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Altenburg Endlich Radweg von der Innenstadt zum Bahnhof – geht Rathauschef auf Wette ein?
Region Altenburg Endlich Radweg von der Innenstadt zum Bahnhof – geht Rathauschef auf Wette ein?
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05:49 27.09.2019
Die Gabelentzstraße könnte einen kombinierten Rad- und Fußweg bekommen. Neuralgischer Punkt ist zwischen An den Röhren und Neue Sorge. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Auf Altenburgs Oberbürgermeister kommt eine neue Wette zu. Schafft es André Neumann (CDU) innerhalb eines Jahres, einen einigermaßen anständigen Radweg von Altenburgs Innenstadt bis zum Bahnhof hinzubekommen? Dieses Thema stand im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde mit Bürgern, zu der die Stadtratsfraktion von Pro Altenburg am Dienstag ins Friesenheim eingeladen hatte. Thema sollte das Verkehrskonzept sein.

Radwege sind größte Probleme

In der lockeren Runde bezeichneten Bürger die Radwege-Situation als das größte Problem Altenburgs. Radler würden Leute über den Haufen fahren – ohne Licht, in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung, auf Bürgersteigen, hieß es. Die gleichen Kritiker meinten aber auch, dass die Drahtesel mitunter auch gar nicht anderswo fahren könnten, weil in der Stadt ordentliche Radwege fehlten. Als ein Schwerpunkt dabei wurde die Strecke aus der Innenstadt zum Bahnhof bezeichnet. Da sich die Gabelentzstraße dafür als völlig ungeeignet erweise, wichen die Radler auf die Kanalstraße aus, wo es dann meist zu den geschilderten Kollisionen mit Fußgängern komme, hieß es. „Man kann den Radfahrern die Kanalstraße nicht zumuten“, sagte Peter Müller, Stadtratsfraktionschef von Pro Altenburg. Seiner Meinung nach müsse deswegen die Gabelentzstraße ertüchtigt werden.

Radfahrer nutzen für den Weg aus der Innenstadt hin zum Bahnhof die Kanalstraße. Diese gilt dafür aber als ungeeignet. Quelle: Mario Jahn

Bürgermeister macht Vorschlag

Der komplizierteste Abschnitt dabei sei der Bereich zwischen den Abzweigen Auf den Röhren und Neue Sorge in Richtung Lindenau-Museum. Hier müsse der Gehweg in einen kombinierten Rad- und Gehweg umgebaut werden. Müller griff den Vorschlag des zur Gesprächsrunde anwesenden Bürgermeisters Frank Rosenfeld (SPD) prompt auf, dem Oberbürgermeister jene Wette anzubieten, hier binnen Jahresfrist eine Lösung zu finden und umzusetzen. Falls dies Neumann gelinge und er die Wette gewinne, kündigte Müller an, auf dem Markt einen halben Tag Leuten die Haare zu schneiden und den Erlös einem guten Zweck zuzuführen.

Tempo-30-Zonen nötig

Neben den Radwegen wurde von Anwesenden als weiteres Problem das der Geschwindigkeitsbegrenzungen und des zu schnellen Fahrens etlicher Verkehrsteilnehmer vorgebracht. Einige sprachen sich daher für eine Tempo-30-Zone in einigen Straßen, einer sogar für die ganze Stadt aus. Bei dieser Begrenzung würden sich die Raser wenigstens an die 50-km/h-Grenze halten, hieß es. Andere warfen allerdings auch ein, dass dies sinnlos sei, wenn das die Polizei nicht kontrolliere.

Die Külz-Straße gilt als Raserstrecke. Hier könnte mit Tempolimits oder zumindest mit Geschwindigkeitstafeln gegengesteuert werden. Quelle: Mario Jahn

Bürgermeister Rosenfeld gab zu bedenken, dass laut Bundesrecht innerorts grundsätzlich Tempo 50 gelte und eine Kommune von sich aus daran nicht rütteln könne. Für Geschwindigkeitsreduzierungen müssten gewichtige Gründe vorliegen, wie besondere Gefahrenlagen, Lärm, Schulen oder Kitas. „Ich bin skeptisch, dass wir in der ganzen Stadt Tempo-30-Zonen einrichten könnten, selbst wenn wir es wollten“, sagte Rosenfeld. Er nahm einen Vorschlag der Runde auf, wonach an neuralgischen Stellen Geschwindigkeitstafeln angebracht werden könnten, die den Autofahrern zumindest anzeigen, wie schnell sie unterwegs sind. „Wenn einer 70 fährt und das sieht, bremst er ab“, war sich Müller sicher.

Die Brauhausstraße könnte für schwere Laster gesperrt werden. Quelle: Mario Jahn

Geschwindigkeitstafel möglich

Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass solche Tafeln kommen könnten. Rosenfeld griff eine weitere Bürgerkritik auf, wonach 40-Tonner durch die Brauhausstraße donnern. Er sehe nicht ein, dass das sein müsse. Der SPD-Politiker sprach sich dringend für ein Verkehrskonzept für Altenburg aus. Es könnte 2020 im Rathaus vorbereitet und danach extern vergeben werden. Doch schon zuvor könnte geregelt werden, wo Radfahrer in entgegengesetzter Fahrtrichtung unterwegs sein dürfen und wo nicht.

Angesichts vieler holpriger Straßen hielt es Rosenfeld für denkbar, dass anstelle teurer grundhafter Sanierungen schon die Decke abgefräst und neu asphaltiert werden könnte. Das halte zwar nicht so lange, damit könnten aber schneller bestimmte Abschnitte ertüchtigt werden.

Von Jens Rosenkranz

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