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Altenburg Ein Graffito auf 5 mal 8 Metern für Altenburger Bonhoefferschule: Ralf Hecht weiß, wie’s geht
Region Altenburg Ein Graffito auf 5 mal 8 Metern für Altenburger Bonhoefferschule: Ralf Hecht weiß, wie’s geht
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10:06 14.12.2019
Ralf Hecht hat schon mal einen Entwurf versucht. Doch wie der Schriftzug tatsächlich aussieht – einschließlich Konterfei – ist noch nicht entschieden. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Äußerlich ist die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Altenburg-Nord eine von vielen ihrer Art. Zu DDR-Zeiten sozusagen von der Stange als so genannter Typ „Leipzig“ in Plattenbauweise errichtet, gleicht die heutige Regelschule fast bis ins Detail anderen Schulbauten. Aber nur äußerlich, wie auch Graffitikünstler Ralf Hecht erfahren hat. Der 39-jährige Altenburger hat in der jüngeren Vergangenheit schon einige Graffitiprojekte an der Regelschule betreut. „Und da hat sich schnell gezeigt, dass die Schüler sehr engagiert und kreativ sind“, sagt er.

Konterfei, Schriftzug, Angebote der Schule

Potenzial, das nun auch im Rahmen der LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ genutzt werden soll. Der Plan: Über dem Haupteingang des Gebäudes soll – unterstützt mit Spendengeldern der OVZ-Leser – ein großes Graffito entstehen, das nicht nur ein einzigartiger Hingucker werden und den Namensgeber, den Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, samt Schriftzug zeigen soll. „In das Bild könnten auch die Leitlinien und Angebote der Schule integriert werden“, sagt Hecht. Der 39-Jährige soll es im kommenden Jahr entstehen lassen. Dafür braucht er neben bunten Farbtönen für die Gestaltung auch Abdeckfarbe zum Grundieren. Und eine Hebebühne.

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Hecht ist in der Graffitiszene groß geworden. „Vor rund 25 Jahren habe ich mein Faible für diesen Stil entdeckt“, sagt der Künstler heute. Damals, erinnert er sich, sei es schon ein recht abenteuerliches Leben gewesen. Nicht selten auch im Graubereich oder sogar auf der Gegenseite der Legalität.

Seit 20 Jahren Künstler

Aber seit rund 20 Jahren ist Ralf Hecht nur noch Künstler und ausschließlich im legalen Bereich unterwegs. Gemeinsam mit Susann Seifert gründete er die Farbküche direkt am Markt. „Mittlerweile wurden Projekte und Auftragsarbeiten in ganz Mitteldeutschland und sogar darüber hinaus umgesetzt. Die Arbeiten reichen bis zu einer Größe von 25 mal 24 Metern oder aktuell von 27 mal 4 Metern“, erzählt der Künstler. „Das Bild am Haupteingang der Bonhoefferschule wird eine Größe von fünf mal acht Metern haben. Je nach konkreter Gestaltung dürften die Arbeiten daran bis zu eine Woche dauern“, erklärt Hecht, dem kommendes Jahr auch die eigentliche Bildgestaltung obliegen wird. Auf der Hebebühne in luftiger Höhe Schüler sprühen und malen zu lassen, gehe schon aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht.

Gestaltungsideen sollen von Schülern kommen

Trotzdem sollen Schüler und Lehrer eng in die Entstehung des Kunstwerks eingebunden werden. „Die Entwürfe für das Bild sollten unbedingt aus deren Reihen kommen“, wünscht sich der 39-Jährige.

Wie solch ein weithin sichtbares Wandbild Menschen bewegen kann, hat Ralf Hecht schon bei vielen anderen Projekten direkt erfahren. „Die Bilder schaffen Identifikation. Sie sind nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal für diese Schule, auf das alle stolz sind, die daran mitgewirkt haben. Auf so was guckt einfach jeder und es wertet auch die ganze Umgebung auf.“

Bild wird gerastert

Aber wie bekommt der Künstler ein derart riesiges Bild in Perfektion und detailgenau an die Fassade? „Man legt über die gesamte Fläche ein gleichmäßiges und für den Außenstehenden unsichtbares Raster und malt dieses dann Schritt für Schritt aus“, schildert Ralf Hecht. „Im Gesamten hat das die Wirkung wie ein aus vielen Teilen zusammengesetztes Puzzlebild.“ Das Portal der Bonhoefferschule sei für diesen Zweck schon fast ideal. „Dort liegt durch die Fugen der Platten ja schon ein Raster vor.“

Von Jörg Wolf