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Altenburg Auszeichnung für Altenburger Kinderheim-Villa
Region Altenburg Auszeichnung für Altenburger Kinderheim-Villa
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18:03 14.08.2019
Die Gründerzeitvilla in der Altenburger Käthe-Kollwitz-Straße 46 wurde von der Jury als Preisträger des „Johann-Georg-Hellbrunn-Preises ausgewählt. Quelle: Ronny Seifarth
Altenburg

Jetzt ist es raus: Der Denkmalschutzpreis der Stadt Altenburg 2019 geht an die Sanierer der Gründerzeitvilla in der Käthe-Kollwitz-Straße 46. „Nach einem Stadtrundgang zur Besichtigung der vorgeschlagenen Objekte und eingehender Diskussion fällte die Jury eine einstimmige Entscheidung“, berichtete am Mittwoch Jürgen Fröhlich von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt. Die Preisträger erhalten eine Ehrenurkunde. Außerdem ist die nach Johann Georg Hellbrunn benannte Auszeichnung mit 2000 Euro dotiert. Anerkennungsurkunden sowie Geldpreise in Höhe von 500 Euro gingen an die Eigner des Kulturdenkmals Uhlandstraße 8/10 und des Wohnhauses Pauritzer Straße 1.

Die Fabrikantenvilla in der Käthe-Kollwitz-Straße gehört der „Altenburg Immobilien GbR Lucas und Thomas Sperr“ aus Stuttgart. Die Jury zeigte sich begeistert von den „vorbildlichen Leistungen zur Erhaltung und Pflege, einer Fassadeninstandsetzung und der Instandsetzung denkmalpflegerisch wertvoller Details“, schilderte Fröhlich. Seit Herbst 2018 wird das Haus von der Horizonte gGmbH als Kinderheim genutzt.

Repräsentative Villa aus dem Jahr 1888

Die repräsentative Villa wurde 1888 nach Plänen des Altenburger Baumeisters Knoll für den Altenburger Nähmaschinenfabrikanten Kommerzienrat Hermann Köhler errichtet. Das zweigeschossige Gebäude mit Erkertürmchen und Schmuckgiebeln befindet sich in markanter Ecklage zwischen der Käthe-Kollwitz-Straße und der Thümmelstraße. Die Fassaden werden durch Schmuckklinker und stuckverzierte Putzflächen sowie durch aufwendig verzierte bauzeitliche Holzkastenfenster geprägt, die mit einer zweiten Glasebene zum Wärmeschutz ergänzt wurden.

Auch die repräsentative zweiflügelige Hauseingangstür stammt noch aus der Bauzeit, heißt es im Bericht der Denkmalschutzbehörde. Im Inneren des Hauses sind die originale Raumstruktur und eine Vielzahl von bauzeitlichen und späteren Ausstattungsdetails – wie Stuckdecken, Türen mit historischen Beschlägen, Bleiverglasungen und ein Teil der Bodenbeläge – erhalten. Lucas und Thomas Sperr haben dieses Kulturdenkmal 2016 nach jahrelangem Leerstand erworben.

Anerkennung für Uhlandstraße 10

Das Kulturdenkmal Uhlandstraße 10. Quelle: Mario Jahn

Eine starke Leistung haben aus Sicht der Denkmalpreis-Jury auch Eva-Maria Leibold und Tony Schnoor vollbracht. Sie kümmerten sich um die Inneninstandsetzung der Uhlandstraße 8/10. Das Doppelhaus wurde in den Jahren 1927/1928 nach Plänen des Architekten Henry van de Velde und seines Schülers Thilo Schoder aus Gera für die beiden Geschäftsführer der „Bauhütte Ostthüringen“, Kurt Döberitz und Oskar Möbius, im Stil der Bauhausarchitektur errichtet.

Leibold und Schnoor erwarben 2017 zunächst den Hausteil Nummer 10, setzten ihn im Folgejahr in einem ersten Bauabschnitt im Innern nach denkmalpflegerischen Vorgaben und im Einklang mit modernen Wohnanforderungen instand. „Dabei wurden die bauzeitliche Raumstruktur, die bauzeitlichen Innentüren mit Beschlägen und das originale Treppenhaus“, lobt Jürgen Fröhlich. In einem nächsten Bauabschnitt werden derzeit die Grundstücksmauer und die Außentreppen instandgesetzt, bevor 2020 die Fassadeninstandsetzung folgen soll.

Pauritzer Straße 1 ist wieder schmuck

Die Pauritzer Straße 1. Quelle: Mario Jahn

Die WAG Wohnungsgenossenschaft „Altenburg-Glashütte“ zählt ebenso zu den Ausgezeichneten. Die Fassadeninstandsetzung der Pauritzer Straße 1 ist der Jury eine Anerkennungsurkunde wert. Das äußere Erscheinungsbild, die Gebäudekubatur und die Fassadengestaltung des heutigen, in großen Teilen neu errichteten Wohnhauses deuten auf eine Bauzeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts hin, teilt die Denkmalschutzbehörde mit. Denkmalpflegerische Untersuchungen während der notwendigen Abbrucharbeiten im Jahre 2011 haben jedoch ergeben, dass sich hinter der einheitlichen Fassade des 19. Jahrhunderts mindestens zwei ehemalige kleinere ältere Einzelhäuser aus der Zeit um 1580 und 1660 verborgen hatten.

Jahrelange Odyssee

„Dass an dieser stadtgeschichtlich und städtebaulich wichtigen Nahtstelle zwischen dem Brühl als erstem Altenburger Markt und dem Eingang in die zum Verlauf der alten Handelsstraße Via Imperii gehörenden Pauritzer Straße noch ein Haus steht, ist das Ergebnis einer rund 25 Jahre dauernden regelrechten Odyssee“, erinnert Fröhlich. Nachdem ein Eigentümer aus den alten Bundesländern das Haus Anfang der 1990er-Jahre erworben hatte, habe er es über rund 14 Jahre verwahrlosen lassen. Schließlich beschloss der Stadtrat 2009 nach kontroverser Debatte den Kauf des Hauses, um keine Baulücke entstehen zu lassen. In den folgenden Jahren wurden durch die Stadt Altenburg umfangreiche Abbruch-, Notsicherungs- und Rohbauarbeiten an den Fassaden, den Decken und der Dacheindeckung des Hauses ausgeführt.

2016 erwarb die Wohnungsgenossenschaft das Gebäude, um darin sechs moderne Wohnungen zu errichten. Dabei wurden auch die Schmuckfassade instand gesetzt und nach historischem Vorbild profilierte Holzrahmenfenster eingebaut. Alle Wohnungen sind bereits vergeben.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des 15. Marstallkonzertes zum Tag des offenen Denkmals am 6. September, das diesmal in der Brüderkirche stattfindet.

Von OVZ

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