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Altenburg Anwohner machen mobil gegen Kieslaster im Dorf Beiern
Region Altenburg Anwohner machen mobil gegen Kieslaster im Dorf Beiern
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06:06 04.10.2018
Über diese Straße soll die Tongrube in Frohnsdorf angefahren werden. Das wollen Dirk Lohse, Horst Wolf und Mirko Piske (v.l.) verhindern. Quelle: Jörg Reuter
Beiern

Einwohner aus dem Dörfchen Beiern, das zur Gemeinde Langenleuba-Niederhain gehört, erhöhen den Druck in Richtung Kieswerk Heim. Inzwischen gibt es im Ort eine Bürgerinitiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, den LKW-Verkehr zur Kiesgrube in Frohnsdorf von Beiern fernzuhalten. Die Sprecher der Initiative – Horst Wolf, Mirko Piske und Dirk Lohse – legten dazu jetzt eine Unterschriftensammlung mit bis jetzt 99 Unterzeichnern vor, von denen 58 Einwohner Beierns sind. Damit wollen die Bürger erreichen, dass das Bergbauunternehmen als Zufahrt einen Weg wählt beziehungsweise schafft, der nicht durch Beiern oder eine andere Ortschaft verläuft.

25 Laster pro Stunde werden befürchtet

Wie berichtet, hat die Firma Heim, deren Stammsitz in Ulm ist, begonnen, den Abbau in Frohnsdorf zu intensivieren. Gerade erst wurde dort für 1,5 Millionen Euro eine nagelneue Nassaufbereitung gebaut, die spätestens Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Mit der Intensivierung des Abbaus in der Kiesgrube hat natürlich auch der Verkehr zugenommen. Und dieser rollt zur Lagerstätte, aus der schon zu DDR-Zeiten Ton gefördert wurde, über Beiern, was den Anwohnern nicht schmeckt. Es gehe zum einen um die Gesundheit. „Lärm macht krank“, nennt Horst Wolf ein Argument, was gegen den Verkehr spricht. Ein anderes sei der Wertverfall der Grundstücke, die wohl niemand mehr haben möchte, wenn die Heim-Flotte durchs Dorf fährt, meint er. Dazu kommen Dreck und Staub, den die LKW aufwirbeln.

Wenn in etwa vier Wochen die Brücke der Landesstraße 1357 am Ortseingang von Langenleuba-Niederhain fertig ist und parallel dazu sukzessive die Produktion in Frohnsdorf hochgefahren wird, nimmt der Schwerlastverkehr im Ort absehbar erheblich zu. Horst Wolf rechnet mit bis zu 25 Lastern pro Stunde. Die Zahl habe sich bei einem Gespräch mit dem Betriebsleiter der Heim-Niederlassung in Nobitz, Michael Bruckner, ergeben, sagt Wolf. Und dazu kämen noch die Heim-Kunden und -subunternehmer sowie die Landwirtschaft, die auch diesen Weg nutzen, rechnet er vor.

Drei Alternativstrecken stehen in Rede

„Wir sind nicht gegen einen Abbau und wir wollen auch nicht, dass die Laster anstatt durch Beiern dann durch ein anderes Dorf fahren “, betont Dirk Lohse. Es solle vielmehr partnerschaftlich zum Vorteil aller eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Die kann für die Bürgerinitiative jedoch nur in einer Alternativstrecke bestehen. Drei Routen seien möglich. Eine könnte von der Kiesgrube aus nördlich an Flemmingen vorbeiführen, eine andere nordöstlich an Garbisdorf oder als dritte Option nordöstlich an Göpfersdorf vorbei. Alle drei Routen sollen bei Markersdorf auf die Bundesstraße 175 münden.

Dass keine Strecke momentan komplett existiert, ist für die Bürgerinitiative unproblematisch. Heim könne das nötige Land kaufen und dann eine durchgehende Straße bauen, heißt es. „Heim will ja hier die Zufahrt ausbauen. Wenn also sowieso Geld in die Hand genommen wird, dann wäre es sinnvoll zu schauen, ob es nicht anderswo besser ausgegeben werden kann“, argumentiert Mirko Piske.

Heim erarbeitet Konzepte

Heim-Betriebsleiter Michael Bruckner kennt die Vorwürfe und die Bürgerinitiative der Beiern. „Wir sind sehr daran interessiert, mit der Gemeinde und den Bürgern eine gemeinsame Lösung zu finden. Wir wollen eine Variante, die für alle Parteien gut ist“, sagt er auf OVZ-Anfrage. Bestenfalls in wenigen Wochen, aber in jedem Fall in diesem Jahr soll der einvernehmliche Ausweg gefunden sein. Gerade würden in der Firma Konzepte erarbeitet, die den Wünschen der Anwohner Rechnung tragen sollen. Die seien aber noch nicht spruchreif. Auf die Routenvorschläge aus Beiern könne er nicht eingehen, weil er zu wenige Informationen habe, um seriös zu antworten. „Da müssen viele Fragen geklärt werden, zum Beispiel wie viel Land wir benötigen würden, ob wir es bekommen und wie lange die bürokratischen Formalien dauern“, zählt Bruckner auf.

In diesem Zusammenhang nimmt er auch Stellung zu einem Vorwurf aus Niederhain. Dort stoßen sich Anwohner daran, dass Heim-Laster über die Behelfsbrücke fahren, die laut Beschilderung nicht für LKW freigegeben ist. „Ja, weil wir die Brückenbaustelle mit Sand und Beton beliefert und Abraum abgefahren haben“, erklärt Bruckner.

Bürgerinitiative tagt

Am Donnerstag, den 4. Oktober, findet um 18 Uhr eine Sitzung der Bürgerinitiative im Gut von Horst Wolf in Beiern 12 statt.

Von Jörg Reuter

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