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Altenburg Baumarktkette Leitermann ist seit sieben Generationen in Familienhand
Region Altenburg Baumarktkette Leitermann ist seit sieben Generationen in Familienhand
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04:03 30.03.2019
Anlässlich des Betriebsjubiläums überreicht Heike Kunz (r.) die Ehrenurkunde der Industrie- und Handelskammer an Seniorchef Günther Lichtenstein. Die Baumarktkette leiten heute sein Sohn Stephan und seine Tochter Anja Lichtenstein (v.l.). Quelle: Jörg Reuter
Göpfersdorf

Alteingesessene Familienunternehmen sind hierzulande selten. Eine Familie, der es geglückt ist, über Generationen und politische Systeme hinweg zu bestehen, ist die Familie Lichtenstein aus Göpfersdorf, die heute die Baumarktkette Leitermann betreibt. Den Grundstein für die 150-jährige Firmengeschichte legte Gottlob Plötner, als er mit seinen verwitweten Töchtern beziehungsweise Schwiegertöchtern 1869 nach Göpfersdorf zog. Sieben Generationen später ist der Leitermann Arbeitgeber für 320 Mitarbeiter und unterhält sieben Filialen.

Digitalisierung ist die aktuelle Herausforderung

Auch wenn im Vergleich zu den Anfängen außer dem Namen „Leitermann“ – einst der Spitzname, den die Göpfersdorfer Gottlob Plötner gaben – alles anders scheint, es gibt auch Ähnlichkeiten. Vor allem Erfolg beim Lösen von Problemen mussten die Göpfersdorfer Leitermänner über alle Generationen beweisen. Und auch in Zukunft steht das Unternehmen wieder vor neuen Herausforderungen. Das wurde am Freitag beim Presseempfang zum 150-Jährigen deutlich.

Die derzeit größten Schwierigkeiten bereitet die Digitalisierung beziehungsweise die Bandbreite des Zugangs zum weltweiten Netz. Geschäftsführer Stephan Lichtenstein erklärte, wenn alle 30 Verwaltungsmitarbeiter in Göpfersdorf online sind, gehe nichts mehr. Trotz Standleitung sei die Situation so prekär, dass überlegt werden müsse, wie lange der Standort in Göpfersdorf gehalten werden kann. Dabei geht es nicht nur um den Onlineshop, den der Leitermann seit 2004 von Göpfersdorf aus betreibt, sondern auch um die Vernetzung der Firma oder um das Arbeiten in sogenannten Clouds.

Auch der Fachkräftemangel mache keinen Bogen um das Unternehmen, so Lichtenstein, auch wenn dem bis jetzt durch eigene Lehrlingsausbildung begegnet werden konnte. Dazu kommt – ganz spezifisch für den Einzelhandel – der Wandel im Kaufverhalten der Kundschaft. „Die Filialen werden immer mehr zu Showrooms für den digitalen Handel“, erwartet Stephan Lichtenstein.

Unternehmen wird aufs Minimum geschleift

Sein Vater Günther hatte bis zum Mauerfall noch ganz andere Probleme. „Damals war es wichtig, etwas zu haben. Heute ist es wichtig, etwas zu verkaufen“, meinte der Seniorchef. Sein Vorgänger, Opa Kurt Schmidt, musste damals mit ansehen, wie das gut laufende Familiengeschäft nach dem Krieg in der jungen DDR auf ein Minimum geschleift wurde. In den 1920er-Jahren hatten Otto und sein Sohn Kurt Schmidt die Leiter-Produktion ausgebaut und um ein Geschäft für Technik in Waldenburg, in dem es bald auch Motorräder gab, erweitert. Zu dieser Zeit erlebte das Familienunternehmen eine erste Blüte.

Davon konnte Urahn Gottlob Plötner, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Weißenborn ins 65 Kilometer entfernte Göpfersdorf kam, nur träumen. Er musste mit einfachen Mitteln das Überleben seiner Familie sichern. Und die Leitern, die er mühsam fertigte, waren die einzige Einnahmequelle für ihn und seine drei alleinstehenden Töchter beziehungsweise Schwiegertöchter.

Von Jörg Reuter

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