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Altenburg Eigentümerin saniert marode Wohnblocks in Altenburger Eschenstraße
Region Altenburg Eigentümerin saniert marode Wohnblocks in Altenburger Eschenstraße
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20:14 07.04.2019
Derzeit werden in der Altenburger Eschenstraße die Dächer von zwei Wohnblocks neu gedeckt, weil es in den Wohnungen darunter schimmelte. Weitere Sanierungsmaßnahmen sollen noch dieses Jahr folgen.
Derzeit werden in der Altenburger Eschenstraße die Dächer von zwei Wohnblocks neu gedeckt, weil es in den Wohnungen darunter schimmelte. Weitere Sanierungsmaßnahmen sollen noch dieses Jahr folgen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Zwei marode Wohnblocks in der Altenburger Eschenstraße werden saniert – zumindest teilweise. Das gab Torsten Reinhardt, Geschäftsführer der neuen Hausverwaltung HGV aus Eilenburg, am Freitagnachmittag auf einer Einwohnerversammlung in Annetts Backshop & Bistro bekannt. Zum 1. Januar habe man „mit teilweise chaotischen Zuständen“ die Betreuung der Häuser 34 bis 48 im Auftrag der Eigentümerin Alma Immobilien Dreiundzwanzig aus Berlin übernommen, sagte Reinhardt. „Und in den ersten drei Monaten haben wir das gar nicht so schlecht gemacht.“

Mieter mussten lange auf Reaktionen warten

Von unappetitlich bis gesundheitsgefährdend sind die Zustände in einigen Häusern der Altenburger Eschenstraße. Aber nun passiert etwas.

Dafür bekam der Hausverwalter von gut 20 Mietern zustimmenden Applaus. Kein Wunder. Mussten sie zuvor doch jahrelang mit kaputten Dächern, teils feuchten und schimmligen Wohnungen sowie weiteren Missständen leben. Als das Landratsamt 2015/16 Wohnungen für Flüchtlinge anmietete, kamen auch noch kulturelle Konflikte hinzu. Von den unzähligen Eigentümern, die wechselten wie andere ihre Unterwäsche, kam dazu aber wenig bis nichts. Deswegen wandten sich die Mieter an Sozialarbeiterin Ivy Bieber, die erst fürs Landratsamt tätig war, nun beim Integrativen Zentrum Futura arbeitet und für die Interessen der Bewohner einsetzt, und an die OVZ. Und siehe da: Es bewegt sich etwas.

Dachsanierung fast fertig, Fassade und Balkone folgen

Während die Dachsanierung der Häuser mit den Nummern 44 bis 48 nahezu abgeschlossen sei, habe man in den Hausnummern 34 bis 43 begonnen und werde demnächst fertig, erklärte Reinhardt. „Das ist keine Notreparatur, sondern eine richtige Neueindeckung inklusive neuer Dachentwässerung.“ Damit korrigierte er zugleich frühere Aussagen, bei denen nur von einer Reparatur die Rede war.

Doch damit nicht genug. „Dieses Jahr ist noch die Wärmedämmung der Fassade mit Balkonerneuerung geplant“, so der HGV-Geschäftsführer. „Das ist definitiv in Vorbereitung.“ Einen konkreten Termin dafür könne er nur noch nicht nennen, weil die Sache bei den Baubehörden zur Genehmigung liege. „Das ist der Hammer“, sagte Ivy Bieber zu diesem Erfolg.

Konflikte zwischen Flüchtlingen und Einheimischen nehmen ab

Aber auch an der interkulturellen Konfliktfront ist es nach Aussagen der meisten Mieter ruhiger geworden. Sie machten zudem klar, nichts gegen Ausländer und andere Kulturen zu haben, sondern nur etwas gegen illegalen Müll im Wohnumfeld und in Kellergängen, gegen mangelhafte Mülltrennung und gegen Lärm. Das wiederum freute die Initiatorin der Veranstaltung, Ivy Bieber sowie Oberbürgermeister André Neumann (CDU) und Vize-Landrat Matthias Bergmann, die ebenfalls da waren, Hilfe zusagten und darum baten, künftig über Missstände informiert zu werden.

OB und Vize-Landrat sichern Hilfe zu

So versprach etwa Neumann, dass sich Bauhof-Mitarbeiter noch diese Woche einen kaputten Gehweg anschauen werden. Bergmann nahm etwa mit, dass Flüchtlinge auch Keller oder Räume brauchen, um ihre Sachen nicht in oder vor die Häuser stellen zu müssen. Zudem will er beim Entsorger Remondis wegen einer besseren Koordination von Sperrmüllabholungen nachhaken und eine Liste mit potenziellen Kandidaten für eine Schulung zum Thema Mülltrennung genauso prüfen wie Vorabinformationen der Anwohner, wenn neue Flüchtlinge einquartiert werden. „Wir werden an der Kommunikation untereinander arbeiten“, sagte Bergmann zu den Anwohnern und zu Ivy Bieber.

Sperrmüllproblem noch offen, Bieber aber zuversichtlich

Nur für das immer wieder auftretende Sperrmüllproblem fand man noch keine endgültige Lösung. Das Aufstellen eines Containers wurde genauso diskutiert wie das Abtreten von einem der beiden kostenlosen Abholtermine pro Mietpartei. Beides habe Vor- und Nachteile, wobei Letzteres eher eine Krisenmaßnahme sei, sagte Bieber und nannte am Ende der Einwohnerversammlung den Grund ihres Handelns und ihrer Zuversicht: „Ich sehe nicht, dass Südost verkommt, und das liegt an Ihnen.“

Von Thomas Haegeler