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Altenburg Dozentenmangel an Volkshochschule im Altenburger Land
Region Altenburg Dozentenmangel an Volkshochschule im Altenburger Land
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09:26 12.06.2019
Die Volkshochschule Altenburger Land bietet 300 Kurse an, viele davon Sprach- und Integrationsseminare. (Archivfoto) Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Lebenslanges Lernen für jedermann. Das ist die Grundidee der Volkshochschule. Ein Konzept für Erwachsenen- und Weiterbildung, das sich nun schon ein ganzes Jahrhundert bewährt. Kürzlich tagte der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) in Weimar, um neue Impulse für die Zukunft zu setzen. Und um zu sehen, wo der Schuh drückt. Das Fazit aus Thüringen: An den hiesigen Volkshochschulen (VHS) fehlen Dozenten. Das Altenburger Land ist besonders betroffen.

Dozenten sind Frei- und Nebenberufler sowie Ehrenamtliche

Aktuell arbeiten über 90 Lehrkräfte in knapp 300 Kursen an der Volkshochschule Altenburger Land. Manche Lehreinheiten beschränken sich auf einen einmaligen 90-Minuten-Vortrag, andere überdauern 1000 Unterrichtsstunden, wie zum Beispiel Integrationskurse. Auf einen Dozenten kommen so etwa 3,3 Seminare. Eine Zahl, die zunächst nicht wirklich polarisiert. Doch lehren die meisten Fachkräfte neben- sowie freiberuflich oder ehrenamtlich, erzählt Sylvia Kränke, Geschäftsleiterin des Thüringer Volkshochschulverbandes. „Viele Mitarbeiter haben eine eigene Firma oder einen zweiten Job. Die Arbeit, die sie leisten, ist also noch mal oben drauf.“ Damit sind sie nicht nur zeitlich beschränkt. Nicht wenige von ihnen kommen aus der Stadt in die ländlicheren Regionen. „Das sind mitunter lange Wege.“

Kränke: „Wir sind zu wenig präsent“

Eine Konstellation, die bei jüngeren Menschen offenbar weniger Anklang findet. Denn die Thüringer Volkshochschulen haben Nachwuchsprobleme. „Wir sind bei dieser Generation zu wenig präsent. Nicht wenigen ist das Konzept der Volkshochschule fremd.“ Sowohl auf der Schulbank als auch an der Tafel fehle frisches Blut, ergänzt Kränke. Die jungen Leute bilden sich auf anderen Kanälen. „Wir müssen es schaffen, dass sie sich mehr von web-basierten Anwendungen lösen und Lust bekommen, echte Menschen zu treffen, um von und mit ihnen zu lernen.“ Großflächige Kampagnen sollen das künftig ankurbeln.

VHS Altenburger Land: Kurse besetzt, Anfragen auf Stillstand

An der Volkshochschule Altenburger Land ist das besagte Nachwuchs-Loch spürbar. Jasmin Dettler, pädagogische Mitarbeiterin an der VHS, spricht von einer problematischen Entwicklung und bestätigt die Beobachtungen von Sylvia Kränke. „Hauptgrund ist im Allgemeinen die demografische Entwicklung der Region. Unsere Dozenten werden immer älter und hören natürlich irgendwann auf. Und es kommt kein Nachwuchs in adäquater Zahl hinterher.“ Für das laufende Semester konnten zwar alle Kurse weitestgehend besetzt werden, sollte ein Lehrer jedoch ausfallen, sehe es düster aus. „Dabei haben wir durchaus die ein oder andere Idee in der Schublade, für die aber schlichtweg die passenden Leute fehlen“, so Dettler. Italienisch-Kurse zum Beispiel. Regelmäßig erhält die Volkshochschule Anfragen, findet aber keine Lehrkraft.

Geringes Gehalt und fehlende Hochschule

Einen anderen Grund für das Personal-Leck sieht die Pädagogin in der schmalen Entlohnung. „Wir haben den Auftrag, unsere Weiterbildungsangebote bezahlbar zu halten. Das schlägt sich natürlich auch im Honorar nieder.“ Ein Dozent bekommt in Thüringen zwischen 17 und 20 Euro pro Stunde. Noch hinzu komme, dass keine Hochschule vor Ort oder in unmittelbarer Nähe sitzt, aus deren Reihen potenzieller Nachwuchs geschöpft werden könnte.

Derzeit mangelt es vor allem an Dozenten im Bereich Gesundheit. Die Nachfrage ist riesig – Stichwort gesunde Ernährung. Der Pool aus Fachkräften jedoch ist klein. „Wir sind der Seismograph der Gesellschaft, reagieren auf gesellschaftliche Entwicklungen“, sagt Sylvia Kränke. „Dafür brauchen wir aber natürlich Menschen, die Lust haben, ihr Wissen weiterzugeben.“

Von Lisa Schliep

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