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Altenburg Einbruchserie in Schmölln: Kein Bandendiebstahl
Region Altenburg Einbruchserie in Schmölln: Kein Bandendiebstahl
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09:19 02.09.2016
Weil die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen die Schmöllner Serieneinbrecher abgeschwächt hat, geht das Verfahren vom Landgericht Gera zurück ans Amtsgericht Altenburg.
Weil die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen die Schmöllner Serieneinbrecher abgeschwächt hat, geht das Verfahren vom Landgericht Gera zurück ans Amtsgericht Altenburg. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Gera

Die Staatsanwaltschaft Gera hat ihre Anklage gegen die Schmöllner Serieneinbrecher überarbeitet. Im Ergebnis schwächt sie die Vorwürfe ab und reduziert auch die Zahl der Tatverdächtigen, erklärte der stellvertretende Behördensprecher, Martin Zschächner, auf Nachfrage. Statt der einst drei Angeklagten, denen zunächst schwerer Bandendiebstahl in 23 Fällen vorgeworfen worden war (die OVZ berichtete), gebe es jetzt nur noch zwei Verdächtige, die sich zudem für erheblich weniger Fälle des besonders schweren Diebstahls verantworten müssen. Weil die dafür zu erwartende Strafe deutlich geringer ist, wanderte das Verfahren, für das es noch keinen Termin gibt, wieder vom Land- ans Amtsgericht in Altenburg.

„Bei der Problematik Bandenmäßigkeit ist die Nachweislage immer schwierig“, begründete Zschächner, warum man die Anklage am Landgericht zurückzog. Zum einen brauche eine Bande laut Gesetz mindestens drei Mitglieder. „Zum anderen muss nachgewiesen werden, dass bei jedem Delikt immer mindestens zwei dieser Mitglieder dabei waren, also Täter, Teilnehmer oder Anstifter gewesen sind.“ Dinge, die die weiteren Ermittlungen nicht ergaben. Zwar gibt es für die zahlreichen Einbrüche in Einfamilienhäuser in Schmölln und Umgebung zwischen August und Oktober 2015 insgesamt vier Tatverdächtige. Aber das Verfahren gegen zwei der mutmaßlichen Einbrecher wurde an die Staatsanwaltschaft Bonn abgegeben, da diese in Nordrhein-Westfalen weitere Straftaten begangen haben sollen.

Gegen einen hier mitangeklagten weiteren Mann habe sich der Tatverdacht nicht erhärtet, so Zschächner. Bei den beiden verbliebenen hiesigen Tatverdächtigen handelt es sich um Asylbewerber aus Albanien, von denen zumindest einer 21 Jahre oder jünger ist. Nach OVZ-Informationen waren die Behörden den mutmaßlichen Serieneinbrechern, die sogar in Häuser einstiegen, während die Bewohner da waren, durch einen Zufall auf die Spur gekommen. Die Wildtier-Kamera eines Eigentümers hatte die Ganoven auf frischer Tat bei einem Einbruchsversuch fotografiert. So konnten sie identifiziert und nach Durchsuchungen Anfang November 2015 festgenommen werden. Danach ebbte die Einbruchswelle im Süden des Altenburger Landes und im Landkreis Greiz, bei der stets Terrassentüren oder Fenster aufgehebelt wurden, ab. Was aber blieb, sind Verunsicherung und stärkere Sicherungsmaßnahmen an vielen Gebäuden.

Von Thomas Haegeler