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Altenburg Bauarbeiter-Ballett bringt Musik und Tanz aufs Altenburger Schloss
Region Altenburg Bauarbeiter-Ballett bringt Musik und Tanz aufs Altenburger Schloss
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06:13 21.05.2019
Schaulaufen mit Schubkarre: Die Akteure der Mitspieler-Akademie luden im Rahmen der Museumsnacht zum Bauarbeiter-Ballett in den Schlosshof. Quelle: Fotos (2): Mario Jahn
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Altenburg

Das Altenburger Bauarbeiter-Ballett schleppte am Sonnabend eine monströse Zwanzig über die Wiese zur Bühne vor dem Mauritianum. Die beiden beinahe mannshohen Zahlen hatte das Wellpappenwerk Lucka extra für die Eröffnung der 20. Altenburger Museumsnacht gefertigt.

Harter Kern der Prinzenraubfestspiele

Mit einer kurzen Tanzeinlage machten die Bauarbeiter – allesamt Akteure der Mitspieler-Akademie – im Anschluss neugierig auf ihr Ballett am Prinzenpalais. Die Theatergruppe unter der Trägerschaft des Altenburger Schloss- und Kulturbetriebes besteht seit 2012. Den Hut auf hat von Anfang an Susanne Stützner. „Ich bin der Chef“, so die Sachgebietsleiterin des Kulturmanagements. „Die Mitspieler-Akademie ist damals entstanden, um den harten Kern der Prinzenräuber nach dem Aus für die Prinzenraubfestspiele zusammenzuhalten.“ Seitdem überraschen die begeisterten Amateurschauspieler jedes Jahr mit einem neuen Projekt zur Stadtgeschichte.

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Seit 2013 entstehen Tanzstücke unter der künstlerischen Leitung der Leipziger Choreografin Heike Hennig. Die freie Regisseurin begeistert Mitspieler und Publikum immer wieder mit außergewöhnlichen Ideen.

Primaballerina mit Einkaufswagen

So tanzte am Sonnabend Wolf-Dieter Kullrich zur großen Freude der Zuschauer als Primaballerina der etwas anderen Art zu Reinhard Mays „Männer im Baumarkt“. Selbstverständlich hatte er für sein Solo einen Einkaufswagen dabei, der aber auf dem Schlosspflaster gar nicht so leicht zu bändigen war. Der pensionierte Diplomingenieur aus Borna gehört zu den Prinzenräubern der ersten Stunde. „Ich bin seit über 15 Jahren schon dabei“, erklärte der ehemalige Fahrzeugkonstrukteur.

In den drei gut besuchten Aufführungen verfolgten die Zuschauer amüsiert, wie zu Beginn des Stückes die vier Töchter von Prinz Moritz aus den Fenstern des Palais heraus um die Gunst eines vornehmen Galans kämpften. Der Prinz gab im Schlosshof sein Bestes auf der Laute zu den Klängen von Antonio Vivaldi, während sich die Damen über ihm mit Besen bedrohten.

Ein Rap und ein desorientierter Prinz

Das Bauarbeiter-Ballett rückte an, rappte zum „Baustellenlied“ und begann schon mal mit ersten Arbeiten am Gebäude. Dass man es ernst meint mit dem Umbau des Prinzenpalais zur Spielewelt wurde spätestens dann klar, als „historisches“ Pappmobiliar aus den Fenstern flog – Veränderung steht an. Die alte und die neue Welt vermischten sich und der Prinz irrte desorientiert durch ein Computerspiel.

Zum Abschluss des 30-minütigen Tanzstückes begeisterten die 18 Akteure der Mitspieler-Akademie mit ihrer ganz eigenen Fassung des Kulthits „Y.M.C.A..“

Von Dana Weber