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Altenburg Auf den Spuren von Max Klinger im Lindenau-Museum
Region Altenburg Auf den Spuren von Max Klinger im Lindenau-Museum
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18:38 04.07.2019
Sarah Kinzel arbeitet als Provenienzforscherin im Altenburger Lindenau-Museum – und nimmt dabei derzeit Werke von Max Klinger unter die Lupe. (Archivbild) Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Max Klinger: Der Name des aus Leipzig stammenden Bildhauers, Malers und Grafikers ist international bekannt, seine Gemälde, Büsten und Plastiken sind in diversen Museen und öffentlichen Einrichtungen zu finden. Auch das Lindenau-Museum Altenburg besitzt einige bedeutende druckgrafische Zyklen sowie vier Gemälde des 1920 verstorbenen Künstlers. Letztgenannten ist gemein, dass sie Landschaften zeigen und in den 1950er-Jahren über den Leipziger Kunsthandel nach Altenburg gelangt sind. Bewegte Geschichten verbinden sich mit diesen Werken. Provenienzforscherin Sarah Kinzel erzählte davon kürzlich bei einer Sonderführung.

Vorgestellte Werke werden untersucht

Sarah Kinzels Arbeit ist so umfassend, schwierig, fast detektivisch, wie es das Publikum kaum erwartet hatte. Sie verfolgt die Wege, die ein Kunstwerk zurückgelegt hat, bis es letztlich ins Lindenau-Museum kam. Im Mittelpunkt der Nachforschungen stehen Werke, die den Besitzern während der NS-Zeit geraubt, entzogen oder über sogenannte „Judenauktionen“ in dieser Zeit erworben wurden.

Die drei Gemälde, die Sarah Kinzel während der Sonderführung näher vorstellte, gehören ebenfalls zu den untersuchten Objekten. Noch ist nicht vollständig geklärt, welchen Weg sie genommen haben, wo sie sich in den Jahren 1933 bis 1945 befanden. Kinzel hat unter anderem Unterlagen das Staatsarchivs und des Stadtarchivs Leipzig, Familienstammbäume, Geburts- und Sterbeurkunden, An- und Verkaufsregister sowie Fotos aus Wohnungen analysiert und akribisch ausgewertet.

Über Unterlagen wurden Vorbesitzer ermittelt

Für den Erwerb von „Nymphen und Kentauren“, „Meeresküste“ und „Landschaft an der Unstrut“, alle aus dem Jahr 1912, führte Hanns-Conon von der Gabelentz die Verhandlungen persönlich. Die beiden Meeresszenen Max Klingers sind eigenhändige Repliken des Künstlers, keine Kopien, schilderte Kinzel. „Der Ankauf der beiden Bilder wurde über Albert Giesecke vermittelt, einen Leipziger Kunsthistoriker, der sich als privater Kunstagent betätigte und über den das Lindenau-Museum in den 1950er-Jahren zehn Gemälde erwarb“, sagte die Provenienzforscherin.

Aus den im Museum vorhandenen Unterlagen konnten auch die Vorbesitzer ermittelt werden: Margarethe Giesecke und ihre Tochter Ingeburg, beide mit Albert Giesecke verwandt. Margarethe Giesecke und ihr 1946 verstorbener Ehemann Carl Walter Giesecke, Mitinhaber der namhaften Leipziger Schriftgießerei Schelter & Giesecke, waren direkte Nachbarn Klingers in der Leipziger Karl-Heine-Straße. Am 30. April 1957 schrieb Gabelentz an Margarethe Giesecke, dass er für beide Werke aufgrund der „für Ankäufe verfügbaren Mittel“ nur 1200 DM (Ost) bieten könne. Margarethe Giesecke gelang es schließlich, Gabelentz auf 1400 DM hoch zu handeln.

Vertrauen in Herkunft ist fehl am Platz

Das Bild „Landschaft an der Unstrut“ gelangte 1954 aus dem Kunstsalon Franke ins Lindenau-Museum. Es stellt eine Landschaft an der Saale bei Großjena dar, dem letzten Wohnsitz Klingers, und ist in moderner Auffassung gemalt. Der Kaufpreis war mit 2000 DM (Ost) äußerst niedrig. Eine absolute Gelegenheit, zumal das Gemälde direkt von Klinger erworben worden sein soll. „Die Leipziger Kunsthandlung Willy Franke gehört allerdings zu den Firmen, für die in anderen Fällen eine Beteiligung am Handel mit enteignetem Kunstgut nachgewiesen werden konnte, weshalb Zugänge über Franke prinzipiell überprüft werden müssen“, erklärte Sarah Kinzel.

Vertrauen in die Herkunft von Kunstwerken ist fehl am Platz. Umso bedeutsamer ist es, dass die zunächst auf ein Jahr befristete Projektstelle des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste nun um zwei weitere Jahre verlängert worden ist. Provenienzforscherin Kinzel kann so weiterhin die Herkunft einzelner Sammlungsbestände des Lindenau-Museums überprüfen, die Verdachtsmomente aufweisen. Während der Projektlaufzeit sollen insgesamt 300 Gemälde und Plastiken geprüft werden. Für Grafiken fehlen gegenwärtig Zeit und Ressourcen.

Von Ute Hirsch und Kay Würker

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