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Altenburg Brummis auf Schleichwegen nerven Anwohner
Region Altenburg Brummis auf Schleichwegen nerven Anwohner
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19:11 25.05.2018
An der Baustelle versuchen die Fahrer etlicher Sattelschlepper, mit ihrem 40-Tonner selbst durch die kleinste Lücke zu schlüpfen. Quelle: privat
Lehndorf

Bei den Bewohnern von Lehndorf und Saara liegen die Nerven blank. Grund ist die Vollsperrung der viel befahrenen B 93 wegen des Brückenneubaus der Bahn. Die Belastungen insbesondere durch Lkw, die die ausgeschilderte reguläre weitläufige Umleitung für den Schwerlastverkehr einfach missachten und sich mit ihren 40 Tonnern verbotenerweise durch das letzte verbliebene Nadelöhr quälen, überschreitet derweil die Schmerzgrenzen.

Jetzt war das seit Sperrungsbeginn im Januar und bis voraussichtlich Mai 2019 andauernde Problem wieder Thema im Nobitzer Gemeinderat.

Vor allem ortsunkundige Fahrer nutzen Schleichwege

Thomas Hummel, selbst Anwohner und im Gemeinderat sitzend, platzte förmlich der Kragen: „Kürzlich hat sich vor meinem Haus sogar ein Gigaliner festgefahren. Und von den normalen 40-Tonnern, die diesen Weg gar nicht nutzen dürften, habe ich in den Morgenstunden zwischen 6 und 7 Uhr allein acht gezählt“, schimpfte er. Und dabei führt die Route der oftmals ausländischen und nicht ortskundigen Fahrer auf einem Schleichweg, auf dem auch Schulbus und Schulkinder unterwegs sind und der Spielplatz angrenzt.

Hummel war nicht untätig und hat einen Protestbrief an die oftmals dort fahrende Spedition geschrieben, in dem er mit Nachdruck fordert, den Fahrern bei der Disposition die einzig zu befahrende und erlaubte Umleitung mitzuteilen – „auch in Fremdsprachen bei Bedarf“.

Dabei sind die Sperrung sowie die Umleitungsstrecke weiträumig ausgeschildert. „Aber es hält sich keiner dran. Da muss weiter nachgebessert werden.“

Auch Pleißebrücke ist nicht für 40-Tonner zugelassen

Denn die Brummis nutzen jeden sich bietenden Schleichweg. In Lehndorf-Saara verstopfen die schweren Laster nicht nur die ohnehin schmalen Ortsstraßen. Sie passieren mit ihren bis zu 40 Tonnen auch die dortige Pleißebrücke. „Und die darf nur mit maximal 16 Tonnen befahren werden“, ist Hummel fassungslos. Die Polizei kontrolliere zwar regelmäßig. „Aber rund um die Uhr kann dort ja auch keiner stehen“, so Gemeinderat Jens Stumpf, der Polizist ist. „Und wenn wir kontrollieren, können wir Bußgelder abkassieren, müssen die Lastzüge dann aber weiterfahren lassen, weil hier keiner wenden kann.“

Jetzt will die Gemeinde nochmals bei allen verantwortlich Behörden nachstoßen und eine noch umfangreichere Ausschilderung und Kontrollen fordern. „Ich glaube aber nicht, dass wir da besonders viel erreichen werden, weil die jetzige Ausschilderung den Vorschriften entspricht“, so Bürgermeister Hendrik Läbe.

Wie stark die Belastungen auch für die Straßenkörper sind, zeigt die so genannte Neue Welt in Lehndorf, die für Pkw geeignet ist. Inzwischen ist die Piste völlig ramponiert und mit Schlaglöchern übersät. Zumindest hier ist Abhilfe in Sicht. Die Bahn als Bauherr will die Schäden schnellstens beheben – vorerst provisorisch.

Von Jörg Wolf

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