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Altenburg Diesen Problemen stellen sich Kinder im Altenburger Land
Region Altenburg Diesen Problemen stellen sich Kinder im Altenburger Land
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09:51 16.09.2019
Sozialarbeiter Klaus Liebig ist schon sein halbes Leben Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche im Altenburger Club Eastside. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Sein halbes Leben, 25 Jahre, arbeitet Klaus Liebig nun schon als Sozialarbeiter im Kinder- und Jugendclub Eastside, dem einzigen Jugendtreff in Altenburg-Südost. Und inmitten des Trubels der bastelnden, bolzenden, hüpfenden Kinder strahlt er eine Ruhe aus, die wie ein Gegenpol wirkt zum unsteten Herumhüpfen der Kinder, die am Nachmittag nach und nach eintrudeln.

„Wir verstehen uns auch gerne als Stadtteilzentrum, weil wir für alle attraktiv sind“, sagt Liebig. Und wer, wenn nicht er, der seit so vielen Jahren im direkten Kontakt mit den verschiedenen Altersgruppen ist, sollte wissen, was die Kinder im Altenburger Land beschäftigt, welche Sorgen und Nöte sie haben? „Wir bedienen ein großes Altersspektrum, von 6 Jahren bis Ende 20. Aber die Hauptgruppe sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren“, sagt der Sozialarbeiter.

Kinder suchen ein offenes Ohr

Eine Tendenz, die ihm bei vielen Kindern auffällt, die in den Club kommen, ist die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit. „Viele kommen her und wollen reden. Weil ihnen zu Hause niemand zuhört“, erzählt er. Und schon wenig später kommt ein Mädchen während des Gesprächs aufgeregt zum Hoftor herein und ruft ihm von Weitem zu: „Ich muss dir unbedingt was erzählen!“ Bei manchen Kindern habe er das Gefühl, dass die Eltern geradezu froh seien, dass der Nachwuchs nicht da ist. Und bei manchen Kindern sei es besser, sie verbrächten ihren Nachmittag im Jugendclub als daheim.

Aber die Härtefälle, die Liebig von der Arbeit mental auch mit nach Hause nimmt, seien Einzelfälle – und das betont er auch nachdrücklich. Fälle, bei denen er das Jugendamt einschalten musste, weil Gewalt im Spiel war. „Das ist für mich als Vater eines zehnjährigen Kindes schwer anzusehen“, gibt er zu und für einen kurzen Moment huscht ein müder Ausdruck über sein Gesicht. Aber die Motivation und der Wille, für die Kinder da zu sein, bringt ihn jeden Tag in die Platanenstraße. Und die positiven Seiten an seinem Job verliert er nicht aus den Augen: „Es gibt diese Aha-Momente, die Momente der Dankbarkeit der Kinder, daran hält man sich fest.“

Gut eingespieltes Team im Jugendclub

Und er tut, was er kann, zusammen mit seinem „großartigen Team“, wie er seine festangestellte Sozialarbeiterkollegin, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin und eine junge Frau vom Bundesfreiwilligendienst beschreibt. Bei Kindern, die nichts mit sich anzufangen wissen, gibt er einen leichten Stupser in eine Richtung, macht Vorschläge, spielt mit den Jungs Fußball auf dem Sportplatz der angrenzenden Grundschule.

Den Größeren, die in geringerer Zahl vertreten sind, hilft er bei behördlichen Problemen, geht mit zum Jobcenter oder hilft beim Bafög-Antrag. Was ihm im Altenburger Land für die Kinder fehlt? „Bolzplätze. Nicht abgeschlossen, auf die man immer drauf kann. Das wäre gut für die 10- bis 14-Jährigen.“

Eine Gruppe, die ihm im Jugendclub zu wenig vertreten ist, sind die 14- bis 16-Jährigen. „Ich denke, da sitzen viele den ganzen Tag zu Hause und zocken oder vernetzen sich digital. Die müsste man rauslocken, wir wissen aber nicht wie“, bedauert Liebig.

Kreativität ist noch da

Mit gewissen Vorurteilen gegenüber der heutigen Jugend kann Liebig aber auch aufräumen: „Basteln und Kreatives ist auf keinen Fall unten durch. Und die Jungs machen da auch mit.“ Und es gebe selten Kinder, die ganze Nachmittage am Smartphone-Display hängen. „Viele benutzen ihr Handy sogar als Pfand, um sich die Bälle auszuleihen.“

Im Großen und Ganzen ist Klaus Liebig zufrieden, wie es im Kinder- und Jugendclub läuft, denn die Kinder kämen gut miteinander aus. „Es kracht auch mal, aber nach zehn Minuten spielen sie wieder friedlich miteinander.“ Auch Berührungsängste mit syrischen oder afghanischen Kindern, die mit der Sprachbarriere zu kämpfen haben, seien gering. „Die Kinder sind nicht so voreingenommen wie beispielsweise die Eltern“, sagt er. „Und wenn Fußballspiele anstehen, sind die ein festes Team.“

OVZ-Serie zum Weltkindertag

Am 20. September zelebrieren die Thüringer erstmals einen neuen gesetzlichen Feiertag – den Weltkindertag. Vor 65 Jahren verknüpften die Vereinten Nationen dieses Datum mit einen bewussten Blick auf die speziellen Rechte der Kinder. Die OVZ hakt vorab in einer kurzen Serie nach: Inwieweit können Kinder im Altenburger Land tatsächlich mitreden, welche Sorgen drücken sie, wie familienfreundlich ist der Landkreis?

Von Katharina Stork

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