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Altenburg Auf den Spuren von Luther durch die Altenburger Innenstadt
Region Altenburg Auf den Spuren von Luther durch die Altenburger Innenstadt
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04:18 18.05.2017
Unterwegs auf Luthers Wegen: OVZ-Redakteurin Tatjana Kulpa an der Brüderkirche in Altenburg.
Unterwegs auf Luthers Wegen: OVZ-Redakteurin Tatjana Kulpa an der Brüderkirche in Altenburg. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Der 500. Jahrestag der Reformation wirft seine Schatten voraus. Nicht nur die OVZ berichtet ausführlich über die durch Sachsen und Thüringen verlaufenden Luther-Wege, auch andere Aktionen rund um den großen Reformator verkünden die nahenden Feierlichkeiten.

Um sich auf Luthers Spuren zielsicher bewegen zu können, hat die Thüringer Tourismus GmbH eine App entwickelt. 1010 Kilometer Lutherwege in Thüringen sind hier digital festgehalten. Auch ein Rundweg durch die Innenstadt von Altenburg – im Gegensatz zu manch einem Lutherweg tatsächlich von diesem beschritten – ist in der App aufgeführt. Warum also in die Ferne schweifen, wenn die Historie direkt vor der Tür liegt?

Brüderkirche, Nikolaikirchturm, Rote Spitzen und Sankt Bartholomäikirche, all diese Orte oder zumindest Teile davon standen bereits zu Luthers Zeiten und sind heute noch erlebbar. „Das ist ein großer Vorteil, den Altenburg hat“, sagt Christine Büring, Geschäftsführerin der Altenburger Tourismus GmbH. „Die historischen Orte sind immer noch da.“

Als erstes geht es zur Brüderkirche. Die App schlägt als Startpunkt den Schlosspark vor. Da es sich aber um einen Rundweg handelt, ist der Anfang einem jeden selbst überlassen. Wo heute die Brüderkirche steht, befand sich im 16. Jahrhundert ein Franziskanerkloster. „Die Franziskanermönche kümmerten sich damals um das Sozialwesen – Bildung und Armenspeisungen“, erklärt Büring. An der zwischen 1902 und 1905 errichteten Kirche findet man neben Luther und Spalatin auch die Büste von Wenzeslaus Linck. Ihn traute Luther 1523 in der Bartholomäikirche – eine der ersten Priesterehen überhaupt.

Danach führt die App weiter Richtung Nikolaiturm. Wer die App nicht zur Hand hat, findet – wenn auch oft erst auf den zweiten Blick – kleine grün-weiße Symbole, die den Weg zum nächsten Luther-Schauplatz lenken. Manchmal auch freistehende Hinweisschilder. An mancher Stelle stehen neben den Lutherweg-Zeichen auch Symbole für den Jakobsweg und die Via regia am selben Platz. Nicht immer einfach, den richtigen Weg zu finden. Aber wenn man doch mal vom Pfad abkommt, den die App vorschlägt, nimmt man eben eine andere Gasse. Einheimische werden den Weg auch ohne App leicht finden. Für Ortsfremde ist es auch eine Entdeckungstour durch die verwinkelten Gässchen.

Vom Nikolaiturm aus verläuft der offizielle Luther-Weg der App vorbei am Inselzoo um den Großen Teich. Eher ein touristischer als ein historisch korrekter Abstecher. Als nächstes erreicht man über die Berggasse die Roten Spitzen. „Stellen Sie sich vor, sie kommen als Mensch des Mittelalters hier entlang, um sie herum nur flache Holzbauten und dann diese imposanten Türme aus Stein“, sagt Büring.

Die heute noch stehenden Turmspitzen gehörten einst zur Marienkirche des Augustinerklosters. „Erst 30 Jahre nach der Reformation ließ sich der Abt dazu bewegen, gegen eine Pensionszahlung seinen Posten zu räumen“, schildert Büring die damalige Situation.

Vorbei am Residenzschloss, wo Luther während seiner Aufenthalte predigte und an der Kanzel der Schlosskirche verewigt wurde, geht der Rundweg weiter zur Sankt Bartholomäikirche. Hier erwartet die Besucher die Dauerausstellung „Georg Spalatin – Freiheit und Glaube“.

Laut App dauert der Rundweg durch Altenburg dreieinhalb Stunden und ist knapp fünf Kilometer lang. An mancher Stelle ist der Blick auf die Karte der App schwierig, da sich die Karte nur schwer ruhig halten lässt und zuweilen etwas starr und verspätet reagiert. Ortsfremde könnten so leicht vom Weg abkommen. Aber dann entdecken sie vielleicht noch andere schöne Seiten der Altenburger Innenstadt.

Von Tatjana Kulpa

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