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Altenburg Diskussion um Grenzen der Toleranz stößt auf wenig Interesse
Region Altenburg Diskussion um Grenzen der Toleranz stößt auf wenig Interesse
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17:40 11.01.2019
Forum in Kosma mit Bruno und Thea Johannsson, Moderator Uwe Nietzelt sowie Gunter Seyffarth und Gebhard Berger vom Bürgerforum Altenburger Land (v.l.). Quelle: Jens Rosenkranz
Kosma

Grenzen der Toleranz – so war ein Forum am Mittwochabend im Kulturgasthof Kosma überschrieben, das mit knapp 40 Besuchern nur mäßig besucht war. Hauptakteur war das Philosophenpaar Thea und Bruno Johannsson. Krankheitsbedingt absagen musste der angekündigte Jenaer Historiker Stefan Gerberg. Auf dem Podium nahmen außerdem Gunter Seyffarth und Gebhard Berger vom Bürgerforum Altenburger Land Platz.

Bruno Johannsson warnt vor Bürgerkrieg

Während Thea Johannsson zunächst einen theoretischen Vortrag über die Geschichte und das Wesen der Toleranz hielt, stellte ihr Partner sodann praktische Bezüge zur Gegenwart her. „Durch die Gesellschaft zieht sich ein Riss“, sagte Bruno Johannsson, um deutlich zu machen, dass bei immer ausgeprägteren Differenzen der Toleranz eine immer größere Bedeutung zukomme.

Für den Philosophen verschärfen sich die Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen oben und unten, Land und Stadt sowie zwischen der Bewahrung lokaler Identität und einer multikulturellen Gesellschaft. Bruno Johannsson beklagte, dass zunehmend nebeneinanderher statt miteinander geredet werde. In einer solch zerrissenen Gesellschaft sei Toleranz der Puffer, „durch den wir Zeit gewinnen“. Diese könne genutzt werden, damit Deutschland nicht in einen Bürgerkrieg abdrifte. Frankreich, so behauptete Johannsson, sei davon nicht weit entfernt.

Problematik Migration

Beim eigentlichen Thema des Abends, den Grenzen der Toleranz, landete das Forum schließlich bei der Problematik Zuwanderung und Migration. Thea Johannsson schilderte dabei ein Erlebnis, um diese Überschreitung für sie deutlich zu machen. Es ging um den Gewissenskonflikt junger Frauen, die von Ausländern belästigt und genötigt werden und darüber nachdenken, ob sie dies anzeigen. Dies womöglich nicht zu tun, machen die Frauen von der Frage abhängig, ob sie damit vielleicht einer Ausländerfeindlichkeit Vorschub leisten. Wenn Deutsche sich ihnen gegenüber genauso verhalten hätten, würden die Frauen sich diese Frage nicht stellen, sah Johannsson einen Fall, bei dem Toleranz-Grenzen überschritten sind.

Gesellschaft handelt Grenzen aus

Nach der messbaren Toleranzgrenze bei der Massenzuwanderung gefragt, antwortete Bruno Johannsson, dass diese bei jedem Menschen anders sei. Eine soziale oder gesellschaftliche Toleranz schlage sich in der Gesetzgebung nieder. Es sei das gute Recht einer Nation, das für sich zu bestimmen, sagte er.

Die ziemlich theorielastige und stellenweise zähe Diskussion fand so gut wie keinen Bezug zu Problemen des Altenburger Landes. Einige Besucher zeigten sich darüber enttäuscht und verließen vor der Zeit den Saal.

Von Jens Rosenkranz

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