in Altenburg
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08:06 17.05.2019
Auch „Probesitzen“ im Gefängnis gehörte zur Tour duch den Zug dazu. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Was würdet ihr tun?“, wirft Sozialarbeiterin Nancy Berger in die Runde aus 17 Schülerinnen und Schülern des Förderzentrums Erich Kästner. Schon wieder. Immer wieder auf dem Weg durch den „Revolution Train.“ Seit Donnerstagmorgen steht dieser „Anti-Drogen-Zug“ erstmals auf Gleis drei des Altenburger Bahnhofs, bereit für die Besuche aller achten Klassen des Landkreises. An Bord die multimedial und über sechs Waggons aufbereitete Version einer wahren Geschichte, wie sie dem Tschechen Pavel Tuma passiert ist.

19 000 Euro für Drogenprävention bei Schülern

Im 20-Minuten-Takt gehen die Gruppen zusammen mit ihren Lehrern und einer schulsozialen Zugbegleiterin an Bord. Schnatternd. Neugierig und nur unwesentlich beeindruckt von den ersten Exponaten im Inneren. Ein paar Schautafeln in deutsch und tschechisch zum Projekt selbst, legalen und illegalen Drogen sowie Eckdaten zu den bisherigen Haltestellen dieses Zuges, dessen Aufenthalt mit rund 19 000 übrigen Euro aus dem Jugendförderplan des Haushalts 2018 vom Landratsamt finanziert wird und ein Gemeinschaftsprojekt vom Verein Horizonte gGmbH und den Schulsozialarbeitern des Landkreises ist.

In 90 Minuten durchlaufen die Achtklässler die reale Geschichte des Tschechen Pawel Tuma.

Doch schon im nächsten Abteil weicht die schnöde Theorie der Welt von Pawel und seinen Freunden. Mit einer Mischung aus Filmsequenzen und dem Film entlehnten Settings nehmen die Jugendlichen den roten Faden auf, der sich anfangs ganz harmlos entspinnt.

Erst wird geraucht, dann Alkohol getrunken, der erste Joint, Crystal Meth, Heroin – je länger die Gruppe durch den Zug wandert, desto mehr gewinnen die berauschenden Substanzen die Oberhand – und verändern nicht nur für immer das Leben der Protagonisten. „Achtet mal auf die Ausgestaltung der Waggons, wie die aussehen. So krass wirken sich Drogen auf eure inneren Organe aus“, merkt Nancy Berger an.

Ausstellung zeigt Wirkung

Sehr plastisch und möglichst nah dran am „echten“ Leben verfehlt die Ausstellung der etwas anderen Art ihre Wirkung bei den Jugendlichen nicht. Je weiter die Tour voran schreitet, desto schweigsamer werden sie. Nachdenklich setzen sie ihre Kreuzchen auf den begleitenden Fragebögen, immer wieder angehalten, ihre persönlichen Meinungen zum Verlauf der Geschichte zu äußern.

„Schon irgendwie merkwürdig hier“, entfährt es einigen Schülerinnen beim „Besuch“ der abgeranzten Bude von Petra und ihrem Freund inklusive Crystal-Küche und herumliegendem Fixerbesteck. Das dicke Ende scheint nur noch eine Frage der Zeit.

Anderthalb Stunden aufrütteln und abschrecken

Umso unerwarteter kommt das völlig überspitzte „Happy End“ im Film des Weges, das sich nicht mit dem tatsächlichen Ausgang der Geschichte deckt und nach anderthalb Stunden des Abschreckens und Aufrüttelns ein völlig verklärtes, viel zu positives Bild suggeriert.

Am Endeffekt auf die Schüler scheint es jedoch nichts zu ändern. „War schon krass“, befindet der 16-jährige Maximilian, dessen eigene Erlebnisse als Episode im Zug hätten dienen können. „Ich habe auch eine ganze Weile sehr viel Alkohol getrunken und fand das toll.“ Doch Freunde und Familie hätten ihn davon abgebracht. „Jetzt geh ich lieber zum Sport statt zu trinken und möchte nach der Schule eine Ausbildung zum Maurer machen.“

Von Maike Steuer

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