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Altenburg Ein Jahr später: Ansiedlungen am Flugplatz bleiben leeres Versprechen
Region Altenburg Ein Jahr später: Ansiedlungen am Flugplatz bleiben leeres Versprechen
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05:04 23.03.2019
Die Firmenchefs Uli Barth (2.v.l.) und Jörg Dreger (2.v.r.) unterschrieben im März 2018 gemeinsam mit der damaligen Landrätin Michaele Sojka sowie dem Nobitzer Hendrik Läbe (l.) und im Beisein von Flugplatzchef Frank Hartmann (l.) die Absichtserklärungen für zwei Ansiedlungen. Quelle: Tom Kleinfeld
Altenburg/Nobitz

Es war eine der merkwürdigsten Veranstaltungen in der Amtszeit von Ex-Landrätin Michaele Sojka (Linke). Hinter verschlossenen Türen wurden am 7. März 2018 im Landratsamt Absichtserklärungen für die Ansiedlungen von zwei Firmen auf dem Industriegebiet am Nobitzer Flugplatz unterschrieben. Anders als üblich bei solchen Ereignissen war hier die Öffentlichkeit nicht erwünscht – im Nachhinein gab es Mitteilung an die Presse. Die OVZ hakt nach: Was ist rund ein Jahr später aus den Ansiedlungsabsichten geworden?

Kandidat Nummer eins war die bei Augsburg ansässige Lech-tec, die Drohnenschulungen durchführen wollte, beispielsweise für den Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft oder dem Bereich der Landvermessung. „Aus diesen und anderen Einsatzgebieten werden wir Menschen im Umgang mit der Drohne schulen“, wurde Firmenchef Uli Barth in einer Pressemeldung des Landratsamtes zitiert. Es gelte, das unbemannte Luftfahrtsystem sicher zu betreiben und entsprechende Verfahren für die Sicherheit aller Beteiligten zu trainieren.

Vom Hubschrauber abseilen

Die zweite Firma mit Ansiedlungsabsichten sollte die Dreger Group GmbH mit Sitz in Frankfurt/Main sein, die sich auf das Sicherheitstraining von Polizei und gefährdeten Unternehmen spezialisiert hat. „Das Gelände in Nobitz ist für das Training optimal. Wir stören niemanden, auch wenn sich mal jemand vom Hubschrauber abseilt“, hatte Firmenchef Jörg Dreger versprochen.

Die damalige Landrätin und der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) setzten ebenfalls ihre Unterschriften unter die Absichtserklärungen der beiden Unternehmen, deren im März 2018 zugesagte Ansiedlungen erfolgen sollten. „In Kürze“, wie es hieß. Gut ein Jahr später allerdings ist davon nichts zu sehen.

Firmen arbeiten noch an Konzepten

„Die beiden im Beitrag beschriebenen Ansiedlungen hat es am Flugplatz Nobitz bislang noch nicht gegeben“, erklärte die Pressestelle des Landratsamtes auf eine OVZ-Anfrage. Seitens des Landkreises und der Gemeinde Nobitz bestehe nach wie vor Kontakt zu den Investoren, die derzeit noch an ihren Konzepten arbeiten. „Die Ansiedlung ist einfach noch nicht so weit.“

Nicht eingehaltene Ankündigungen sind am Flugplatz keine Einzelfälle. Immer wieder wurde in den vergangenen 25 Jahren über mögliche Ansiedlungen geredet. Manchmal waren die Investoren so scheu, dass schon bei der Nennung ihres Namens der Deal platzen könnte, wie Bürgermeister Läbe die Geheimniskrämerei immer wieder begründete. Mitunter floppten auch groß angekündigte Absichten. Beispielsweise die Türkei-Fluglinie von Yasar-Tours, die ab Mai 2005 einmal pro Woche nach Antalya fliegen sollte – angekündigt vom damaligen Flugplatzchef und jetzigen Wirtschaftsförderer im Landratsamt, Wolfram Schlegel. Nicht eine einzige Maschine hob ab.

Verbindung nach Moskau angekündigt

Auch eine am September 1999 angekündigte Charterverbindung nach Moskau und zurück nach Nobitz löste sich in Luft auf. Eine solche Verbindung hatte der damalige Landrat Christian Gumprecht und der einstige Oberbürgermeister Johannes Ungvàri (beide CDU) bekanntgegeben, musikalisch umrahmt von einem russischen Chor, der mit einer Maschine der Fluggesellschaft Gaspromavia pressewirksam eingeflogen worden war. Gumprecht hatte die neue Route als „wesentlichen Baustein für die Zukunft des Flugplatzes“ bezeichnet.

Trotz dieses seitdem fehlenden Steins gibt es den Airport immer noch – samt seines riesigen Industriegebietes. Bislang sei dieses aber kaum belegt, „was uns alle nicht befriedigt“, hatte der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) im Jahre 2015 geklagt. „Wir können jetzt aber nicht nochmals zehn Jahre abwarten und nur hoffen, dass sich etwas tut.“

Von Jens Rosenkranz

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