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Altenburg Coronakrise: Ostthüringer Handwerk leidet unter Umsatzrückgängen und Auftragsstornierungen
Region Altenburg Coronakrise: Ostthüringer Handwerk leidet unter Umsatzrückgängen und Auftragsstornierungen
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11:29 18.05.2020
Vielen Handwerkern macht die Coronakrise zu schaffen. Quelle: dpa
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Altenburg/Gera

95 Prozent der Ostthüringer Handwerksunternehmen spüren die Auswirkungen der Coronakrise auf ihren Geschäftsbetrieb besonders stark. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Handwerkskammer für Ostthüringen hervor, an der sich 300 Handwerkerinnen und Handwerker beteiligt haben. Demnach mussten 79 Prozent der Befragten deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen. 48 Prozent vermeldeten erhebliche Auftragsstornierungen und 39 Prozent Arbeitsausfälle durch fehlendes Material sowie nicht lieferbare Betriebsmittel, teilt die Kammer mit.

Aber auch personelle Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf das Ostthüringer Handwerk. So mussten 41 Prozent der Unternehmen für ihre Beschäftigten Kurzarbeit beantragen. Krankheitsbedingte Ausfälle gaben elf Prozent der Betriebe an. In immerhin jedem dritten Unternehmen fielen Mitarbeiter aufgrund fehlender Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten oder Schulhorten aus.

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Drei Viertel nutzen Soforthilfe

In der Umfrage wurden aber auch Unterstützungsmaßnahmen seitens der Politik abgefragt, die die Betriebe in Anspruch genommen haben. Mehr als drei Viertel der Unternehmen nutzten bisher die nicht rückzahlbaren Zuschüsse aus den Soforthilfeprogrammen von Bund und Land. Die Stundung von Sozialversicherungen war für 36 Prozent der Befragten wichtig zur Existenzsicherung, Liquiditätshilfen wie Überbrückungskredite und Bürgschaften für 11 Prozent. Gleichzeitig wünschen sich aber auch 43 Prozent eine schnelle Auszahlung des Kurzarbeitergeldes, da die Unternehmen damit in Vorleistungen gehen mussten und somit weitere Finanzlücken gerissen wurden.

Uneinigkeit über Lockerungen

Aber auch die Einschätzung der begonnenen Lockerungen für Wirtschaft und Gesellschaft wurden abgefragt. Hier zeige sich ein uneinheitliches Bild, berichtet die Kammer. 39 Prozent halten die jetzt erfolgten Lockerungsmaßnahmen für genau richtig. Für 22 Prozent waren sie noch zu gering, für 11 Prozent zu zeitig. Deutlich werde aber auch, dass viele Handwerkerinnen und Handwerker die Lockerungen für zu unkoordiniert halten.

Bei den Ausbildungsunternehmen unter den Befragten gaben 40 Prozent an, weniger Auszubildende als im Vorjahr einstellen zu wollen. Nur jeder sechste Betrieb plant mehr Azubi-Neueinstellungen.

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Von OVZ

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