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Altenburg Bohrung für Stromkabel beschädigt neuen Kunstrasenplatz in Gößnitz
Region Altenburg Bohrung für Stromkabel beschädigt neuen Kunstrasenplatz in Gößnitz
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10:08 23.03.2019
Kegel umrunden die beschädigte Stelle des Kunstrasenplatzes in Gößnitz. Nach einer Bohrung hebt sich der Abschnitt.
Kegel umrunden die beschädigte Stelle des Kunstrasenplatzes in Gößnitz. Nach einer Bohrung hebt sich der Abschnitt. Quelle: Jens Rosenkranz
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Gößnitz

2017 war er für viel Geld fertiggestellt worden. Nun musste er schon wieder gesperrt werden. Der neue Kunstrasenplatz in Gößnitz ist beschädigt worden. Auf einer Fläche von etwa 25 Quadratmetern hebt er sich. Verursacher des Schadens ist die Mitteldeutsche Netzgesellschaft (Mitnetz) Strom. Dies räumte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber der OVZ ein.

Flüssigkeit dringt nach oben

Im November 2018 hatte Mitnetz eine Mittelspannungsleitung verlegt, die quer unter dem Kunstrasen hindurchführte. Dabei war ein sogenanntes Spülbohrverfahren angewendet worden. Das horizontale Bohrloch entsteht dabei mittels einer Flüssigkeit und Druck. In äußerst seltenen Fällen kann dieser Druck nach oben abweichen, was in Gößnitz passiert sei, erläuterte die Sprecherin. Da in diesem Bereich eine Gefüge-Störung im Erdreich vorhanden war, gelangte das Spülmittel nach oben, wodurch der Platz angehoben wurden. „Das ist sehr bedauerlich“, sagte sie. Mitnetz Strom übernehme daher vollständig die für die Reparatur des Platzes anfallenden Kosten. Wie hoch diese sind, stehe im Moment noch nicht fest. Die Arbeiten beginnen, wenn die Temperaturen konstant über zehn Grad Celsius liegen.

Spiele nach Crimmitschau verlegt

Wegen des gesperrten Platzes musste die erste Mannschaft des FSV Gößnitz zwei Punktspiele in der Fußball-Kreisoberliga auf dem Kunstrasen in Crimmitschau austragen, ebenso zwei Freundschaftsspiele der B-Junioren. Dies könne man verschmerzen, sagt FSV-Vorsitzender Lutz Goerke der OVZ. Er bedauerte den Vorfall, würdigte jedoch das faire Verhalten von Mitnetz, da das Unternehmen auch die entgangenen Mietausfälle für den FSV trage. Denn der Platz werde auch an Mannschaften aus Ehrenhain, Ronneburg und andere vermietet. Den Informationen von Goerke zufolge werde der Platz bei der Reparatur exakt so wieder hergestellt, wie er war. Das habe ihm die Kunstrasenfirma zugesichert.

Wasser entweicht aus dem Boden

Am Rande des Kunstrasenplatzes in Gößnitz entweicht Wasser aus dem Erdreich. Quelle: Lutz Goerke

Dies ist allerdings nicht der einzige Schaden. Im Bereich des Bohrlochs am Weg hin zum neuen Vereinshaus entweicht Wasser. Niemand weiß im Moment, woher es kommt.

Der Kunstrasen war nach der Hochwasserkatastrophe 2013 errichtet worden, bei der die Sportanlage an der Pleiße fast zerstört worden war. Zusammen mit der Erneuerung des Rasenplatzes wurden dafür 1,1 Millionen Euro ausgegeben.

Von Jens Rosenkranz