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Altenburg Dauerbrenner Dreck und Müll: Altenburg will Abhilfe schaffen
Region Altenburg Dauerbrenner Dreck und Müll: Altenburg will Abhilfe schaffen
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11:36 13.05.2019
Die Straßenkehrmaschine der Stadt ist kaputt und muss repariert werden. Danach kann sie Teil des neuen Konzepts für ein saubereres Altenburg werden, das gerade in Arbeit ist. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Es ist ein Altenburger Dauerbrenner. Immer wieder gab und gibt es Beschwerden über herumliegenden Müll sowie dreckige Wege und Straßen. Nun soll ein neues Konzept Abhilfe schaffen, an dem Verwaltung und Stadtrat derzeit arbeiten. Auch wenn es noch Monate dauern wird, bis es fertig ist, gibt es dafür bereits ein Grundgerüst. Dieses stammt von Denis Anders, Leiter des Referats Stadtwirtschaft, das für die Sauberkeit zuständig ist. Es umfasst drei Säulen: Maßnahmen der Stadt, Maßnahmen der Altenburger und ihrer Gäste, mehr Verfolgungsdruck.

Drei Säulen für mehr Sauberkeit

„Es braucht ein ausgewogenes Maß aus allen drei Säulen“, sagt Anders. Die Stadt dürfe sich da nicht ausnehmen. „Wir müssen etwas tun, aber ich rate davon ab, in Größenordnungen mehr Leute einzustellen, weil das viel Steuergeld bindet und das will niemand.“ Ein, zwei zusätzliche Leute hätte er dennoch gern. Zudem nimmt Anders bei seinem Rat auch die beiden Stellen aus, die Ex-Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) im Herbst 2017 für mehr Sauberkeit geschaffen hatte, von denen aber seit Jahresbeginn eine unbesetzt ist. Diese Kräfte könnten verstärkt in der Innenstadt, am Pauritzer Teich, an Verkehrsinseln oder an herrenlosen Grundstücken eingesetzt werden, so der Referatsleiter.

Als weitere mögliche Maßnahmen der Stadt sieht Anders zudem ein Umverteilen der Papierkörbe an. „Bei den Papierkörben haben wir noch einige Lücken“, so der Referatsleiter. „Dabei brauchen wir nicht unbedingt mehr, müssen sie aber umverteilen.“ Als Bespiele nennt er hier den Bahnhof und die Fabrikstraße, in der Behältnisse fehlen. Neben diesen und den oben genannten sind für ihn weitere Müll- und Dreckschwerpunkte der hintere Bereich des Großen Teiches um die Schwimmhalle, der kleine Festplatz oder der Schlossberg inklusive Trost-Weg.

Zweite Marktreinigung scheitert am Geld

Auch ein Umgestalten der Papierkörbe zu leichter zu entleerenden orangen Kästen hält Anders für ein probates Mittel. „Das gefällt nicht jedem, spart aber Zeit, weil man die Behältnisse einfach unten herausnehmen kann.“ Außerdem muss die kaputte Kehrmaschine der Stadt reparieren werden. Selbst eine zweite Reinigung des Marktes inklusive angrenzender Gassen am Donnerstag hat OB André Neumann (CDU) schon ins Kalkül gezogen. Daraus wurde jedoch bisher aufgrund der angespannten Haushaltssituation und wegen Zusatzkosten im oberen vierstelligen Bereich nichts.

Was aber laut Anders geprüft wird, sind die Reinigungszyklen, -zeiten und feste Parkverbotsschilder in den wöchentlich zu reinigenden Gebieten. Vielversprechender ist für ihn jedoch Öffentlichkeitsarbeit mit Aktionen wie der Müll-Aktionswoche Ende vergangenen Jahres. Denn das leitet für den Referatsleiter zur zweiten, aus seiner Sicht wichtigeren Säule über: dem Verhalten der Menschen. „Es muss ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden“, sagt er. Das Bewusstsein, dass man mit dem achtlose Wegwerfen von Müll Unrecht tue, sei kaum vorhanden. „Wenn alle vernünftiger wären, müssten wir nicht so viel Geld ausgeben.“

Referat Stadtwirtschaft am Limit

Zumal mit den fünf bis sieben Leuten aus seinem Referat, die täglich im Putzeinsatz seien, „die Leistungsgrenze“, erreicht sei, erklärt der Verwaltungsmitarbeiter. Anstatt immer mehr Leute einzustellen, plädiert Anders eher dafür, den Druck auf die Verursacher zu erhöhen. „Die Sichtbarkeit von Ordnungskräften trägt zumindest etwas zur Besserung bei.“ Auch das gehört zum Plan von OB Neumann, scheiterte aber bisher ebenso am fehlenden Geld und Haushalt, der in den nächsten Monaten beschlossen werden soll.

Hintergrund des Konzepts sind nicht abreißende Beschwerden aus der Bevölkerung über Dreckecken und mangelnde Straßenreinigung. Daran änderte auch die Neuvergabe der Leistung zum 1. Januar 2018 nichts. So machten unter anderem Anwohner rund um den Botanischen Garten, im Bahnhofsviertel, aber auch in der Innenstadt 2018 und dieses Jahr Mängel geltend.

Für den Bereich Wallstraße/Hinter der Waage sieht Anders die Sache differenziert. Hier habe es Termine gegeben, an denen witterungsbedingt Halteverbotsschilder fehlten, so der Referatsleiter. „Bei Dauerfrost fallen Termine aus.“ Es gehe aber auch um Wirtschaftlichkeit. „Es geht nicht, wenn um 10 Uhr null Grad sind, zu sagen: Jetzt könnt ihr losfahren.“ Oft sei die mangelnde Reinigung aber auch von der Definition von Müll abhängig. So ergebe sich auf Pflaster mit Unkraut schnell ein ungepflegter Eindruck.

Vielfältige Probleme in Innenstadt

Man habe aber auch schon mit dem Auftragnehmer Remondis geredet und Straßen nachkehren lassen – auch die Wallstraße, sagt Anders und weist einmal mehr darauf hin, dass Böller und Co. kein Kehricht und nicht von der Firma, sondern vom Verursacher zu entfernen seien. Auch lehnten die Innenstadt-Händler bisher den Kauf von Rauchersäulen ab, die die Stadtwirtschaft mit reinigen würde.

In der Baderei oder Topfgasse gebe es zudem laut Satzung eine Gehbahn, erklärt Anders. Dort seien 1,5 Meter von der Hauskante die Eigentümer in der Pflicht. Zudem sei Pflaster wegen der Gefahr des Herauskehrens der Fugen ohnehin kritisch. „Daher sollte man künftig auch auf die Bodenauswahl achten“, schlägt der Fachmann vor. Insgesamt sei eine Grundsauberkeit da. „Wenn wir es besser machen und tiefer gehen wollen, wird’s teurer – für Stadt und Anwohner.“

Von Thomas Haegeler

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