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Altenburg Bergbrüderschaft Rositz-Meuselwitz feiert Sommerfest
Region Altenburg Bergbrüderschaft Rositz-Meuselwitz feiert Sommerfest
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09:08 23.07.2019
Gemütlich beisammensitzen und plauschen: Die Bergbrüderschaft Rositz-Meuselwitz feierte jetzt ihr Sommerfest. Quelle: Andy Drabek
Rositz

„Das könnt ihr nicht machen. Euch brennt eines Tages die Bude ab.“ Roland Müller erinnert sich am Wochenende auf dem Sommerfest der Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositz lebhaft an eine Anekdote aus dem Jahr 2008. Damals bewahrt der heute 83-jährige Bergmann die Rositzer Heimatscheune vor einem möglicherweise fatalen Fehler. Er warnt davor, beim Stollennachbau große Mengen echter Braunkohle einzusetzen, denn die Kohle aus der Rositzer Region neigt wegen ihres hohen Schwefelgehaltes zur Selbstentzündung.

An einer langen Tafel unter Bäumen haben es sich die Bergbrüder und ihre Gattinnen am vergangenen Freitag hinter dem Rositzer Kulturhaus gemütlich gemacht. Vereinsgründer und Ehrenmitglied Roland Müller – der Älteste in der Runde – gewährt Einblicke in sein Leben als Bergmann: „Ich hab 36 Jahre unter Tage gearbeitet. Ich war überall: in der Braunkohle, bei der Wismut, im Kalibergbau und im Kupferschiefer.“ 1945 muss der gebürtige Schlesier aus seiner Heimat fliehen und findet bei Verwandten in Fockendorf ein neues Zuhause.

Bergmannsberuf in kleinen Schritten erlernt

Den Beruf des Bergmanns erlernt er ab 1952 in Rositz. „Das war reine Handarbeit mit der Spitzhacke.“ Aber bevor er unter Tage darf, muss er das Mindestalter von 15 Jahren erreichen. So beginnt seine Lehre zum Bergmann mit der Ausbildung zu Schlosser, Maurer und Zimmermann – vierteljahresweise von allem etwas. Roland Müller arbeitet sich zum Steiger hoch, drückt noch mal die Schulbank, besucht drei Jahre die damalige Bergschule Eisleben – eine der ältesten in Deutschland – und schafft es im Laufe seines Berufslebens bis zum Tagebauleiter Borna Ost. „Ich war für die ganze Entwässerung im Tagebau zuständig.“

Als Müller 1996 in den Vorruhestand geht, merkt er, dass ihm das eigentlich nicht so recht gefällt. „Es war eine schwere Arbeit. Aber ich habe es nie bereut, Bergmann zu sein.“ 2009 ist er Mitbegründer der Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositz.

Suche nach geeigneten Räumlichkeiten fürs Zehnjährige

In diesem Jahr begeht der Verein sein zehnjähriges Jubiläum. „Leider suchen wir immer noch nach geeigneten Räumlichkeiten“, bedauert Vereinsvorsitzender Andreas Schumann und ergänzt: „Für den Braunkohleabbau gibt es nicht das Geschichtsbewusstsein in der Bevölkerung, wie das für den Bergbau im Erzgebirge der Fall ist.“ Nichtsdestotrotz betreibt der Verein unermüdlich regionale Traditionspflege.

So möchten die Bergbrüder als Begleitpersonal ihre Zusammenarbeit mit der Meuselwitzer Kohlebahn gerne intensivieren. Und ihr aktuelles Jugendprojekt ist der Grubenwanderweg, der zusammen mit Schülern des Seckendorff-Gymnasiums Meuselwitz um Findlinge für jedes durch die Braunkohle verlorene Dorf in der Region erweitert werden soll.

Von Dana Weber

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