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Altenburg Danijel Gavrilovic bringt Dostojewski in den Friseursalon
Region Altenburg Danijel Gavrilovic bringt Dostojewski in den Friseursalon
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11:10 13.11.2018
Freuen sich auf „Literatur in den Häusern der Region“: Schauspieler Danijel Gavrilovic und Gastgeber Peter Müller (v.l.). Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Das gedruckte Wort mal anders wahrnehmen, an ungewöhnlichen Orten Weltliteratur erleben – das ist am Freitag wieder das Ziel von „Literatur in den Häusern der Region“. Im Zuge der Veranstaltungsräume verwandeln sich zahlreiche Wohn- und Geschäftsräume in literarische Salons, lesen Mitglieder des Schauspielensembles von Theater&Philharmonie Thüringen Texte.

Die Lust am Vorlesen

Mit dabei ist erstmals der Historische Friseursalon in der Pauritzer Straße. Organisiert hat die Teilnahme der Vorstand der Bürgerbewegung Pro Altenburg, der Salon-Inhaber Peter Müller angehört. „Wir hatten die Idee, einfach mal mitzumachen“, erklärt er die Hintergründe – und schiebt schmunzelnd hinterher: „Wer hat sich schließlich früher nicht gerne etwas vorlesen lassen?“

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Den Part des Geschichtenerzählers übernimmt am Freitag in der Bohlenstube im ersten Stock des Gebäudes Danijel Gavrilovic. Der Schauspieler ist zum zweiten Mal bei dem Leseabend dabei. „Im vergangenen Jahr habe ich in einer Privatwohnung in Schmölln gelesen. Dieses Mal ist es schon ein wenig anders, aber ich denke, dass es wieder schön wird“, gibt er sich optimistisch.

Russisches Nationalbewusstsein und historisches zum Friseurberuf

In Sachen Text fiel seine Wahl diesmal auf Dostojewskis „Der Spieler“. Einer seiner Favoriten des Autors, wie er bekennt. „Man merkt, dass der Roman stark autobiografisch ist, mir gefällt auch, wie er die Figuren zeichnet, das russische Nationalbewusstsein spielt auch eine große Rolle“, sprudelt es aus Gavrilovic heraus. Er habe versucht, für all diese Aspekte die passenden Stellen zu finden, „aber natürlich musste ich mich ein wenig beschränken“, lächelt er.

Begleitet wird Gavrilovics Lesung am Freitag zudem auf der Geige von einer Schülerin der Musikschule, kündigt Peter Müller an. Und auch dem besonderen Ambiente wird Rechnung getragen – Gavrilovic werde einige Passagen aus einem historischen Friseurbuch von 1920 zum Besten geben.

Beginn der Lesungen ist jeweils 19.30 Uhr. Karten zu 5 Euro sind an der Theaterkasse erhältlich, beim Kauf erfährt man, wo die Lesung stattfindet. Ab 21 Uhr gemeinsamer Ausklang im Paul-Gustavus-Haus.

Das Programm

Michaela Dazian liest Hasnain Kazim: „Post von Karlheinz“

Manuel Kressin liest Nicolai Gogol: „Die Nase“

Ines Buchmann liest Astrid Lindgren: „Das entschwundene Land“

Sebastian Schlicht liest Marc-Uwe Kling: „Qualityland“

Alexandra Sagurna & Thomas C. Zinke lesen „Ein Faust-Pas-de-Deux“

Johannes Emmrich liest Albert Einstein: „Briefe“

Markus Lingstädt liest Michael Ende: „Der Wunschpunsch“

Danijel Gavrilovic liest F.M. Dostojewski: „Der Spieler”

Ioachim Zarculea präsentiert Anekdoten aus dem Leben eines Schauspielers

Manuel Struffolino liest Ernst Haffner: „Blutsbrüder - Ein Berliner Cliquenroman“

Thorsten Dara präsentiert „Vorsicht, bissiger Mensch! – Ein Abend mit Kurt Tucholsky

Mechthild Scrobanita liest Michelle Marly: „Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe”

Nolundi Tschudi liest Ror Wolf: „Nachrichten aus der bewohnten Welt“

Maximilian Popp präsentiert Stefan Zweig: „Die Welt von gestern“

Karin Kundt-Petters hat Klassisches von Goethe, Schiller und anderen

Von Bastian Fischer