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Altenburg Chef des Bauausschusses wirft Altenburgs OB Neumann Alleingang vor
Region Altenburg Chef des Bauausschusses wirft Altenburgs OB Neumann Alleingang vor
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19:09 18.01.2019
Weil er andere Vorhaben als dringender ansieht als neues Pflaster in der Moritzstraße, wirft Bauausschusschef Peter Müller Altenburgs OB André Neumann die Missachtung des Stadtrats vor. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Der Chef des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses, Peter Müller (Pro Altenburg), hat Oberbürgermeister André Neumann (CDU) Missachtung des Stadtrats vorgeworfen. „Die Entscheidung für die Sanierung der Moritzstraße ging am Bauausschuss vorbei, obwohl dieser zuständig ist“, kritisierte der Pro-Altenburg-Chef am Freitag gegenüber der OVZ. „Da erkenne ich Parallelen zu Ex-OB Wolf, der die Stadt im Alleingang umbauen wollte.“

Für Müller hat Moritzstraße keine Priorität

Daneben stößt Müller auf, dass die Moritzstraße den Vorzug vor der Schmöllnschen Vorstadt erhält. „Die Moritzstraße ist in einem relativ guten Zustand“, so der Vorsitzende des Bauausschusses. Mit etwas Splitt und Geschwindigkeitskontrollen könne man das Lärmproblem lösen. „Daher hat sie keine Priorität.“ Anders die Schmöllnsche Vorstadt. „Dafür gibt es eine Planungsbestätigung, die Stadt kann ausschreiben.“ Außerdem werde damit die Sanierung des Innenstadtrings abgeschlossen und erst durch den Umbau würde geordnetes Parken möglich.

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Droht Ladensterben wie in der Wallstraße?

Doch der Gründer der Bürgerbewegung Pro Altenburg sieht aus früheren Projekten heraus noch eine andere Gefahr. „Man muss zwingend darüber nachdenken, wie sich eine Veränderung der Buslinien auf das Käuferverhalten in der Innenstadt auswirkt“, sagte Müller. Halte der Bus etwa auf dem Topfmarkt, gebe es keinen Grund mehr, die Moritzstraße hochzulaufen. „Damit droht ihr dasselbe Schicksal wie der Wallstraße – ein Ladensterben. Wollen das der OB und seine City-Managerin?“

Keplerplatz oder Brühl wären drängender

Abgesehen von der Schmöllnschen Vorstadt sieht Müller noch andere Bauvorhaben im Sanierungsgebiet als drängender als die Moritzstraße an. „Wenn wir schon zu viele sanierungsbedingte Einnahmen haben, dann bietet sich der in einem katastrophalen Zustand befindliche Keplerplatz oder der Brühl an“, so der Pro-Altenburg-Chef. „Jetzt ist es eine Frage der Demokratie, wo der zuständige Ausschuss ein Mitspracherecht hat und wofür er sich entscheidet.“

Müllers Kritik entzündete sich an den von OB Neumann und seinem Stellvertreter Frank Rosenfeld (SPD) in der OVZ verkündeten Plänen, die Moritzstraße zu sanieren, aber die Schmöllnsche Vorstadt auf Eis zu legen, obwohl es dazu einen Beschluss des Bauausschusses gibt.

Von Thomas Haegeler