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Altenburg Deich in Selleris wird nicht gebaut
Region Altenburg Deich in Selleris wird nicht gebaut
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18:38 07.12.2018
Beim Hochwasser 2013 hatte die Sprotte in Selleris die untere Straße mit Spielplatz und Sammelstelle überflutet. Quelle: Mario Jahn
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Selleris/Nobitz

Fast 50 000 Euro, davon rund 16 000 Euro aus dem Säckel der Gemeinde Nobitz, sind geflossen, um letztlich festzustellen, dass Selleris keinen Hochwasserschutz bekommt. Das hat das Land Thüringen als Hauptgeldgeber vor Kurzem entschieden. Die veranschlagten 600 000 Euro Gesamtkosten für einen Deich stünden in keinem Verhältnis zu den drei betroffenen Häusern.

Was sich für manch Außenstehenden fast wie ein Skandal anhört, stößt aber durchaus auf Verständnis. Etwa bei Holger Peter, der mit seiner Frau seit rund zehn Jahren in der alten Mühle in Selleris lebt, die zuletzt sein Schwiegervater als Müller betrieben hat: „Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen, eine sechsstellige Summe Steuergeld für uns paar Leute auszugeben. Da ist doch erst einmal jeder selbst gefordert, etwas zu tun“, sagt Peter zur OVZ und berichtet, dass er sein Haus auch gesichert habe.

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Die alte Wassermühle in Selleris war 2013 nicht das erste Mal überflutet. Auch wenn die Sprotte, die dort in die Pleiße mündet, seitdem nicht mehr über die Ufer getreten ist, wird es wohl nicht das letzte Mal gewesen sein. „Aber es steht ja auch nicht immer über einem Meter hoch wie beim letzten Mal“, weiß Peter aus Erfahrung.

Ein Problem aus seiner Sicht ist aber die Feuerwehr, die im Fall eines effektiven Hochwasserschutzes entlastet würde. Denn wenn die Flut wie 2013 kommt, dann werden die Kameraden natürlich auch in Selleris 7 bis 9 gebraucht, wo sie die Keller leerpumpen oder wie zur jüngsten Überschwemmung eine Nachbarin mit dem Schlauchboot retten müssen.

Von Jörg Reuter