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Altenburg Destillerie-Pleite: Einschnitte in Geschäftsbetrieb und Belegschaft
Region Altenburg Destillerie-Pleite: Einschnitte in Geschäftsbetrieb und Belegschaft
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18:02 02.08.2019
Die Altenburger Destillerie ist in Schieflage. Ein Insolvenzverwalter führt nun die Geschäfte. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Einem Dutzend Mitarbeitern wurde gekündigt, Teile des Geschäftsportfolios wurden aufgegeben, doch immerhin gibt es dem Vernehmen nach Kaufinteressenten: So stellt sich die aktuelle Situation bei der Altenburger Destillerie & Liqueurfabrik dar – gut dreieinhalb Monate, nachdem die Geschäftsführung einen Insolvenzantrag bei Gericht eingereicht hat. Seit Donnerstag ist für die Rettung des Traditionsunternehmens die Hauptrunde eingeläutet: Das Insolvenzverfahren ist offiziell eröffnet.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Gläubiger des Unternehmens werden aufgefordert, bis Anfang September ihre Forderungen gegenüber dem Insolvenzverwalter anzumelden. Spätestens am 17. September soll eine Tabelle mit den dokumentierten Forderungen beim Insolvenzgericht in Gera vorliegen. Um die Arbeit des Insolvenzverwalters zu überwachen, wird ein Gläubigerausschuss gebildet, dem unter anderem Vertreter der Commerzbank, der Arbeitsagentur und des Hauptzollamtes Erfurt angehören.

Dellit führt Investorengespräche

Destillerie-Geschäftsführer Michael Schenk hatte den Gang ans Insolvenzgericht im OVZ-Gespräch mit anhaltenden finanziellen Problemen begründet, die – wie er sagte – unter anderem aus dem Kauf vom Vorbesitzer im Frühjahr 2016 herrühren und sich zum Beispiel in Steuerrückzahlungen niederschlugen. Der Insolvenzverwalter, Kai Dellit von der Berliner Anwaltskanzlei Hermann Wienberg Wilhelm, wurde im April zunächst nur zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Nun, nachdem die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung des Unternehmens geprüft und bestätigt ist, ist das Verfahren regulär eröffnet.

„Ziel ist es nun, den Geschäftsbetrieb so schnell wie möglich aus der Insolvenz herauszuführen und an einen Investor zu übertragen“, sagte Dellit am Freitag. Erste Schritte in diese Richtung ist er bereits in den vergangenen Wochen gegangen. Es gebe mehrere potenzielle Investoren, mit denen derzeit Verhandlungen laufen, teilte der Rechtsanwalt mit. Er hat nach eigenen Angaben zudem gravierend in den Geschäftsbetrieb eingegriffen. „Um das Unternehmen auf Kurs zu bringen, waren in den letzten Wochen harte Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Hierzu gehörten auch die Trennung von nicht lukrativem Umsatz, Preisnachverhandlungen mit den Kunden und leider auch Personalanpassungen. Nachdem das Unternehmen bei Insolvenzantragstellung noch 65 Mitarbeiter beschäftigt hatte, sind es aktuell noch 53 Mitarbeiter.“ Dellit hat in der Likörfabrik am Anger das Ruder übernommen, führt den Geschäftsbetrieb nun weiter fort. In welchen Bereichen es Einschnitte in Belegschaft und Produktpalette gab, dazu wurde auf OVZ-Anfrage nichts bekannt.

„Delikaterie“ schloss im Juni

Geschlossen wurde im Juni auch die „Delikaterie“ in der Baderei, wo drei Angestellte ihren Job verloren. Das Ladengeschäft war von der in Altenburg niedergelassenen Firma Alaska International GmbH betrieben worden, für die Kai Dellit ebenfalls zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden ist.

Von Kay Würker

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