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Altenburg Eltern und Schüler der Luther-Schule protestieren gegen Lehrermangel
Region Altenburg Eltern und Schüler der Luther-Schule protestieren gegen Lehrermangel
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17:00 27.06.2018
Mit Transparenten und Sprechchören haben Schüler, Eltern und Großeltern vor der Luther-Grundschule gegen Lehrermangel und Unterrichtsausfall demonstriert. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Schon im zu Ende gehenden Schuljahr fiel an der Martin-Luther-Grundschule immer wieder Unterricht aus, an zwei Tagen fand gar keiner statt. Jetzt reicht es den Eltern. Am Mittwoch zogen sie gemeinsam mit ihren Kindern und Großeltern zu einer Protestveranstaltung vor das Schulgebäude in der Torgasse und etwa eine Stunde später auch auf den Altenburger Markt.

Letzter Anlass war eine Versammlung mit Eltern der neuen ersten Klassen. Dort gab die Schulleitung bekannt, dass die Klassenleiterin einer jetzigen zweiten Klasse zum kommenden Schuljahr bei den ABC-Schützen benötigt wird. Grund ist, dass eine Pädagogin ersatzlos an eine andere Schule wechselt.

Elternsprecherin warnt vor negativer Entwicklung

„Das finden wir unmöglich, dass eine solch wichtige Bezugsperson den Kindern einfach weggenommen wird,“ kritisierte Elternsprecherin Jacqueline Soppa die Entscheidung. Dies werde sich negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Schließlich gebe es nicht nur eine Schulpflicht, sondern auch ein Recht auf Bildung. „Deshalb demonstrieren wir, dass neue Lehrer eingestellt werden, damit die zweite Klasse ihre Lehrerin behält“, sagte Soppa der OVZ.

Kritik an Bildungsministerium

Steffen Knorr will nicht der Schulleitung die Schuld am Wechsel der beliebten Klassenleiterin geben. Das Mitglied des Kreiselternbeirats macht dafür die Landespolitik verantwortlich und empfindet es gar als „eine Sauerei, dass die Schulen von der Regierung mit ihren Problemen allein gelassen werden“. Es sei gut, dass nun auch die Eltern öffentlich deutlich machen, „dass sie sich das nicht gefallen lassen“, sagte Knorr der OVZ. Das Bildungsministerium unternehme einfach zu wenig dagegen, dass zu viele Lehrer aus Thüringen nach Sachsen abwandern. Dafür gebe es Gründe.

CDU weist auf jahrelange Fehlentwicklung hin

Auch CDU-Landtagsabgeordneter Christoph Zippel nahm die Demo zum Anlass, um die Landesregierung wegen verfehlter Politik zu kritisieren. Er finde es gut, wenn sich Eltern für mehr Lehrer einsetzen. Dass es einen Mangel gebe, liege an den Versäumnissen und Fehleinschätzungen des Bildungsministeriums, sagte Zippel. Denn es sei doch schon seit Jahren bekannt, dass mehr Lehrer in den Ruhestand gehen als neue eingestellt werden würden.

Keine gemeinsame Kundgebung

Nach der Kundgebung vor der Luther-Schule mit rund 60 Teilnehmern zogen etwa 40 Demonstranten auf den Markt. Dort sollten Eltern aus anderen Altenburger Schulen hinzustoßen, um gemeinsam gegen die Bildungsmisere zu protestieren. Dazu kam es aber nicht.

Von Jens Rosenkranz

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